ZiegelbacherMühlhausen - Die Musikkapelle von Mühlhausen hatte wieder zu ihrem Herbststrauß eingeladen, mit dem sie traditionell das Winterhalbjahr einläuten. Als musikalischen Gäste hatten die Musiker um Vorstand Peter Branz die A-Capella Gruppe „Die Ziegelbacher“ in die Festhalle Mühlhausen eingeladen.

 

 

Der Mühlhausener Herbststrauß ist eine ganz spezielle Veranstaltung, zu der der Musikverein der Eberhardzeller Teilgemeinde alljährlich Musiker, aber Mundartdichter etc. einlädt. Im Vorjahr war dies beispielsweise die „Königlich-priviligierte Waschhausvereinigung aus dem Illerwinkel. Doch bevor es die geistig-musikalische Nahrung gibt, wird erst einmal gut gespeist: Da gibt es viele Spezialitäten aus der schwäbischen Küche, von Krautkrapfen über Wurstsalat bis zu sehr leckeren süßen Apfelküchle.

Deswegen war die Halle auch bereits eine Stunde vor Konzertbeginn schon sehr gut gefüllt. Nach der Begrüßung von Vorstand Branz – er konnte u.a. neben Ortsvorsteher Hugo Weber, den ehemaligen Bürgermeister von Eberhardzell, Wolfgang Mast, auch den Gemeinderat und Kreistagsabgeordneten Manfred Lämmle namentlich willkommen heißen – legten die vier Ziegelbacher auch gleich los. Und wie: dem Vorstand der Musik verpassten sie gleich mal einen Anpfiff: „Leute namentlich zu nennen, das geht in Zeiten der Datenschutzgrundverordnung ja überhaupt nicht!“ Und garnierten ihren Vorwurf gleich mit einer Pointe, die die ganze Absurdität dieser Verordnung bloß stellte.

Es war also gleich Pfeffer in ihrem Auftritt, vielleicht deswegen starteten die vier „Jungs“ mit dem berühmten Dschungelbuchlied von Bär Balou „Probier´s doch mit Gemütlichkeit“ musikalisch in den Abend. Den gesundheitlichen Aspekt des „Schwäbischen“ erforschten die vier Erzkomödianten Kuno Reichle (musikalisch 1.Tenor), Walter Strobl (2. Tenor, Instrumentalbegleitung), Bruno Häfele (1. Bass) und last but not least Günter Musch (2. Bass), musikalischer Kopf und „Notenverbieger“ des Quartetts beim „Schwäbisch isch schee“. Gesundheitsthemen gab es auch beim Lied von der „Gallablos“, bei dem Patient Walter „Chefoperateur“ Günther vor Angst gleich in die Arme hüpfte. Ach ja und dann ging es natürlich auch mal um die berüchtigte Männergrippe, die das weibliche Geschlecht in zwei Gruppen aufspaltet: Die der Mütter, die ihren sprößling umsorgt und die der Ehefrauen, die für ihren angeschlagenen Gatten nur ein müdes Lächeln übrig haben. Apropos Ehefrauen: Urlaubsmuffel Walter entdeckte in dem Werbeslogan der sponsernden Volksbank „Jeder Mensch hat etwas das ihn antreibt“ etwas ganz persönliches: „Jo, mei Frau.“

 

Wie einstmals Obelix verweigerte sich Bruno der Tatsache vor dem Ranzenlied, dass er dick sei: „Des isch koin Ranza, des isch mei Feinkoschdgewölbe.“ Natürlich bleibt die Dieselaffäre auch bei den Ziegelbachern nicht aussen vor: Was bedeutet weisser Rauch über der Sixtinischen Kapelle: „Ein neuer Papst ist gewählt.“ Und schwarzer Rauch über Wolfsburg: „Der VW-Chef fährt mit seinem Jetta vom Hof.“ Was würde da musikalisch besser passen, als das Elvis´sche „Return to sender“. Aus dem jungen Mädchen bei Henry Valentino wird bei den Ziegelbachern der knitze alte Knacker (Walter), der sich vom radarpistolenbewehrten Bruno seinen Führerschein zurückergaunert, in dem er die „Mitfahrer“ in die Radarfalle lockt.

Am Stock gingen die Vier bei ihren nostalgischen Rückblicken „Jo woischd no“, während sie – das einzige Mal an diesem Abend – auf den Elvis Hit „You walk like an Angel“ auf Schwäbisch: „Du danzschd wia an Engel“ tatsächlich sogar das Tanzbein schwangen.

Aus beiden Perspektiven beleuchten die Vier in ihrer unnachahmlichen Art das RTL-Format „Bauer sucht Frau“, auf exakt 35 Teile kommen die Ziegelbacher bei ihrer Analyse einer Damenhandtasche beim Handtaschenlied. „Wenn mei Frau die Wahl zwischen einem Thermomix und Mir hätte, wär die Sache klar: Du dätsch mir doch sehr fehla,“ beschreibt Bruno die Prioritäten des weiblichen Geschlechts vor dem Lied vom Thermomix.

Dass das Küchenpersonal „D´Maschie scho butzt“ hätte, das hofften die vier bei ihrer ersten Zugabe dann doch nicht, denn sie verspürten nach ihrem umjubelten Auftritt großen Appetit. Und weil sie die Mühlhausener gar so sehr begeistert hatten, mussten sie noch zwei weitere Zugaben folgen lassen.

Übrigens: Die „Jungs“ bekamen ebenso wie das Publikum – auch noch kurz vor Mitternacht – von den freundlichen Bedienungen (fast) jeden Wunsch erfüllt...

Text und Bilder von Uli Gresser

 

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