polizeiauto 600x342Kißlegg - In der Nacht zum Donnerstag 01.08.20198 meldete eine 53-jährige Urlauberin, die mit Verwandten bei einem landwirtschaftlichen Anwesen im Weiler Rehmen in einem Wohnwagenlager campierte, den vermeintlichen Überfall einer etwa 20-köpfigen Personengruppe bei der Polizei. Die Mitteilerin gab an, die Personen hätten Flaschen und Baseballschläger bei sich und wären mit lautem Geschrei in Richtung Wald gelaufen.

 

Das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Konstanz brachte aufgrund des Notrufs mehrere Streifenwagenbesatzungen des Polizeireviers Wangen im Allgäu und des Verkehrskommissariats Kißlegg in den Einsatz, die bereits nach wenigen Minuten beim Wohnwagen der Mitteilerin eintrafen. Das Polizeipräsidium Konstanz erhielt vom Einsatzort die Rückmeldung, dass sich etwa 500 Meter vom Einsatzort entfernt ein Jugendzeltlager befindet, das durch ortsansässige Jugendliche überfallen werden sollte.


Die Jugendlichen hätten sich vermutlich in der Örtlichkeit geirrt. Als sie auf ihren Fehler aufmerksam geworden seien, hätten sie sich sofort entfernt. Zu unserer Pressemeldung vom 01.08.2019 möchten wir darauf hinweisen, dass dem Verfasser der Pressemeldung die Tradition der "Überfälle" auf solche Jugendzeltlager nicht bekannt war und dass er aus dem Kontext des vorliegenden Berichtes davon ausging, dass die genannten Jugendlichen Teilnehmer und Organisatoren des Jugendzeltlagers waren, da sich diese nach Klärung des Sachverhalts dorthin begaben.


Wie wir zwischenzeitlich klären konnten, schlichen sich die Jugendlichen an ein Wohnwagenlager heran und nicht an ein benachbartes "Zeltlager". Die Darstellung, die Organisatoren oder Teilnehmer des Jugendzeltlagers auf dem Wiesengrundstück seien an dem Vorfall beteiligt gewesen, stellte sich zwischenzeitlich als falsch heraus. Gleichwohl erfolgen solche "Überfälle" in Absprache mit den Organisatoren.


Die Jugendlichen, die diesen "Überfall" inszenierten, waren offensichtlich nicht über die richtige Adresse ihrer Aktion instruiert, wodurch sich Unbeteiligte in der Nachtruhe gestört fühlten und schwere Ausschreitungen befürchteten. Weder die betroffenen Urlauber im benachbarten Wohnwagenlager noch eine Organisationseinheit des Polizeipräsidiums Konstanz waren im Vorfeld über die beabsichtigte "Überfall"-Aktion unterrichtet und gingen nach dem Notruf der Betroffenen zurecht vom Ernstfall aus, weshalb sämtliche im näheren Bereich verfügbaren Streifenwagenbesatzungen eingesetzt wurden.





Ursprüngliche Pressemeldung des Polizeipräsidiums Konstanz vom 01.08.2019:

Missglückter Streich

Argenbühl-Ratzenried - Jugendliche aus dem Organisationsteam eines Zeltlagers mit etwa 200 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen auf einem Wiesengrundstück bei den Weilern Argenmühle und Rehmen beabsichtigten am späten Mittwochabend gegen 23.45 Uhr einen "Überfall" auf das Zeltlager, um die schlafenden Teilnehmer zu erschrecken. Sie übersahen bei ihrer nächtlichen Aktion offensichtlich, dass sich in der in der Nachbarschaft des Zeltlagers ein weiteres Zeltlager befand, wo mehrere Familien gemeinsam campierten.


Der nächtliche, lautstarke "Überfall" erfolgte auf Grund der Verwechslung im falschen Zeltlager und erzielte die gewünschte Wirkung beim falschen Personenkreis. Die Urlauber, die aus dem Schlaf gerissen wurden, wandten sich an die Polizei, die nach der Erstmeldung mit mehreren Streifenwagenbesatzung zum Ort des "Überfalls" fuhr, um dort nach Klärung des Sachverhalts die erschreckten Urlauber zu beruhigen und die Jugendlichen auf ihren Fehler hinzuweisen.


Die Jugendlichen waren einsichtig und verzichteten darauf, auch noch das Zeltlager ihrer eigenen Gruppe heimzusuchen. Letztlich war es der Besonnenheit aller Beteiligten zu verdanken, dass es zu keiner Konfrontation und zu keinen Schäden kam.




Presseinformation Polizeipräsidium Konstanz

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