17krebsBaienfurt - Der Nachname Krebs ist in der deutschen Comedyszene seit Sketchup-Erfinder Diether Krebs ein Garant für guten Humor: Momentan sind mit Wolfgang, Markus und schließlich Michael Krebs aktuell drei Kabarettisten mit recht unterschiedlichen Programmen auf Tour.



Letzterer ist studierter Jazzpianist und war am vergangenen Donnerstag mit seinem Soloprogramm „An mir liegt’s nicht“ zu Gast im nicht ganz ausverkauften Hoftheater Baienfurt. Die Stimmung im Saal war schon sehr gut, als Krebs heimlich durch den Vorhang spähte und noch überlegte, ob er diese mit seinem Auftritt überhaupt noch verbessern müsse – zumindest behauptete er das zu Beginn seiner Show. Glücklicherweise hatte er sich dafür entschieden, denn die folgenden zweieinhalb Stunden begeisterte er das Publikum mit intelligenten Songs, scharfsinnigen Beobachtungen und virtuosem Klavierspiel.


Im ersten Programmteil widmete sich der gebürtige Schwabe überwiegend den Stücken von seiner aktuellen CD, die er mit seiner Band „Die Pommesgabeln des Teufels“ eingespielt hat. Vor allem die Nebenwirkungen der technischen Entwicklung stehen dabei im Vordergrund: Gleich beim Opener trat ein „Unbekannter Fehler“ auf, bei dem sich seine rechte Hand verselbständigte und einen Neustart erforderlich machte. Und auch das Mikrofon hatte einen Aussetzer – wobei das möglicherweise auch zum Song gehörte. Dann wurden auch die AGBs eines Konzertbesuchs besungen und auf die VAS (verkürzte Aufmerksamkeitsspanne) des medial geschädigten Konsumenten mit einem Liedzyklus hingewiesen. Da Kinogänger zweistündigen Blockbustern nicht mehr folgen könnten fasste er die wichtigsten Klassiker wie „Titanic“, „Herr der Ringe“ und „Romeo und Julia“ in kurzen musikalischen Zweizeilern zusammen: „Zwei verlieben sich, doch ein Unglück droht – dann sind beide glücklich aber tot.“


Auch die Themen Selfies, Facebook und Gratis-WLAN nimmt Michael Krebs augenzwinkernd aufs Korn: Durch übersteigerte Ich-Bezogenheit werde das Dating zum Rating und man erfährt von der Schwangerschaft der Partnerin schon mal per Whatsapp - Hashtag „schlecht verhütet“.


Nach der Pause wurden dann die von zahlreichen TV-Auftritten bekannten Beziehungs-Stücke „Meine Freundin sollte von Apple sein“ und „Grundschullehrerin“ auf die Bühne gebracht. Und auch zwei neue Stücke sorgten für viel Beifall: Bei „Es wird alles noch schlimmer“ animiert Michael Krebs die Zuschauer zu einem dreistimmigen Gospelchor, während bei „Traurige Lieder“ als Special-Effect plötzlich ein Cello vom Band einsetzt.


Highlight des Abends war dann das improvisierte Medley aus Songwünschen, die in der Pause in Zettelform vom Publikum abgegeben worden waren: So bestand der erste Freestyle-Track aus Dancing Queen, Wannsee, Biene Maja und Angie. Später als Zugabe folgte noch die Improvisation über Satisfaction, Oh du fröhliche, Ich und mein Holz und Ein bisschen Frieden. Auch die zweite Zugabe über Lügenwetter, Lügenpizza und Lügenhotline war eine gelungene Parodie auf den Pegida-Ausdruck Lügenpresse und sorgte für die Erfüllung des Publikumsauftrags an diesem Abend: Lachen.


Text: Fabian Mróz Fotos: Stefanie Waller-M.



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