Espe

Unterschwarzach - Mit Rektor Reinhard Espe, der die Schule 23 Jahre lang mit viel Herzblut leitete, und seiner Frau Theresa, die viele Jahre das Schulleben als dessen Sekretärin „im Griff“ hatte, verlassen zwei Institutionen die „Dorfschule mit der schönsten Aussicht“. Nachfolgerin als Rektorin wird die aus Bad Wurzach stammende Martina Schmid-Pfeiffer. Mit einer Verabschiedungs- und Einsetzungsfeier wurden die Drei gebührend geehrt. Reinhard Espe übergibt symbolisch den Schlüssel der Schule an seine Nachfolgerin Martina Schmid-Pfeiffer

 

Nach der Begrüßung durch Ortsvorsteherin Silvia Schmid durfte die Klasse 3 der Schule loslegen. Ihr Musical „Klassenfahrt zum Mond“, das eine der besonderen Seiten von Reinhard Espe zeigte, nämlich die Liebe zur Musik, erhielt begeisterten Applaus von den zahlreichen Gästen der Feier. Musikalisch bedankte sich auch der Elternbeirat der Schule, der direkt im Anschluss gemeinsam mit den Kindern Espe und seiner Frau ein (heimlich eingeübtes) musikalisches Dankeschön sangen.

 

Wie roter Faden zieht sich die Musik durch Leben und pädagogisches Wirken von Reinhard Espe, erklärt Schulamtsdirektorin Petra Blust zu Beginn ihrer Verabschiedungsrede, der die Feier zum 50jährigen Schuljubiläum 2016 noch sehr gut in Erinnerung war. „Es hat mir damals unheimlich Spaß gemacht und an jeder Stelle waren Engagement und Herzblut spürbar.“ Für Espe seien immer beide Bereiche, Schule und Musik, sehr wichtig gewesen als er 1994 die Stelle in Unterschwarzach angetreten hatte. Er habe viele Kinder durch die Grundschulzeit begleitet. Wichtig sei ihm dabei gewesen, dass sich alle wohlgefühlt hätten. Wie ein guter Dirigent habe er auf alle am Schulleben Beteiligten geachtet. Durch die Musik habe er die Schule hervorragend nach außen vertreten. Sie dankte ihm bei der Urkundenübergabe für sein Engagement bis zum letzten Tag und wünschte ihm einen „ruhigen Ruhestand“.

Bürgermeister Roland Bürkle nannte Espe in seinem Grußwort einen „Rektor des Bauens“, weil während einem Drittel seiner Amtszeit gebaut wurde. Gleich zu Beginn wurde an- und umgebaut und bei der Sanierung 2015 konnte er, fast wie ein Architekt wertvolle Anregungen geben. Er hinterlasse seiner Nachfolgerin die Schule mit der schönsten Aussicht in der ganzen Stadt. In seine Zeit fiel auch schmerzliches: gegen die Schließung der Hauptschule habe er gekämpft, immer aber als Demokrat und Bürger. Die vielen aufgeführten Musicals zeigten, das er es verstanden habe, die Schüler, aber auch Lehrer und Eltern mit zu reißen.

Mit dem Rektor verlässt auch Theresa Espe, seine Ehefrau die Schule. Sie werde für ihre 20 Jahre im Dienste der Schule bei der Jubilarehrung der Stadt entsprechend geehrt. Bürkle hieß die Nachfolgerin Reinhard Espes, Martina Schmid-Pfeiffer herzlich willkommen.

 

Der evangelische Schuldekan Frank Eberhardt sagte, Espe habe zig Schülergenerationen begleitet und die Zusammenarbeit sei bereichernd gewesen. Pfarrer Paul Notz sagte: „Eine bedeutende Zeit geht zu Ende.“ Die Musik an der Schule seien das Salz in der Suppe gewesen und die Musikbeiträge hätten das Leben schmackhaft gemacht. Als Geschenk hatte er für Espe und seine Nachfolgerin das Buch „Im Herzen bin ich Pilger“ mitgebracht, das sich mit dem Jakobsweg befasst.

