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Unterschwarzach - Sein Abschiedskonzert als Dirigent gab Dieter Münsch beim Musikverein Harmonie Unterschwarzach in der Turn- und Festhalle Unterschwarzach. Musiker von zahlreichen Kapellen aus der Umgebung waren der Einladung gefolgt und machten das Konzert für das Dirigentenurgestein zu einem stimmungsvollen Erlebnis. Bild: Dieter Münsch (Mitte) steht ein letztes mal als deren Dirigent mit der Musikaplle Unterschwarzach auf der Bühne.

Für die einen war es Abschied, für die anderen Premiere: Neben dem Dirigenten Dieter Münsch hatte sich auch der langjährige Vorstand Armin Kühnbach bei der Generalversammlung vor einigen Wochen verabschiedet. Und so war an diesem Abend nun Konzertpremiere für das Vorstandsteam Karola Menig, Carolin Erne und Felix Maucher, das die Nachfolge von Kühnbach antrat.

Bürgermeister Roland Bürkle, Ortsvorsteher Franz Kraus, Pfarrer Notz, Rektor  Espe, Musikdirektor Hans Herle und Florian Hubl vom Kreismusikverband führten die Liste der Ehrengäste an.

Als Opener hatten der Dirigent und seine 54 Musiker New Festival Music, das neueste Werk des deutschen Komponisten Markus Götz ausgewählt, die passende Komposition für „festliche Anlässe“, die dann auch tatsächlich festlich getragen bis hin zu konzertant daherkam.

Die Reise ins Weltall begann mit musikalischen Kostproben bereits bei der Ansage durch Carolin Erne: In kurzen Anspielern bekamen die Konzertbesucher einen ersten Vorgeschmack auf Star Wars, Star Trek, Mars und das weltberühmte Nitzsche-Zitat  von Richard Strauss „Also sprach Zarathustra“ , das Dieter Münsch natürlich an den Anfang der Reise ins Weltall setzte. Zurück auf der Erde landete das Raumschiff Harmonie Unterschwarzach im tchechischen Bad Marienbad, wo der Komponist Petr Hapka einem Springbrunnen ein musikalisches Denkmal gesetzt hat. 

Bei dem wunderbaren „Adventure“, dem zweiten Stück von Markus Götz an diesem Abend, konnten die Konzertbesucher sich ein wenig in Wasser- und Seenlandschaften oder auf fremde Kontinente hinträumen. Mit Shostakovitch´s „The Second Waltz“ aus der 1938 komponierten Jazz Suite No 2 wurde man nicht zuletzt wegen dessen ins Ohr gehenden Berühmtheit wieder in die Realität zurückgeholt, ehe sich die Kapelle mit dem Konzertmarsch „Vivat Athesis“ des Südtiroler Komponisten Hans Finatzer in die Pause verabschiedete.

Davor wurde von den Musikern Armin Kühnbach mit einem Präsent offiziell verabschiedet, der sich im Gegenzug bei allen für das gelungene Jubiläum bedankte. Alle hätten an einem Strang gezogen alles habe super funktioniert.

Nach der Stärkung mit den obligatorischen „Saiten“ bekam der Dirigent noch einen zusätzlichen Job: Er durfte die Stücke im zweiten Teil selbst ansagen. Dass Dieter Münsch auch viele Entertainerqualitäten besitzt,  zeigte er dabei. Seine eingestreuten, von schwäbischen Humor nur so strotzende Gedichte und Sprüche trugen neben der mit viel Spiellaune vorgetragenen Musik wesentlich dazu bei, dass die Zuhörer  diesen Abend entspannt geniessen konnten. Mit dem Marsch „Die Regimentskinder“ und der Polka „Schöner Böhmerwald“ eröffnete er den zweiten und was die Stückauswahl angeht, sehr persönlichen Teil des Konzertes.

„The Rose“, ein Stück das Münsch nach eigenem Bekunden immer gerne in der Kirche spielt, wurde getragen von der Leistung von Solotrompeter Tobias Neß und klang an diesem Abend doch etwas nach Abschied.

Ganz anders beim nächsten Stück „Grandfather´s clock“: Hier blitzte wieder der Münsch´sche Humor durch, sodaß die beiden Solisten Stefanie Ruf (Piccoloflöte) und Winfried Schuler (Tenorhorn) gleich noch Überstunden auf dem bereitgestellten Bänkle schieben durften.  „Henna ond dussa“ mit einem schwäbischen Wortspielgedicht leitete Dieter Münsch  zur mährischen Polka „Mein schönes Heimatdorf“ über.

Vor dem abschliessenden Konzertmarsch „Abel Tasman“ ging es ans Abschiednehmen: Die Musikkapelle verabschiedete ihren Dirigenten, der in den letzten dreissig Jahren für seine Musikkapelle den Taktstock schwang, mit einem großen Geschenkkorb und einem kleinen Reiseköfferchen, sprich einer Musikreise für das Ehepaar Münsch nach Wien. Und ein sichtlich gerührter Ortsvorsteher Franz Kraus lud die beiden spontan zum Essen ein. Doch der scheidende Dirigent wird dem Musikverein Harmonie weiterhin als Hornist erhalten bleiben.

Aber auch er hatte für seine Musiker ein Abschiedsgeschenk vorbereitet: Bis eine Stunde vor dem Konzert habe er noch getextet, als er den beliebten Klassiker „Dem Land Tirol die Treue“ mit einem schwäbischen Text unterlegte. Und natürlich sang er diese „Ode an seine Schwaazemer Musikkapelle“ als Zugabe vor einem begeisterten Publikum auch noch selbst...

Bericht und Bilder Uli Gresser

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