Bad Wurzach - Christian Hörmann von der Agentur CIMA stellte im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Handels- und Gewerbevereins Bad Wurzach (HGV) den Maßnahmenkatalog für das Stadtmarketingkonzept vor, das der HGV gemeinsam mit der Stadtverwaltung zur Zeit aufstellt.

Der Vorsitzende des HGV, Karl-Heinz Buschle, konnte 44 Mitglieder des 235  Mitglieder zählenden Vereines bei der diesjährigen Hauptversammlung im Kurhaus begrüßen. In seinem Jahresbericht ging er noch einmal auf die gemeinsamen Veranstaltungen des Vereines, Fit-Fun-Shopping Tag, Langer Einkaufsabend, Stadtfest, Verkaufsoffene Sonntage und Weihnachtsmarkt im Jahr 2013 ein.
Kassier Ivan Baic konnte den Mitgliedern ein positives Jahresergebnis präsentieren. Die Kassenprüfer Alexander Rast und Monika Westermayer bescheinigten dem Kassier ein saubere Kassenführung, sodaß der – einstimmig erfolgten – Entlastung von Kassier und Vorstand nichts mehr im Wege stand.

Nach dem bisherigen Rhythmus hätte 2013 eigentlich wieder eine Leistungsschau durchgeführt werden sollen. Nach dem der Erfolg der Schau 2008 aus verschiedenen Gründen nicht  den Erwartungen entsprach, habe man sich bei deren Analyse gefragt, ob diese Schau als Plattform für Handwerk und Dienstleister noch zeitgemäss sei, erklärte Vorstand Karl-Heinz Buschle bei seiner Einleitung zum sechsten Tagesordnungspunkt  „Handwerkermeile“.  Bei den Mitgliedern war die einhellige Meinung, 2013 keine Leistungsschau mehr durch zu führen. Stattdessen wurde 2011 die Handwerkermeile am Fit-Fun-Shopping Tag aus der Taufe gehoben, bei der sich die Betriebe ohne großen Aufwand präsentieren konnten. Da aber das Interesse von Jahr zu Jahr abnahm, wurde sie 2014 nicht mehr durchgeführt. Der Vorstand appellierte an die Betriebe, auch wenn man an diesem Tag direkt nichts verkaufe, die Chance zu nutzen, sich in Zeiten eines immer ausgeprägteren Fachkräftemangels als Arbeitgeber oder Ausbildungsbetrieb zu präsentieren. Man werde dazu im Herbst die Handwerker explizit zu einer Gesprächsrunde einladen um mit ihnen zu diskutieren. Alexander Rast fand die Plattform und den Grundgedanken dahinter „nicht so schlecht“.

Zum Abschluss der Tagesordnung gab Buschle noch die Termine der anstehenden Veranstaltungen bekannt: 30./31. August Stadfest, 12. Oktober verkaufsoffener Sonntag, mit dem Jubiläum „100 Jahre DRK Bad Wurzach“ und 29./30. Weihnachtsmarkt. Dagmar Fimpel, die gemeinsam mit Sybille Schleweck für den Weihnachtsmarkt verantwortlich zeichnet, konnte als Bilanz des letztjährigen Beschlusses, Weihnachtsbäume nur noch in der Innenstadt zu verteilen, eine Einsparung von rund 1000 € vermelden. Sybille Schleweck wiederum war mit der Verlegung des Künstlermarktes in den dritten Stock des Hl. Geist Stiftes unglücklich. Alternativen dazu wäre eine Verlegung etwa zum Kurhaus oder ins Naturschutzzentrum oder ihn ganz abzuschaffen. Für die Kinder-Kreativ-Werkstatt habe man per E-mail Handwerker gesucht, aber nicht einmal Absagen erhalten, was sie sehr enttäuscht habe.

Jörg Vogler bemängelte, dass beim Langen Einkaufsabend ein Stand Getränke kostenlos abgab und damit die Verkaufsstände, für deren Betrieb der HGV noch Vereine sucht, kaum noch etwas verkaufen konnten. Jaqueline Franke-Lang die den - erfolgreichen - Bandcontest am langen Einkaufsabend verantwortet, beklagte sich darüber daß die Bands teilweise gegen zu laute Musik aus der Dose, ankämpfen mussten. Dieses und die Beschwerden der Nachbarschaft sei kontraproduktiv. Organisationsleiter Klaus Michelberger, versprach eine bessere Koordination, meinte aber auch, man sei damit schon auf dem richtigen Weg.