In einem alten Schulranzen brachten die geschäftsführenden Schulleiter, Herbert Sgier und sein Nachfolger André Radke wertvolle Dinge für den Ruhestand mit: eine Schildkappe („gut behütet“), ein Regencape ( „wir lassen Dich nicht im Regen stehen“), eine Trillerpfeife und ein Kompass. Sgier sagte über die Zusammenarbeit: „Wir saßen im selben Boot, als es um die Schliessung der ländlichen Hauptschulen ging.“

Die Elternbeiratsvorsitzende der Grundschule, Andrea Schmuker, wünschte sich, „dass Sie uns nicht vergessen“. Espe habe Schüler wie Eltern geführt. In der dritten Klasse hätte mancher Schüler in Mathe vor der Instanz Espe gezittert. „Geschadet hat es keinem. Die Kinder müssen lernen, dass sie für den Erfolg etwas tun müssen.“

Im Namen des Lehrerkollegiums dankte Nina Müller ihrem Chef, der immer Vertrauen in sie hatte und ihr immer auf Augenhöhe begegnet sei. „Wer Vertrauen genießt, wächst.“ Alle hätten mehr geliefert als gefordert war. Als Geschenk übergab sie Espe sein Abschluss-Zeugnis, dessen Fazit lautete: „Reinhard Espe wird versetzt – in den Ruhestand!“ Darüber hinaus erhielt er von jeder Lehrerin eine rote Rose. Martina Schmid-Pfeiffer wurde mit einem Schulleiter-Planer in ihrem Kreis willkommen geheißen.

 

Nach einem weiteren Musikstück von Sieglinde Merk (Hackbrett) und Tanja Schaible (Gitarre) – das Duo sorgte mit seinen entspannenden Melodien für den passenden musikalischen Rahmen – hielt Reinhard Espe Rückschau über seine Zeit an der Schule. Um seinen Ausblick auf die Alpen hätten ihn die Kollegen beneidet , als er vor 27 Jahren an die Schule versetzt worden sei.

Sein Ziel, den Schülern wichtige Grundlagen zu vermitteln, habe er erreicht, wie ihm von weiterführenden Schulen bestätigt wurde: „Meine Schüler sind immer gut aufgestellt gewesen.“ Die Auftritte bei den mindestens einmal jährlich stattfindenden Musikveranstaltungen hätten die Schüler selbstbewusst gemacht. Die bildungspolitischen Neuerungen seien in immer kürzeren Abständen gekommen. So wurde die anstrengende Arbeit eines Jahres nach der Selbstevaluation durch die Schließung der Hauptschule im Jahr darauf zunichte gemacht. Als Schulleiter sei er zum Allrounder geworden, sagte Espe zu seinem spannenden Berufsbild. Weil das Lob im Alltag oft zu kurz kam, gab es für jede Kollegin und die Elternvertreterinnen eine Rose. Zum Abschluss seiner Rede sprach er den Verantwortlichen bei der Stadt, aber auch seinen Schulleiterkollegen seinen Dank aus, mit denen er immer offen reden konnte. Mit der symbolischen Schlüsselübergabe an seine Nachfolgerin endete die Ära Espe an der Schule in Unterschwarzach.

Der leitende Schulamtsdirektor Klaus Moosmann, der Martina Schmid-Pfeiffer in ihr neues Amt einführte, erinnerte zunächst die Eltern und ihre Vertreter daran, wie wichtig ihr Beitrag zu den schulischen Leistungen ihrer Kinder sei. Sich Zeit für sie zu nehmen heiße: „Was Du machst ist mir wichtig!“ Dies wirke sich nachweislich positiv auf deren Leistung aus. Die Lehrer leisteten vorbildliche Arbeit, wenn Schüler gerne zu ihnen gingen. Dafür ziehe ich meinen Hut. Klagen beim Schulamt seien nicht so effektiv, wie wenn sie direkt bei den Bildungspolitikern vorgebracht würden.

Mit der neuen Rektorin Martina Schmid-Pfeiffer, die 1986 ihr Abitur am Salvatorkolleg abgelegt und danach ein Lehramtstudium aufgenommen hatte, wird die musikalische Tradition an der Grundschule in Unterschwarzach fortgeführt werden: Dank eines Stipendiums konnte sie in den USA den Master of Music machen. Mit 50 Jahren wollte sie eine nun Veränderung, wollte Schulleben aktiv mitgestalten, begründete sie ihre Bewerbung für die Rektorenstelle beim Interview mit Moosmann. Sie arbeite gerne mit Kindern und sei auch außerhalb der Schule immer mit dem Herzen dabei. Die Schule in Unterschwarzach solle ein Ort sein, an dem die Schüler fit gemacht würden für soziales Verhalten, begründete sie eine ihrer Prioritäten für ihre Arbeit in Unterschwarzach. Sport, Musik und Kunst seien nachweislich der cognitiven Entwicklung der Schüler förderlich. Wie in drei Jahren eine Schlagzeile über die Schule lauten solle, wollte Moosmann abschließend wissen. „Die Grundschule Unterschwarzach ist eine Perle!“ kam wie aus der Pistole geschossen von Schmid-Pfeiffer die Antwort.

 

Text und Bilder von Uli Gresser

 

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