06benefiz speakerWangen - Ein Dudelsack, eine Meister-Yoda-Kappe und ein Plakat mit neun Kreisen: Dies waren die wesentlichen Requisiten der „7 Schwaben Speaker“, die in der Stadthalle Wangen einen Benefizabend zugunsten der Hospizarbeit gestalteten. Mit diesen Utensilien verdeutlichten sie ihre Denkanstöße, die sie mit viel Humor und Sprachwitz mischten. Das Ergebnis waren ein inspirierender Abend und ein Erlös von 10.000 Euro für die Hospizbewegung in Wangen. Bild (v.l.) : Thomas Strobel (Vorsitzender des Vereins „7 Schwaben Speaker“), Uwe Störmer (Geschäftsführer des Hospiz am Engelberg), Joachim Dufner (Vorsitzender der Hospizgruppe Calendula), die Kabarettistinnen Petra Binder und Doris Reichenauer, Poetry Slammer Wolfgang Heyer, die drei Speaker Tanja Köhler, Denise Maurer und Nils Bäumer, Make-Up-Artistin Sandra Schneider und Moderator Markus Paul.

 

Die „7 Schwaben Speaker“ sind ein Zusammenschluss von engagierten Trainern und Vortragsrednern aus Baden-Württemberg. Sie widmen sich Themen aus dem Bereich der Persönlichkeits- und Unternehmensentwicklung. Zwei bis drei Mal im Jahr treten sie gemeinsam ehrenamtlich auf, um soziale Projekte zu fördern. Ihr Auftritt in Wangen unterstützt, wie Moderator Markus Paul sagte, die „tolle Arbeit“ der hiesigen Hospizbewegung, die Menschen „in ihren letzten Tagen und Wochen mit Würde und liebevoller Fürsorge“ begleitet. Der Gesamterlös des Abends setzt sich aus Eintritts- und Sponsorengeldern zusammen.

 

Nach Angaben von Joachim Dufner, Vorsitzender der Calendula Hospizgruppe Wangen, soll dieser Betrag zum einen für die ambulante Hospizarbeit, insbesondere für die Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter, eingesetzt werden. Zum anderen sollen Geräte zur Erleichterung der Pflege im stationären Hospiz am Engelberg angeschafft werden.

 

Dass der Auftritt der „7 Schwaben Speaker“ eine weitere gute Absicht verfolgte, machte Moderator Markus Paul deutlich: Die Zuhörer bekämen Impulse für sich selbst, um immer wieder ihre Denkrichtung zu ändern. Dazu hatte Tanja Köhler, eine der „7 SchwabenSpeaker“, einen Dudelsack mitgebracht. Ihren eigenen Weg, das Dudelsackspielen trotz mancher Hürden zu lernen, schilderte die Psychologin aus Spaichingen als Beispiel für eine persönliche Veränderung. Ihre Anleitung dazu packte sie in die Formel: Veränderung = D mal Z mal U. Die drei Buchstaben stehen für Dringlichkeit, Ziele und Umsetzung. „Ich glaube, dass wir anfangen dürfen, das Leben neu und frisch zu genießen“, ermutigte Tanja Köhler zu Veränderungen in der Mitte des Lebens.

 

Auf die eigene Körpersprache zu achten, riet die Kommunikationstrainerin Denis Maurer aus Stuttgart. Denn zu 60 Prozent entscheiden Körpersprache und äußeres Erscheinungsbild über die Wirkung, die jemand bei anderen Menschen erzielt. In Charme und Humor verpackte die Rednerin ihre handfesten Tipps wie zum Beispiel: „textile Kriegserklärungen“ vermeiden, auf einen sicheren Stand achten und das Gegenüber anlächeln. „Erfolgreiche Chefs und Führungskräfte lächeln drei Mal häufiger als andere“, sagte Maurer. Weitere 30 Prozent der Kommunikationswirkung werden ihren Angaben zufolge über die Stimme und Sprache erzielt, die restlichen zehn Prozent über den Inhalt.

 

Was sich mit Sprache, insbesondere mit schwäbischem Sprachwitz bewirken lässt, zeigte Wolfgang Heyer. Der Poetry Slammer bereitete die Eigenheiten der Schwaben, ihres Alltags und ihres Dialektes auf und sorgte damit für viel Heiterkeit im Publikum. Er übersetzte große Zitate der Menschheit ins Schwäbische, verglich diese Mundart mit einigen Weltsprachen und gab in rasantem Sprachtempo Kostproben der schwäbischen Grammatik.

 

Nach so viel Kurzweil war in den Köpfen wieder Platz geschaffen für weitere Denkansätze eines „7 Schwaben Speakers“. Nils Bäumer aus Bremen, der früher in Leinfelden-Echterdingen gelebt hatte, widmete sich dem Thema Kreativität. Dazu stellte er das Publikum vor die Aufgabe, neun Kreise auf einem Plakat mit drei geraden Linien zu verbinden. Das geht – wenn man die Trägheit und Routinen des Denkens verlässt und weit über die Strukturen hinauszeichnet. Genau darin sah Nils Bäumer den Weg zu mehr Kreativität und zu einem „Science-Fiction-Modul im Denken“. In Science Fictions stecke nämlich sehr viel Kreativität, weil sie bei der Ideenfindung nicht sofort nach der Umsetzbarkeit fragen. Dazu setzte sich Nils Bäumer eine Mütze von Meister Yoda auf und richtete an die Zuhörer einen umformulierten Star-Wars-Gruß: „Möge die Kreativität mit dir sein.“

 

Einen kreativen Umgang mit dem alltäglichen Wahnsinn des Ehelebens präsentierten Petra Binder und Doris Reichenauer. Als Kabarettistinnen-Duo „Dui do on de Sell“ wühlten sie verbal in den Tiefen und Tücken des Zusammenlebens von Mann und Frau. Sie plauderten über das eigene Spiegelbild und den Streit über die Fernbedienung ebenso wie über die Wehleidigkeit des Ehemannes und seine erotischen Tagebucheinträge. Dabei bedienten gängige Klischees und weckten zugleich bei den Zuhörern das Gefühl, so manche Alltagsszene aus eigener Erfahrung zu kennen. Auf diese Weise brachten die beiden an diesem Abend Witz und Benefiz zusammen.

 

 

Pressemitteilung der Calendula Hospizgruppe e.V. / Joachim Dufner

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