Buschle dankte zum Abschluss der offiziellen Tagesordnung allen für die Veranstaltungen zuständigen Verantwortlichen, ehe Christian Hörmann von CIMA den für das Stadtmarketingkonzept erarbeiteten Massnahmenkatalog der Versammlung vorstellte.

Es gebe keinen Ideenmangel, vielmehr müsse man schauen wer „die Ideen aufs Gleis setzt“. Die Ehrenamtlichen des HGV arbeiteten „am Anschlag“, da stelle sich die Frage nach einer Hauptamtlichen Stelle und wie diese finanziert werden könne. Die Lenkungsgruppe im HGV habe den Massnahmenkatalog für das 2012 beschlossene Konzept verabschiedet, der bei seiner Sitzung am 30. Juli vom Gemeinderat abgesegnet werden soll. Von rund 200 vorgeschlagenen Massnahmen habe man den Katalog auf 12 kurz- bis langfristig realisierbare Massnahmen heruntergebrochen. Er kritisierte, dass den verschiedenen Marketing-Massnahmen von HGV und Stadt, die Verbindung, das Dach und damit die Aussenwirkung fehle. Man müsse zeigen, was einen verbindet, sich als klare Gemeinschaft präsentieren. Die Schnittstellen zur Stadt seien sehr personenbezogen.Für 2014 könne man vielleicht eine bis zwei der vorgeschlagenen Massnahmen realisieren. Hörmann sieht den Katalog als eine Art Kochbuch, das die Dinge formuliert, jetzt gehe die Arbeit los, denn „die Gerichte kochen sich nicht von alleine.“

Der vorgeschlagene Katalog sieht im Bereich Organisation/Marketing/ Kommunikation die Einrichtung einer  Strategiegruppe und die eventuelle Berufung eines Stadtmanagers vor. Ein Logo und ein Claim sollen mittel- bis langfristig entwickelt werden.

Im zweiten Handlungsfeld Angebot sieht der Katalog eine Serviceoffensive des Einzelhandels, kostenlose W-LAN Hotspots, den Lückenschluss im Radwegenetz die Überarbeitung der Ladenöffnungszeiten,  das Mittagstischangebot der Gastronomie sowie das führen eines zentralen Veranstaltungskalenders vor.

Im Handlungsfeld Stadtbild/Atmosphäre steht langfristig die Erarbeitung eines Beleuchtungskonzept („Bad Wurzach leuchtet“) sowie mittelfristig die Wiedereinführung des Kultursommers sowie die Begrünung und Möblierung des öffentlichen Raumes an. Im dritten Handlungsfeld Identität/Image/Ortsteile soll kurzfristig ein Willkommenspaket für Neubürger geschnürt werden.

Wolfgang Weiss fragte in der anschliessenden Diskussion nach den Kosten und wer für die Bezahlung des City-Managers zuständig sein wird. Hörmann ging bei einer Vollzeitstelle von mindestens 40.000€ , bei einer halben Stelle von etwa 25.000€ aus, meinte aber auch, das die Diskussion über Geld immer ein Totschlagargument sei. Wenn man so etwas mache, müsse das bisherige Ehrenamt beibehalten werden, es dürfe kein Zurücklehnen geben, sonst scheitere die Initiative.

Der inzwischen von einem anderen Termin dazugestossene Bürgermeister Roland Bürkle bevorzugte zu diesem Thema eine interne Lösung bei der Stadt. Für solche Aufgaben habe man bei einer Person in der Verwaltung bereits 20 % freigeschaufelt. Vor der  Stadtratempfehlung gebe es drei Fragen zu klären: Wo setze man Prioritäten, wer habe die Hauptverantwortung und sei für die Finanzierung verantwortlich sowie die Berechnung der Kosten. Bei der technischen Ausstattung des Rosengartens prüfe man die Möglichkeit eines freien W-LAN und auch bei der Planung für die Aussenlagen gebe es Überlegungen für ein Beleuchtungskonzept. Einen zentralen Veranstaltungskalender gebe es bereits im Internet, allerdings stellte er bei den Meldungen noch ein Kommunikationsproblem fest, hier müsste man die handelnden Personen zusammenbringen.

Die Frage, wie es nach dem Gemeinderatsbeschluss weitergehe, beantwortete Hörmann dahingehend: Die Arbeit von CIMA sei damit abgeschlossen. Er könne sich jedoch eine Coaching Funktion vorstellen. Im Übrigen sehe er die Kommunikation mit der  Stadt als positives Zeichen.

Text: Ulrich Gresser

 

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