IMG 7416Weingarten - Johnny Cash ist bereits im Jahr 2003 gestorben – dieses Jahr wäre er 85 Jahre alt geworden. Die beiden Allgäuer Musiker Andreas Kindermann (Gesang & Gitarre) und Fabian Mróz (Bass) haben sich intensiv mit dem Lebenswerk des bedeutendsten amerikanischen Songwriters beschäftigt und ein Programm in Wort und Musik zusammengestellt, das sie am vergangenen Freitagabend dem Publikum im gut besuchten „Impuls“ in Weingarten darboten.



Ganz in schwarz gekleidet betraten die beiden Singer/Songwriter die Bühne und lieferten mit dem Song „Man in Black“ gleich die musikalische Erklärung für dieses Outfit, in dem auch Johnny Cash Zeit seines Lebens auftrat: Solange es Krieg, Leid und Unterdrückung auf der Welt gäbe, sehe er keinen Grund für helle oder bunte Farben – und das hat sich auch im Jahr 2017 nicht geändert.


Nachdenklich und düster war ein großer Anteil der Songs, ging es doch überwiegend um die Themen Tod, Gewalt, Drogen und Gefängnis. Denn auch das Leben von Cash war geprägt von schwerer Arbeit auf den Baumwollfeldern seiner Eltern, von Schicksalsschlägen wie dem frühen Unfalltod seines großen Bruders und eigener Alkohol- und Tablettenabhängigkeit.


Doch auch einige schöne Anekdoten gab es im ersten Programmteil: Zusammen mit seiner Mutter verbrachte der junge J. R. Cash – so sein tatsächlicher Taufname – viel Zeit vor dem Radio und entdeckte früh seine Liebe zur Countrymusik. Besonders die Stücke der „Carter Family“ inspirierte ihn zu einer eigenen Musikkarriere und er bat seine Mutter, Gesangsunterricht nehmen zu dürfen, was sie ihm zum Leidwesen seines Vaters tatsächlich ermöglichte. Mit den Carter-Songs „Keep on the Sunny Side“ und „I’ll fly away“ kamen so auch zwei fröhlich, beschwingte Stücke zur Aufführung.


Natürlich waren auch die großen Hits aus der Frühphase des mit über 500 Songs unglaublich umfangreichen Repertoire des „Man in Black“ Teil der relativ chronologischen 1. Programmhälfte: „Folsom Prison Blues,“ „I walk the Line“ und „Ring of Fire“ animierten viele Zuschauer zum Mitsingen.


Nach der Pause legte Kindermann den Schwerpunkt der Songauswahl auf Coverversionen: Die von Rick Rubin produzierte CD-Reihe „American Recordings“ enthält nämlich viele ungewöhnliche Versionen großer Hits namhafter Künstler wie Bruce Springsteen („Further on up the Road“), Tom Petty („I won’t back down“) oder Nine Inch Nails („Hurt“), denen Johnny Cash mit seiner reduzierten, aber um so emotionaleren Art seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken verstand.


Als Zugabe wurden noch die Stücke „Like the 309“ und „We’ll meet again“ gespielt: Das bluesige „309“ war das letzte Lied, das Johnny Cash vor seinem Tod aufgenommen hatte. Es handelt vom Wunsch, nach seinem Tod mit dem Zug mit der Nummer 309 Richtung Unendlichkeit zu fahren. Mit „We’ll meet again“ verabschiedete sich das Duo mit den Worten: „Wir sehen uns wieder – spätestens im Jahr 2018“.



Bericht und Fotos: Stefanie Waller

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