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Bad Waldsee - Der Museums- und Heimatverein Bad Waldsee hat die Kunsthistorikerin Anke Sprenger damit beauftragt, Leben und Werk des Bildhauers Constantin Dausch (1841-1908) wissenschaftlich aufzuarbeiten. Diese Arbeit, die der Verein sich hat einiges kosten lassen, war ursprünglich gedacht als Grundlage einer Ausstellung im Jubiläumsjahr 2013 (100 Jahre Museum). Das Ergebnis liegt nun in zwei Bänden, Format A 4, vor: 1. 152 Seiten Text mit Abbildungen, und 2. Quellen- und Literaturverzeichnis S. 153 -161, Werkverzeichnis S.1 – 126.

 

Constantin Dausch (1841 – 1908) wuchs in Waldsee auf und absolvierte zunächst eine Lehre als Steinmetz. 1866 konnte er sich in die Bildhauerklasse an der Akademie in München einschreiben. Bereits 1869 verhalf ihm ein Stipendium des Königs von Württemberg zu einem Aufenthalt in Rom, der dann vier Jahrzehnte andauerte.

 

In der Ewigen Stadt setzte er den von Antonio Canova (1757 – 1822) und Bertel Thorvaldsen (1770 – 1844) eingeschlagenen Weg künstlerisch fort und blieb sein Leben lang klassischem Stil und Thematik treu.

 

Allerdings findet man in Rom kaum ein Werk von Dausch in öffentlichen Gebäuden oder Kirchen. Er suchte auch keinen Kontakt zu der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Rom. Dausch konzentrierte sich ganz bewusst auf den konserativen Kunstgeschmack der nach Rom reisenden deutsche Kundschaft, die die bei ihm gekauften Werke in die Heimat überführen ließ und damit im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts schlossartige Landhäuser, mächtige Stadtvillen, Gräber oder Parkanlagen schmückte.

 

Seine Landsleute sicherten Dausch ein kontinuierliches Arbeiten und ein gutes Auskommen. Nach fast vierzig Jahren starb er 1908 in Rom und ist auch dort begraben.

 

Das erstellte Werkverzeichnis – weitgehend mit Abbildungen - weist allein gut 100 Werke nur in Bremen nach, überwiegend private Aufträge.

 

Hilfreich unterstützt wurde die Autorin von Klaus Neher vom MHV, der ihr sein umfangreiches Recherche-Material zur Verfügung stellte.

 

Manches ist noch unerforscht, doch die vorliegende Arbeit hat den Großteil einer Wissenslücke um einen mit Waldsee verbundenen Künstler geschlossen.

 

Das Museum im Kornhaus kann die Marmorskulptur der „Omphale“, einer lydischen Königin präsentieren, die Dausch in Rom 1893 geschaffen hat, sowie zwei kleine Modellfiguren aus Ton, sog. „bozetti“. Ferner ein von dem Zeitgenossen Joseph Messner 1876 in Rom gemaltes Porträt des Bildhauers.

 

„Anke Sprenger,
Constantin Dausch, il successore [der Nachfolger] di Canova
Ein oberschwäbisches Künstlerleben in Rom“

 

Text von Brigitte Hecht-Lang, Fotos von Oliver Hofmann

 

 

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