Weingarten - Seit über 20 Jahren tingelt die Singer/Songwriterin Christina Lux nun schon durch Deutschland und bespielt ausgewählte Kleinkunstbühnen, Clubs – aber auch regelmäßig Festivals und Großveranstaltungen wie die Frankfurter Musikmesse. Am vergangenen Samstag machte die gebürtige Karlsruherin nach fünfjähriger Abstinenz wieder einmal Station im Gitarrenladen von Andreas Dill.

 

Im 60 Personen fassenden Holzlagerraum „Unterm blauen Dach“ wurde es andächtig still, als Christina Lux das Intro ihres Openers „Stell dir vor“ mit effektvollen Flageolett-Tönen anstimmte. Der gekonnte Wechsel zwischen zarten Klängen und perkussivem, mitunter funkigem Gitarrenspiel ist eine der viele Stärken der routinierten Liedermacherin, die inzwischen überwiegend deutschspachige Stücke schreibt.

Eine weiteres musikalisches Steckenpferd der autodidaktischen Gitarristin ist ihr zur Perfektion gereifter Scat-Gesang, bei dem sie komplett ohne Text auskommt. Mal klingt der improvisierte Fantasietext rhythmisch wie ein gesungenes Perkussionsinstrument, dann wieder kehlig wie ein ungekannter Dialekt. Als Vorbilder dieses Stils nennt sie Al Jarreau und Ella Fitzgerald.

Nach dreijähriger Schaffenszeit ist gerade das 9. Lux-Album fertig geworden, dem sie sich besonders im ersten Programmteil intensiv widmete. Zu jedem Titel gab es äußert unterhaltsame, mitunter sehr intime Einleitungen und Anekdoten zur Entstehungsgeschichte. Einen praktischen Ratschlag für Komponisten im Publikum hatte die in Köln lebende Musikerin, die auch regelmäßig Songwriting-Workshops anbietet auch parat: „Wenn eine Idee durchs Fenster geflogen kommt - schnell ein Blatt Papier drunterlegen!“

Inspirationsquelle seien für Christina Lux nicht nur zwischenmenschliche Erfahrungen, philosophische Fragen oder weltpolitische Fehlentwicklungen, sondern auch literarische Vorbilder. So entstand aus Franz Kafkas Zitat „Wege entstehen dadurch, daß man sie geht“ ein wunderbarer Mitsing-Song, der ebenfalls auf der neuen CD „Leise Bilder“ zu hören ist. Und auch ein berühmter Satz von Erich Kästner war Vorlage für den Titel „Playground“: „ Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.“

Im zweiten Programmteil wechselte Christina Lux von der „blonden“ Akustikgitarre auf „brünette“ E-Gitarre und begann mit 2 älteren Stücken in englischer Sprache.

Der Song „Love is my Religion“ behandelt die Absurdität, daß noch immer Gewaltakte und Kriege im Namen der Religion ausgefochten werden. Und auch der neue Titel „Ganz andere Reise“ befasst sich mit diesem Thema und stellt die rhetorische Frage „Ist mein Gott besser als deiner?“

 

Trotz vieler nachdenklicher und gesellschaftskritischer Textzeilen gelang es Christina Lux, mit ihrer charmanten, humorvoll Art, das Publikum bis zum letzten Ton in ihren Bann zu nehmen und erntete so reichlichen Applaus, daß sie nach dem letzten, resümierenden Song „Weil ich längst bin“ noch für zwei Zugaben zurück auf die Bühne gebeten wurde. So beendete sie das Konzert mit den Stücken „Free“ und „Losfliegen“, für das sie auf ihrer CD Laith Al Deen als Duett-Partner gewinnen konnte.

Text & Fotos: Fabian Mróz

 

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