28eggiUnterschwarzach - Ein Doppelkonzert mit besonderem Hörerlebnis fand am vergangenen Samstag in der Turn- und Festhalle Unterschwarzach statt.

 

Ob es jedem aktiven Musiker gefällt, ein Konzert mit einem Fußballderby zu vergleichen sein dahin gestellt. Dennoch gibt es dieses Konkurrenzdenken zwischen Konzertpartnern. Es bleibt nicht aus, dass Kapellen, die nacheinander auf der Bühne musizieren, miteinander verglichen werden. Dass sich hierbei eine Kapelle mit nur knapp 30 Musikanten nicht verstecken muss, bewies das Jahreskonzert der Musikvereine Ellwangen und Eggmannsried.

Florian Straub aus dem Vorstandsteam der Eggmannsrieder konnte zahlreiche interessierte Gäste, darunter Ortsvorsteherin Silvia Schmid, ihr Vorgänger Franz Kraus und Musikdirektor Hans Herle begrüßen und freute sich, mit der Musikkapelle Ellwangen auf das Doppelkonzert.

Dirigent Elmar 'Xide' Hirsch aus Ellwangen ließ es sich nicht nehmen, selbst die Ansage zu seinem Programm zu machen. Mit launigen Worten trug er passende Textpassagen aus den Konzertbeschreibungen vor. Schon im ersten Stück 'Valhalla' wurde deutlich, was der Komponist musikalisch auszudrücken versuchte und wie das die Ellwanger Musikanten umsetzten.

In 'Slovenia' beschrieb Komponist Alfred Bösendorfer die Querelen im alten Jugoslawien. Hier bewies der Klarinettensatz, dass es auch mit wenigen Instrumentalisten den Sound von vielen geben kann. 'Pilatus - Mountain of Dragons - begann sehr vielversprechend. Die Ellwanger bestachen mit homogenem Gesamtklang und differenzierter Dynamik im Tutti. Der Drache wurde - wie vorhergesagt - mit vereinten Kräften besiegt. Geheimnis und Mystik blieben erhalten. Herausragend die Saxofon-Solistin, die wohl irgendwo in ihrer Tracht eine Sauerstoffzufuhr versteckt haben musste. Ihr einfühlsames Solo schien wie an einem Stück gespielt, ohne einmal Luft zu holen. Sehr Beeindruckend.

Mit dem russischen Walzer 'Pushkin' war schon wieder ein Bogen zurück zur gehobenen Unterhaltungsmusik geschlagen. Laut Ansager Elmar Hirsch hatte Komponist Luigi di Ghisallo die 'melancholischer Melodie' in 'fröhlicher Moll' geschrieben. Erwartete man einen langen Walzer à la Strauß, war dieser dann verhältnismäßig kurz und typisch russisch.

Der Abschlussmarsch im ersten Teil 'Anno Neun' wurde zu einem besonderen Hörerlebnis. Das Ellwanger Gesangsduo sang im Trio 'Ach Himmel es ist verspielt...', und erzählte den Originaltext der Volksweise um das Schicksal von Andreas Hofer.

Ohne Zugabe durften die Ellwanger die Bühne nicht verlassen. Die Polka 'Wo der Asbach rauscht' beendete den ersten Teil des Konzertes und versprach den Gästen die wohlverdiente Pausen-Saitenwurst.

 

Schon mit dem ersten Stück des zweiten Konzertteils, der 'Olympic Fanfare and Theme' von John Williams, wurde für die Zuhörer klar, dass dieses kleine und schmucke Blasorchester um Bernd Butscher einiges auf dem Kasten der konzertanten Literatur hatte. Die Eggmannsrieder Musikanten bestachen mit einem ausgeglichenen Klangkörper und viel Einfühlungsvermögen.

Dies zeigte sich auch in 'Stratosphere', einem musikalischen Höhenrausch in dem der abenteuerliche Fallschirmsprung-Weltrekord von Felix Baumgärnter beschrieben wurde. Rasant und schwindelerregend ging es durch die Luft. Vom Aufstieg der Kapsel über das kurze Verweilen in der Stratosphäre, den Absprung und die Turbulenzen während des freien Falls hin zur sicheren Landung.

In der 'Toccata in D-moll' verband Arrangeur Jan van Kraeydonck die berühmte Orgel-Musik von Johann Sebastian Bach aus dem frühen 18. Jahrhundert mit modernen und mitreißenden Rock-Rhythmen und ließ so manchen Fuß unter dem Tisch im Takt mitwippen.

Bernd Butscher verstand es, die Geschichte des zurückkehrenden Helden in 'The Return I' musikalisch zu erzählen. Der langsame Teil bot reinstes Kino für die Ohren. Sandra Gütler, die charmant durch das Programm führte, fragte sich vor dem Stück noch, ob die Abenteuerreise ein wohl glückliches Ende finden könnte. Der entspannten und gelösten Haltung der Gäste nach dem Stück war zu entnehmen, dass es so war.

Mit 'Kaiserin Sissi' - einem Stück wieder aus der ganz traditionellen Blasmusik, verabschiedeten sich die Eggmannsrieder Musikanten vom offiziellen Programmteil. Nach den Dankesworten von Vorstand Florian Straub waren die Zugaben 'Auf der Pfingstwiese' und 'Böhmische Liebe' dann aber fällig.

Ein schöner Konzertabend, der nach der Konzertmusik noch lange kein Ende fand.

 

Text und Bilder von Anja Vinçon

 

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