06jones

Meersburg – Für das Konzert von Tom Jones am Donnerstagabend in Meersburg ein Zitat aus Kleists Prinz Friedrich von Homburg heranzuziehen ist wahrlich nicht zu weit hergeholt oder gar vermessen. Die 2.500 Fans erlebten an diesem Abend eine einmalige Sternstunde der Musikgeschichte. Der 77-jährige Tom Jones hat immer noch eine unbeschreibliche Bühnenpräsenz, ein gewaltiges Charisma und vor allem eine grandiose „Jahrhundert-Stimme“, diese strahlt schon mehr als ein halbes Jahrhundert, aber fast unglaublich, bei ihm strahlt sie im Alter noch heller als zu seinen Besten Zeiten. (Bild von Hayley Bray Photography Ltd.)

 

„Tiger“ wurde er früher genannt, als er in Las Vegas sang und mit Elvis Presley auftrat. Kongenial schrieb ihm damals Burt Bacharach die Schmachtfetzen auf den Leib und seine Stimme, die die Damen reihenweise in Ohnmacht fallen ließ und sein wallendes Brusthaar waren damals genauso legendär wie der vermeintliche Verbrauch an Groupies.

 

Das Brusthaar spielt heute keine Rolle mehr, aber der „Tiger“ ist noch immer voll da. Wenn er zu seinem Gesangspart ansetzt, dann ist alles andere nur noch Beiwerk. Seine Stimme hat keinerlei Alters-Brüchigkeit, er hat immer noch denselben Druck und Stimmumfang. Man steht als Zuschauer beinahe fassungslos da und lauscht dieser wunderschönen Naturgewalt.

 

Mit über 20 Songs spannte er an diesem Abend einen langen Bogen über seine beeindruckende Karriere. Die meisten Hits sind längst in die Annalen der Popmusik eingegangen, aber er wagt sich mit seiner kongenialen Band auch immer wieder an neue Interpretationen.

 

Einfach grandios, wie „Delilah“ und „What´s new Pussycat“ mit dem Akkordeon begleitet wird oder wie der Mega-Hit von 1965, „It´s not unusual“ mit lateinamerikanischen Rhythmen neu erstrahlt.

 

Gänsehautmomente waren bei „Green green grass of home“ oder dem seiner im letzten Jahr nach 59 Jahren Ehe verstorbenen Ehefrau gewidmeten „Take my love“ gewidmeten Song garantiert.

 

Für viele sicherlich der herausragende und unvergesslichste Moment dieses Abends, die Interpretation des Leonard Cohen Songs „Tower of Song“, einfach magisch was Tom Jones aus diesem Song macht, bezeichnend auch, als bei der Textzeile „I was born with the gift of a golden voice“ spontaner Applaus aufbrandete, ein wirklich großer Moment.

 

Zum Schluss noch eine Hommage an den verstorbenen Prince mit „Kiss“ und als Zugabe, Sister Rosetta Tharpes "Strange Things Happening Every Day". Vielen fehlten danach schlichtweg die Worte, was sie an diesem Abend gesehen hatten und fragten sich auf dem Nachhauseweg „Träum ich oder wach ich?“.

 

Text derWALDSEEer Oliver Hofmann

 

Leider kann die Bildschirmzeitung keine Bilder dieses Konzerts veröffentlichen, da das Management von Tom Jones nur für Printmedien (Tageszeitungen) die Veröffentlichung von Bildern genehmigt hat.

 

Wenn Sie trotzdem neugierig sind, bitte sprechen Sie mich an, ich zeige Ihnen gerne die Bilder von diesem Konzert auf meinem Tablet oder Smartphone.

 

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.