Riss
Bad Wurzach
- Erik Riss ist Langbahn-Weltmeister. Mit einem zweiten Platz im vierten Grand Prix in Mühldorf sicherte er sich der 19-Jährige Allgäuer den Titel


Mit einem fulminanten WM-Finale schaffte Erik Riss vom AMC Memmingen am vergangenen Sonntag endgültig die Sensation. Der 19-jährige Motorsportler, der 2014 erstmals überhaupt in den Reihen der 15 weltbesten Langbahnsportler stand, holte sich den Weltmeisterschaftstitel. Fünf Jahre nach dem letzten Titelgewinn seines Vaters Gerd brachte Erik Riss nach einer vier Jahre währenden Ära des Finnen Joonas Kylmäkorpi damit die WM-Krone wieder zurück nach Deutschland.

Siege hat Erik Riss in der laufenden Saison schon einige eingefahren. Immerhin wurde der 19-Jährige in seinem erst zweiten, internationalen Jahr Deutscher Langbahnmeister und war kurz darauf die Säule des Erfolgs beim siebten Team-WM-Gold der deutschen Nationalmannschaft. Nun aber galt es beim WM-Finale in Mühldorf eine ganz besondere Bewährungsprobe zu überstehen. Jannick de Jong (NL) 56 WM-Zähler, Mathieu Trésarrieu, 54, Riss 51 lauteten die Hürden. Hinter dem WM-Führungs-Trio lauerten der Brite Richard Hall (48) und der Skandinavier und amtierende Weltmeister Joonas Kylmäkorpi (43).

„Ich will Weltmeister werden", hatte Erik Riss nach den beiden ersten Grand Prix gesagt. Zwei dritte Plätze und Gesamtrang zwei standen zu dieser Zeit in der Bilanz. Dann aber folgte der Grand Prix von Morizes. Erstmals in der laufenden WM-Saison schaffte es der Sohn von Rekord-Weltmeister Gerd Riss nicht in den Finallauf der besten fünf und vergab wertvolle Punkte. „Ich war einfach zu verbissen", sagte Erik Riss nach Grand Prix Nummer drei. Fünf Punkte trennten ihn vom Führenden, drei von Platz zwei.

In Mühldorf war zumindest von Verbissenheit keine Spur. „Nervosität war natürlich dabei" gestand der WM-Rookie. Zumindest zu Beginn. Und: Zumal es gleich im ersten Vorlauf zu einem irregulären Start kam und Riss eine Verwarnung kassierte. Fünf Mal traf Erik Riss im Laufe des Rennens auf Jannick de Jong. Vorlauf Nummer eins blieb schließlich der einzige, in dem Riss das Nachsehen hatte. Was danach folgte, war an Spannung für die 5000 Zuschauer kaum zu überbieten: Riss fuhr von Sieg zu Sieg. De Jong und auch Mathieu Trésarrieu strauchelten. Und: Riss blieb ruhig und nach eigener Aussage „entspannt". Nach dem vierten Vorlauf hatten er und de Jong 66 Zähler auf dem Punktekonto, nach Ende der Vorläufe führte Riss mit einem Punkt Vorsprung die WM-Tabelle an. Das Halbfinale – abermals gegen de Jong – gewann der Allgäuer souverän. Aber noch konnte der Endlauf über Gold und Silber entscheiden.

Riss erwischte einen guten Start. Kurz sah es nach Führung aus. Doch dann kam Kylmäkorpi. Der in diesem Jahr mit schwedischer Lizenz startende Finne zog auf und davon. Hinter Riss hatte sich der mit Wildcard ausgestattete Martin Smolinski eingereiht. De Jong wurde Letzter. „Ich war einfach nicht schnell genug heute", erklärte de Jong, der zu Riss' ersten Gratulanten überhaupt gehörte und den Erfolg des 19-Jährigen neidlos und mit einem Schmunzeln anerkannte: „Ich habe einen Riesenrespekt vor diesem kleinen Jungen da!"

„Das ganze Rennen über habe ich versucht, auszublenden, um was es geht", sagte ein strahlender Erik Riss auf dem Siegespodest: „Ich wollte mein eigenes Rennen fahren, von Lauf zu Lauf denken, mich auf mich und nicht auf andere konzentrieren." Der Plan ging auf, der WM-Titel war Lohn der Mühen: „Ich kann das noch gar nicht so richtig begreifen!"

Ergebnis Langbahn-GP Mühldorf/D:
Finallauf: 1. Joonas Kylmäkorpi, 2. Erik Riss, 3. Martin Smolinski, 4. Richard Hall, 5. Jannick de Jong
GP-Platzierung: 1. Joonas Kylmäkorpi (S), 23 Punkte, 2. Erik Riss (D), 26, 3. Martin Smolinski (D), 20, 4. Richard Hall (GB), 17, 5. Jannick de Jong (NL), 16, 6. Stephan Katt (D), 14, 7. Andrew Appleton (GB), 10, 8. Glen Phillips (GB), 10, 9. Mathieu Trésarrieu (F), 10. 10. Stéphane Trésarrieu (F), 8, 11. Dirk Fabriek (NL), 7, 12. Jörg Tebbe (D), 6, 13. Matthias Kröger (D), 5, 14. David Howe (GB), 4, 15. Josef Franc (CZ), 2.

WM-Endstand nach 4 Läufen: 1. Erik Riss (D), 77 Punkte, 2. Jannick de Jong (NL), 72. 3. Joonas Kylmäkorpi (S), 66, 4. Richard Hall (GB), 65, 5. Mathieu Trésarrieu (F) 64, 6. Stephan Katt (D), 52, 7. Stéphane Trésarrieu (F), 44, 8. Dirk Fabriek (NL), 40. 9. Jörg Tebbe (D), 35, 10. Josef Franc (CZ), 32, 11. Theo Pijper (NL), 31, 12. David Howe (GB), 29, 13. Andrew Appleton (GB), 28, 14. Martin Smolinski (D), 20, 15. Cameron Woodward (AUS), 12, 16. Aki Pekka Mustonen (FIN), 12, 17. Richard Speiser (D), 12, 18. Glen Phillips (GB), 10, 19. Matthias Kröger (D), 8, 20. Bernd Diener (D), 5.

 

IMG 6525

 

IMG 6569

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.