Stadtseniorenrat

Bad Wurzach - Heinrich Stauß, seit der Gründung im Jahre 2003 Vorsitzender des Stadtseniorenrates Bad Wurzach, konnte in der kleinen Feierstunde mit Sektempfang und Häppchen anlässlich des Jubiläums im evangelischen Gemeindehaus zahlreiche Mitstreiter begrüssen. Rund 50 Interessierte, darunter auch Bürgermeister Bürkle besuchten im Anschluss daran den Vortrag „Umgang mit psychisch erkrankten Menschen und deren Auffälligkeiten" von Frau Boneberger vom sozialpsychiatrischen Dienst Arkade e.V. Leutkirch und die anschliessenden Diskussionsrunden. (Im Bild rechts Heinrich Stauß bei seiner Festrede)

 

 

Im Jahre 2002 stellte der damalige Hauptamtsleiter Jürgen Schumacher gemeinsam mit einem fünfköpfigen Vorbereitungsteam erste Überlegungen zur Gründung eines Stadtseniorenrates an. Grundlagen dieser Überlegungen waren: Nur mit dem Engagement von BürgerInnen ist der demografische Wandel positiv zu gestalten, Seniorinnen und Senioren sind bereit ihre Kompetenzen und Erfahrungen für das Gemeinwohl einzusetzen und an der Gestaltung von Gesellschaft und Politik mit zu wirken.

Der Stadtseniorenrat sieht sich als Mittler, um zu verhindern, daß Lebenschancen der Ältere gegen die Zukunftschancen der Jüngeren ausgespielt werden. Er sieht sich als Partner der Kommunalpolitik in Seniorenfragen insbesondere in den Bereichen Sozialwesen und Gesundheit, Stadtentwicklung und Verkehr, sowie bei Bildung und Kultur. Im Mai 2003 wurde der Stadtseniorenrat gegündet. Ihm gehören heute neben vier Vorstandsmitgliedern 17 Vertreter von Altentreffs, Selbsthilfegruppen, Krankenpflegevereine, Nachbarschaftshilfen und Institutionen der Altenhilfe. Vertreten in dem Gremium sind Seniorentreffs der Ortschaften und der Stadt, Krankenpflgevereine und Nachbarschaftshilfen sowie der Altenhilfen an. Grundlage des Altenhilfeplanes waren die Auswertung eines Fragebogens.

Umgesetzte Anregungen des Stadtseniorenrates sind u.a. die gemeinsam mit dem Landes- und Kreisseniorenrates erarbeitete Patientenverfügung, die „nette Toilette", Absenkung von Gehwegen und das „Windel-Willi-Projekt". Der Stadtseniorenrat war 2007 Mitbegründer des Bürgernetzwerkes „Rat und Tat" Auch am „Herz und Gemüt" Projekt ist der Stadtseniorenrat beteiligt. Wie vorbildlich die Arbeit und das Engagement des Rates und der Netzwerke in der Großgemeinde sind verdeutlichte Heinrich Stauß in seiner Rede zum Jubiläum am Beispiel eines Gemeinderates aus dem Raum Frankfurt. Dieser wurde auf diese Form der Seniorenmitbestimmung aufmerksam, machte sich vor Ort ein Bild und war begeistert vom Engagement und der geleisteten Arbeit des Gremiums und der Netzwerke.

Die Referentin des Vortrages „Umgang mit psychisch erkrankten Menschen und deren Auffälligkeiten" , Frau Boneberger eröffnete ihren Vortrag mit durchaus besorgniserregenden Zahlen: Jeder dritte der 18-70jährigen leidet bei uns an einer psychischen Erkrankung, und das mit zunehmender Tendenz. 11% befinden sich in ambulanter Behandlung. Rund 5% sind alkohol- bzw medikamentenabhängig. 5% der Versicherten sind im Durchschnitt pro Jahr 34 Tage arbeitsunfähig geschrieben. 10000 Menschen sterben jährlich durch Suizid, pro Suizid sind zwischen 6 und 23 Menschen betroffen, alle 53 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch durch Selbsttötung. Symptome wie Schlafstörung und Rückenschmerzen wurden früher oft als rein körperlich diagnostiziert, die psychische Störung wurde dadurch übertüncht. Die Zahl der Fälle von Arbeitsunfähigkeit und Erkrankungen am Arbeitsplatz habe sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt.Die Referentin ging auch auf die Ausgrenzung und Stigmatisierung von Geistigbehinderten und psychisch Erkrankten in unserer Gesellschaft ein.

Nach dem Impulsvortrag wurde das Gehörte und weitere Themen in verschiedenen Tischgruppen mit Vertretern von Selbsthilfegruppen, Patientenfürsprechern, den Seelsorgern Pfarrerin Vollmer und Diakon Rosenthal u.a., vertieft.

Bericht und Bilder von Uli Gresser

 

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