27FachwarteKurs1 1Landkreis Ravensburg - Der Landkreis Ravensburg hat weitere 29 frischgebackene Obst- und Gartenfachwarte. Nach über 100 Stunden Ausbildung und erfolgreich bestandener Abschlussprüfung bekamen diese im Rahmen einer kleinen Abschlussfeier am 20. April im Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB) in Bavendorf ihre Abschlussurkunden überreicht. Bild: Albrecht Siegel (ganz rechts) und Gerd Hägele (2. von rechts) vom Landratsamt Ravensburg freuen sich mit den neuen Fachwarten über deren Abschluss



Rund 250.000 Streuobstbäume gibt es im Landkreis Ravensburg, der in Sachen Obstbau nach dem Bodenseekreis und der Ortenau auf dem 3. Platz liegt. „Viele Bestände brauchen dringend einen Pflegeschnitt“, so Manfred Büchele, Leiter des KOB, „entsprechend groß ist auch der Bedarf an Fachwarten.“


Bereits vor 20 Jahren wurde der Fachwartekurs vom Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. (LOGL) in’s Leben gerufen. Seither wurden rund 5000 Fachwarte in Baden-Württemberg ausgebildet. „Nach Abschluss des Kurses bringen sich viele in Obst- und Gartenvereinen, in Arbeitskreisen und Fachwartevereinigungen ein“, weiß Karl-Heinz Glöggler vom LOGL. War zu Beginn der Frauenanteil noch sehr gering, sind heuer rund 50 Prozent Frauen unter den Teilnehmern.


Gerd Hägele, als zuständiger Dezernent im Landratsamt Ravensburg, sowie Albrecht Siegel, Leiter des Landwirtschaftsamts Ravensburg, waren unter den Gratulanten und bedankten sich beim KOB sowie dem Kursleiter Erwin Mozer für die Durchführung des Kurses. „Das ist jedes Jahr eine tolle Sache und die Kursteilnehmer immer eine ganz besondere Gruppe“, freuten sich Hägele und Siegel über die ausgelassene Stimmung auf der Abschlussveranstaltung.


Auch Monika Renn bedankte sich als Sprecherin der Fachwarte-Gruppe bei Kursleiter Erwin Mozer und allen Dozenten für deren großes Engagement und ließ die Zeit von Oktober 2017 bis April 2018 kurz Revue passieren. Unvergessen seien die Arbeitseinsätze in den Obstgärten, bei denen die Teilnehmer nicht selten einem strengen Frost mit eisigem Wind ausgesetzt waren, gleichzeitig aber durch einen heißen Tee oder einen herrlichen Alpenblick entschädigt wurden, so Renn.


Die Arbeit in der Natur bedeutet für jeden Einzelnen eine besondere Herausforderung. Das gilt in diesem Jahr einmal mehr vor allem auch für die Obstbauern. „Vollblüte bei Birnen, Süßkirschen, Zwetschgen sowie beginnende Vollblüte bei den Äpfeln – und das alles innerhalb von sieben Tagen. Das hat es in den letzten 40 Jahren in dieser Art nie gegeben“, erzählt Erwin Mozer. Er weiß jedoch auch um die Nachteile der derzeitigen Blütenpracht: Da die Blüten zugleich Hauptinfektionsstellen für den sogenannten Feuerbrand sind, sei durchaus mit erhöhten Infektionen zu rechnen.


Die gefürchtete Bakterienkrankheit im Kernobstbau, die sich bei warmer und feuchter Witterung und mit Hilfe von Insekten leicht ausbreiten kann, führt zum Absterben der befallenen Bäume. Außerdem sind die Baumbestände in diesem Jahr stark auszudünnen, um sicherzustellen, dass schöne Äpfel heranreifen und es auch im kommenden Jahr wieder genügend Ertrag geben wird. Eine gute Möglichkeit für die neuen Fachwarte also, ihr erworbenes Wissen gleich beherzt in die Praxis umzusetzen!


Bericht Landratsamt Ravensburg Foto: KOB

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