Landkreis-RavensburgLandkreis Ravensburg - Der Borkenkäfer geht in die nächste Runde. Aufgrund des anhaltend trocken-warmen Wetters wächst die zweite Generation schnell heran und führt zu einem rasanten Anstieg der Käferzahlen. Nur wenn jetzt aufmerksam beobachtet und auf den Befall schnell reagiert wird, kann diese Entwicklung verhindert werden.

 

Der sogenannte Buchdrucker ist der Borkenkäfer, der unsere Fichtenwälder besonders bedroht. Erste Jungkäfer sind bereits Anfang Juni ausgeflogen und legen jetzt ihre neuen Bruten an. Diese können sich bei der jetzigen Witterung innerhalb von sechs Wochen zum fertigen Käfer entwickeln. Das macht ein schnelles Erkennen und ebenso schnelles Handeln erforderlich, um der bestehenden Gefahr einer Massenvermehrung entgegenzuwirken.

borkenkaeferEntscheidend für den Erfolg bei der Eindämmung der Borkenkäfervermehrung ist die konsequente Mitwirkung aller Waldbesitzer. Das Forstamt appelliert deshalb an die Privatwaldbesitzer, weiterhin kontinuierlich und konsequent ihre Wälder zu beobachten und auf erste Befallsanzeichen zu achten.

Bei trockener Witterung sind die befallenen Bäume gut durch braunes Bohrmehl auf Rindenschuppen, auf Spinnweben oder der Begleitvegetation am Stammfuß zu erkennen. Ein weiteres Merkmal sind die „Spechtspiegel" am Kronenansatz. Diese treten als helle Stellen auf der Rinde hervor und entstehen, wenn der Specht auf der Suche nach den Borkenkäfern oder den Larven Rindenstücke abhackt. Ein Fernglas leistet bei der Erkennung gute Dienste. Meist weisen auch eine leichte Rötung im unteren Kronenbereich sowie bei genauem Hinsehen Harztröpfchen und die Einbohrlöcher der Käfer am Stamm auf den Befall hin.

Rasches Fällen und Aufarbeiten der Bäume ist notwendig. Entscheidend ist aber auch, dass die weitere Entwicklung der Borkenkäfer-Larven gestoppt wird und die Käfer nicht ausfliegen und weitere Fichten befallen können. Dies kann erreicht werden durch:

• Entrinden und Verbrennen der Rinde. Bei geringem Anfall ist die Entrindung von Hand mit dem Schäleisen vor Ort die einfachste und schnellste Lösung.

• Schnelle Abfuhr in ungefährdete Bereiche: zum Abnehmer oder mindestens 500m außerhalb des Waldes.

• Als letztes Mittel: Insektizideinsatz, Spritzen der Holzpolter mit einem zugelassenen Insektizid.

Wird ein Befall in Nachbarbeständen festgestellt, sollte dieses dem Waldbesitzer umgehend mitgeteilt werden – auch zum Schutz des eigenen Waldes.

Wer jetzt handelt, verhindert, dass sich die Situation im nächsten Jahr weiter verschärft. Versäumnisse in diesem Jahr können in den Folgejahren nicht mehr wieder aufgeholt werden.
Ist der Waldbesitzer nicht in der Lage, die Arbeiten eigenständig auszuführen, bieten das Forstamt und die zuständigen Revierleiter ihre kompetente Unterstützung an. Diese umfasst die Planung der notwendigen Arbeiten, den Einsatz von Waldarbeitern gegen Kostenersatz und den Verkauf des Holzes.

Wenden sie sich mit Ihren Anfragen möglichst zeitnah an den zuständigen Forstrevierleiter (oder an das Forstamt Ravensburg, Tel: 0751/85-6210 oder an die Forstamtsaußenstelle Leutkirch, Tel: 07561/9820-6310).

Informationen auch im Infobrief der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg unter: www.fva-bw.de/publikationen/wsinfo/wsinfo2014_03.pdf.

Pressemitteilung Landratsamt Ravensburg

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