11unterhaltsamer abendZiegelbach - Die Vereine landwirtschaftlicher Fachbildung aus dem Landkreis Ravensburg haben wieder gemeinsam mit dem Verband der LandwirtschaftsmeisterInnen Leutkirch, Wangen und Ravensburg im Dorfstadel in Ziegelbach ihren schon zur lieben Tradition gewordenen „Unterhaltsamen Abend“ veranstaltet. Als musikalische Gäste hatten sie sich die „Königlich Privilegierte Waschhausvereinigung“ aus Kronburg eingeladen, die für eine prächtige Stimmung im Dorfstadel sorgten. Bild: Toni Katheininger (links, an der Steirischen) und Dr. Anton Huber (recht, an der Okulele)  sorgten beim Unterhaltsamen Abend der landwirtschaftlichen Vereine des Landkreises für beste Unterhaltung.

 

 

Unter dem sperrigen Namen „Königlich Privilegierte Waschhausvereinigung“ verbergen sich die zwei Originale Dr. Anton Huber und Toni Katheininger (Kathe), die mit Ihrem Programm Musik, Kabarett und Comedy auf die Bühne bringen. Die beiden Waschhäusler Toni & Toni besingen auf humorvolle und hintersinnige Weise den alltäglichen Wahnsinn.

Ihr Konzert eröffneten die beiden mit einer Bayrisch-schwäbischen musikalischen „Liebes“-Erklärung an die Landwirtschaft und die veranstaltenden Vereine insbesondere „Do sott ma schier gar na gau“. Wobei die beiden sich schon bei der verbalen Einleitung kleine Spitzen nicht verkneifen konnten: „Man kennt sich und kann sich ohne Worte verständigen: Wenn meine Frau die Wäsche aufhängt ist es für den Nachbar-Bauer das Zeichen, Gülle auszufahren.“ Sie fragten sich auch, ob der Ausdruck „Düngepaket“ besser sei, als „Misthaufen“.

 

Huber präsentierte dann auch dem staunenden Publikum die „Supergaskuh“ für die Biogasler als Equivalent zur Supermilchkuh. Und mit der konnte er sogar Musikmachen kann. Die Frage sei ja immer dieselbe, nämlich „wie man aus Sch... Geld machen kann“. Und über Toni Katheininger (Kathe), als dieser mal wieder etwas suchte, kommentierte er: „Nicht die Arbeit bringt das Geld, sondern die Zeit.“
Was die beiden Multiinstrumentalisten, die auch vor selbst erfundenen„Klangerzeugern“ nicht zurückschreckten da musikalisch und textlich auf die Bühne brachten war wirklich erste Sahne. Auch als Beatboxer standen sie etwa beim Lied über den „Lanz Bulldog“ oder beim „Säger Maier“ ihren Mann.

 

Auch aktuelle Themen wie die immer mehr um sich greifende Biberplage wurde in mit scharfer Beobachtungsgabe in Liedform kommentiert. In der Anmoderation zum „Biberfox“ verwiesen die Beiden darauf, Klagen über die angerichteten Schäden bitte an den Vatikan zu richten: „Der ist schließlich der Verwalter auf Erden vom Schöpfer dieser possierlichen Tiere!“ Herrlich hintergründig witzig die verbale Einführung von Toni Katheininger zu dem Lied „Schrauba, Spacks und Bits“ , warum er immer – natürlich im blauen Arbeitskittel – am Montag in den Baumarkt gehe: Da seien immer die Friseusen da, der Kittel verleihe ihm die nötige Kompetenz. Und den würde er auch nach dem Mittagessen zum Mittagsschlaf nicht ablegen, weil er da dann ungestört sei: „Lass en flagga, der hot scho g´schafft!“

Nicht fehlen durften natürlich im Repertoire der „Königlich Privilegierten Waschhausvereinigung“ die „G´schupfte Nudla“, jener legendäre Streifzug durch die bairisch-schwäbische Küche, der einst den Ruf der Gruppe begründet hatte. Wenn die beiden Vollblutmusiker über die anatomisch möglichen Gliedmaßen zur Verfügung hätten, sie hätten sie genutzt um ihre musikalische Melange aus Gstanzerl, Countrymusic, Dixie und Blues um weitere gleichzeitig gespielte Instrumente zu erweitern.

 

Logisch, dass die Beiden erst nach diversen Zugaben die Bühne im Dorfstadel verlassen durften. Christine Dorn-Bohner und Hans Frick von den veranstaltenden Vereinen freuten sich über den auch in diesem Jahr wieder gelungenen Abend und überreichten den beiden Künstlern zum Abschluss Präsente, die diese natürlich nicht unkommentiert ließen: Sie hätten sich schon darüber gewundert, ob da wohl noch irgendwelche Ehrungen stattfinden würden...

 

 

Bericht: Ulrich Gresser

Fotos: Ulrich Gresser und Henric Matthiesen

 

 

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