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Landkreis Ravensburg - Die Kreissparkasse Ravensburg stellte die Halbjahreszahlen 2019 vor, und die können sich durchaus sehen lassen. Die „Herren des Geldes“ Heinz Pumpmeier, Vorstandsvorsitzender und seine Vorstandskollegen Norbert Martin und Dr. Manfred Schöner stellten im Anschluss an die Spendengala den anwesenden Pressevertretern die Halbjahreszahlen der KSK Ravensburg vor und beruhigen die Sparer mit einer klaren Aussage: Die Kreissparkasse erhebt keine Negativzinsen bei Privatkonten. .

 

 

Geschäftsentwicklung

In Abwandlung eines Zitates des Laufwunders Emil Zatopek stellte Heinz Pumpmeier seinen Ausführungen ein „Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch spart“ voran, womit er das beachtliche Kundengeschäft seiner Bank beschrieb. Denn trotz Niedrigzinsen haben die Kunden der KSK 4,99 Mrd. Euro an Barvermögen und 1,16 Mrd. Euro an Wertpapiervermögen anvertraut.

Und an dieser Stelle kommt eine eindeutige Aussage: Die Kreissparkasse Ravensburg will, kann und muss keine Negativ-Zinsen von seinen Privatkunden einfordern. Die Aufgabe der Kreissparkasse sieht Pumpmeier auch eindeutig bei der Förderung der Sparleistung. Einschränkend fügt Pumpmeier an, dass, wenn viele Gelder von außerhalb des Kreises kommen und die Überschuss-Liquidität nicht mehr angelegt werden kann, dann muss auch die KSK Ravensburg reagieren.

 

Anders sieht es bei den Firmenkunden aus. Hier berechnet die KSK seit zwei Jahren ab einer Größenordnung von 400.000 Euro ein Verwahrentgelt in Höhe des EZB Zinssatzes.

Bei über vier Milliarden Euro Kundeneinlagen, die nicht verzinst werden und aufgrund der Teuerungsrate an Wert verlieren, sieht die KSK eine große Aufgabe darin, ihre Kunden in der Geldanlage-Strategie zu beraten. Hier ist auf einem guten Weg, sind doch die Wertpapier-Einlagen um über 5 % auf 1,16 Mrd. Euro gestiegen. So werden Erträge realisiert, die über dem Geldwertverlust liegen.

Heinz Pumpmeier unterstrich an dieser Stelle die Beratungskompetenz der Kreissparkasse, ihren Kunden die passenden Strategien mit Berücksichtigung der Ziele, Risiken und Erträge zu empfehlen. „Ohne Wertpapiere gibt es keine sinnvolle Altersvorsorge“, denn die Minuszinsen werden uns noch über eine nicht absehbare Zeit begleiten.

 

Facts im 12-Monatsvergleich per 30.6.2019

Kundengeschäftsvolumen + 2,8 % auf 8,99 Mrd. Euro
Kundengeldvermögen + 4,2 % auf 4,99 Mrd. Euro
Kundenwertpapiere + 5,2 % auf 1,16 Mrd. Euro
Kundenkredite und Darlehen + 0,9 % auf 3,49 Mrd. Euro
Online-Banking Konten + 5,6 % auf 91.990
Kunden + 0,3 % auf 193.200
Filialen - 2,7 % auf 36
Mitarbeiter - 1,2 % auf 756
Auszubildende + 29 % auf 40

 

 

Kosten sparen, Prozesse straffen

Wenn Banken wie die Kreissparkasse, die vor allem Menschen und Gewerbe aus ihrer Region mit Gelddienstleistungen versorgen, aus dem traditionellen Geschäftsmodell, nämlich der Zinsdifferenz zwischen Einlagen und Krediten, aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB nicht mehr ausreichende Erträge erwirtschaften können, sind sie gezwungen, Kosten zu sparen und oder neue Einnahmequellen zu erschließen.

In den letzten Jahren hat die KSK ihr Filialnetz mehr als halbiert – von einst 77 Filialen sind noch 36 übrig. Bei der Schließung der Filialen ging das Management behutsam vor. Die Termine wurden so gelegt, dass die Schließungen z.B. mit der Pensionierung des Filialleiters zusammenfielen. Die Mitarbeiter wurden auf die umliegenden nächsten Filialen verteilt, so dass die Kunden zwar eine andere als die gewohnte Filiale aufsuchen mussten, aber doch wieder die vertrauten Berater-Gesichter fanden.

Insgesamt über 190.000 Berater-Gespräche werden in den Filialen durchgeführt. Das macht im Schnitt pro Jahr ein Berater-Gespräch pro Kunde. Eine enorme Leistung, die die Mitarbeiter erbringen. Deren Zahl nahm, wie die der Filialen, kontinuierlich ab, so dass von einst 1055 Beschäftigten noch 756 in der KSK tätig sind.

Da die KSK Ravensburg annähernd 200 Jahre am Markt ist, konnte der Stellenabbau mit natürlicher Fluktuation demografisch gesteuert erfolgen. Die gute Zahl: Heute machen trotz rückgängiger Mitarbeiterzahl 40 junge Leute ihre Ausbildung in der Kreissparkasse.

 

 

Kreditvolumen

Die KSK verzeichnete 2018 ein Allzeithoch ihrer Kreditvergabe – aber es zeichnet sich ab, dass 2019 nicht weit zurückstehen wird. Das Neugeschäft hat schon ein Kreditvolumen von ca. 540 Mio. Euro erreicht. Getragen wird es von ca. 320 Mio. Euro im Wohnungsbau und 220 Mio. Euro an Gewerbekrediten.

Bei der Kreditvergabe von kleineren Volumen bis ca. 70.000 Euro konnte die KSK über eine dramatische Prozess-Verschlankung ein neues Produkt an den Markt bringen: den S-Gewerbekredit. Damit kann der Berater innerhalb von nur zwei Minuten die gewünschte Kreditzusage geben. Bei positiven Anlauf des Produktes soll die Kreditvergabe nicht mehr nur über den Bankberater laufen, sondern Online möglich sein.

 

 

Online-Banking

Die KSK Ravensburg führt über 90.000 Konten, die Online erreichbar sind. Die Kunden wickeln ihre Bankgeschäfte am Smartphone, am Tablet oder zuhause am PC durch. Bei der Frage nach der Sicherheit verwies die KSK stolz darauf, dass es trotz vieler Angriffe noch nie gelungen sei, in das Online-Banling einzudringen.

Die größte Gefahr für die User sei, die Zugangscodes nicht sicher zu verwahren. Bekannt sind die Abzock-Maschen nach dem Microsoft- oder dem Cheftrick. Aber auch hier konnten aufmerksame Mitarbeiter der KSK schon viele gravierende Vermögensschäden verhindern.

 

Text und Bild: Erwin Linder

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