Bad Wurzach - Bitte um Rückstellung der Gemeinderatsentscheidung zum Antrag der WRS auf Zustimmung zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule.

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Bürkle,

bei seiner zweiten Zusammenkunft im laufenden Schuljahr am 26.05.2014 hat der GEB eine Zusammenschau aus Elternvertretersicht zum Stand der Diskussion in der regionalen Schulentwicklung für Bad Wurzach diskutiert.

Von 23 Mitgliedern des Gremiums waren 15 anwesend, ergänzt durch den geschäftsführenden Schulleiter, Herrn Herbert Sgier. Vorausgegangen ist ein Informationsblock durch den LEB-Vertreter für die Grundschulen im Regierungsbezirk Tübingen der letzten Amtsperiode des Landeselternbeirates, Herrn Stephan Ertle / Leutkirch, der die Anwesenden über die aktuellen politischen Rahmenbedingungen und Entwicklungen aus Landeselternvertretersicht umfassend informiert hat.

Das Gremium entschloss sich nach engagierter Diskussion mit deutlicher Mehrheit (14 Ja-Stimmen, bei einer Enthaltung) dafür, an die Stadt heranzutreten mit der Bitte, zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Gemeinderatsentscheidung zum Antrag der WRS Bad Wurzach auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule herbeizuführen mit folgender Begründung:

• Wie der AK regionale Schulentwicklung, sieht auch der GEB zum jetzigen Zeitpunkt keine Eile, eine solche Entscheidung herbeizuführen, da die Antragsfrist für das nächste mögliche Schuljahr bereits nicht mehr zu halten ist.

• Die bisherige öffentliche Diskussion zur Gemeinschaftsschule war in unserer Wahrnehmung deutlich überschattet durch das Thema Ganztagesbetreuung, missachtend, dass bereits im Januar 2014 eine politische Einigung im Grundschulbereich zur Einführung der flächendeckenden Ganztagesschule bis 2020 erfolgt ist. Dies ist der öffentlichen Wahrnehmung offensichtlich entgangen. Was inhaltlich die Gemeinschaftsschule im Gegensatz zu den konventionellen Schultypen bieten kann, hat im Arbeitskreis und auch bei der öffentlichen Informationsveranstaltung zu wenig Raum eingenommen, als dass wir uns eindeutig für oder gegen eine GMS positionieren könnten (für Gemeinderäte dürfte das noch weit mehr zutreffen).

• Der vom Arbeitskreis empfohlene Ausbau der Kooperation der Bad Wurzacher weiterführenden Schulen untereinander als Ausweg ist für uns Elternvertreter inhaltlich zum jetzigen Zeitpunkt zu wenig konkret gefasst, um als Alternative zu taugen. Hier erwarten wir eine inhaltliche Diskussion der Problemfelder mit Erarbeitung von Lösungsvorschlägen, die von den jeweiligen Schulgremien auch schulrechtlich belastbar erarbeitet werden.

• Die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule, die dem Anspruch dieser Schulart auf Dauer auch gerecht werden könnte, ist aus unserer Sicht nur sinnvoll, wenn sich in unserer Stadt die Werkrealschule und die Realschule gemeinsam zu einer Konzeption bereit finden. Ansonsten handelt es sich lediglich um eine Umetikettierung der bestehenden Werkrealschule. Aus diesem Grund besteht ein großes Bedürfnis im Gremium, sich mit diesen beiden Schulleitungen in dieser Frage in naher Zukunft auszutauschen, um gemeinsam zu erörtern, was Bad Wurzacher Familien in schulischer Hinsicht brauchen und was auch nicht.

• Um die potentielle Einrichtung einer Gemeinschaftsschule ernsthaft zu diskutieren fehlt unseres Wissens eine Kalkulation über die finanzielle Belastung für den Schulträger durch ggf. notwendige Umbauten und Ergänzungen.

Der GEB wird noch in diesem Schuljahr an die Schulleitungen der Realschule und der Werkrealschule herantreten, um in der Frage einer eventuellen gemeinsamen Konzeption einer GMS zusammenzukommen.

Wir hoffen wie immer auf Ihr offenes Ohr und das Interesse an konstruktiven gemeinsamen Lösungen. Wir Eltern sind angewiesen auf engagierte Pädagogen, die auch künftig noch mit Freude und Elan mit unseren Kindern arbeiten wollen, egal in welcher Schulstruktur und sehen die Gefahr des Aufreißens von Gräben. Das möchten wir bei diesen schwierigen Fragen der Organisation von guter Bildung unter dem Vorzeichen des demografischen Wandels (für den wir Eltern am wenigsten Verantwortung tragen) unbedingt vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen

Christiane Vincon-Westermayer / Dr. Brigitte Reuther / Dr. Georgine Holzmüller / Gisela Brodd
WRS Bad Wurzach                       Salvatorkolleg           Realschule                      GS Dietmanns

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