bild9395Bad Wurzach - Mit einem historischen Handwerkermarkt mit 19 Ausstellern, den meisten aus Bad Wurzach und Umgebung, feiert das Uhren- und Schmuckfachgeschäft  Westermayer in der Marktstrasse 20 am verkaufsoffenen Sonntag am 13.10.2013 sein 125jähriges Bestehen. Weiteres Highlight wird die offizielle Einweihung des peu á peu erweiterten Uhrmachermuseums.

Foto: Monika und Martin Westermayer inmitten ihrer Schätze

Im Jahre 1888 gründete Christian Westermayer, der Urgroßvater des derzeitigen Inhabers, in der Schlossstrasse in einer ehemaligen Wirtschaft das Uhrmachergeschäft. 1936 wurde von dessen Sohn Max das Geschäft um eine Optikabteilung erweitert.

1967 übernahm der Enkel des Firmengründers, Max Westermayer als gelernter Uhrmacher- und Optikermeister das Unternehmen. Schnell wurden die Räumlichkeiten in der Schlossstrasse für das prosperierende Unternehmen zu eng, so dass man bereits  1978  an den jetzigen Standort in der Marktstrasse umzog.

1995 übernahm Uhrmacher- und Goldschmiedemeister Martin Westermayer gemeinsam mit seiner Frau Monika das Uhren- und Schmuckgeschäft. Und weil Spezialisten wie er heutzutage sehr rar geworden sind, machte er sich schnell als der „Uhrenflüsterer“ einen Namen. Denn die Reparatur- bzw. Renovation alter, historischer Uhren nimmt neben dem Tagesgeschäft einen Großteil seiner Arbeitszeit in Anspruch.

Doch die Uhrmacherkunst ist für ihn nicht nur Beruf, sondern auch Berufung: Seit dem Jahr 2000, als der damalige Leiter des Bauernhofmuseums Wolfegg, Jürgen Fiesel,  ihn zum ersten mal zu einem historischen Handwerkermarkt nach Möhringen am Bussen einlud, wurde schnell bekannt dass man „beim Westermayer“ seine alten Schätze „wieder in Gang gebracht“ bekommt.

Und weil seine Frau Monika die Begeisterung für seine „Berufung“ teilt, war schnell die Idee für ein kleines Uhrmachermuseum im Ladengeschäft geboren. Darin werden historische Uhren, aber auch die dazugehörigen Uhrmacherwerkzeuge gezeigt. Die Führungen jeweils am Mittwochnachmittag macht Monika Westermayer, die zu vielen Stücken besondere Geschichten erzählen kann. Mittlerweile nimmt das Museum ein Drittel der Ladenfläche ein. So lag es nahe, zum Jubiläum einen historischen Handwerkermarkt mit anderen traditionellen Handwerkskünsten zu organisieren.

„Positiv überrascht“ zeigten sich Westermayers dabei, daß viele Wurzacher Handwerker, mehr als die Hälfte der Handwerker kommt aus der Grossgemeinde, spontan ihre Teilnahme zusagten. Und so wird sich in der bewusst als „Marktstrasse“ ausgewählten schmalen Bürgerstrasse ein reges Marktreiben mit Buchbinder, Büchsenmacher, Kunstschmied, Raumausstatter, Besenbinder, Korbmacher, Sattler, Schuhmacher, Imker, Müller, Käser, Kaminkehrer/Ofensetzer, Fliesenleger, Maurer, Zimmerer, Schreiner Holzblasinstrumentebauer entwickeln.

Ergänzt wird der historische Markt durch eine echte Rarität: Ein Fahrradkarussell.

Um die Zukunft des Geschäftes brauchen sich Monika und Martin Westermayer im übrigen keine Gedanken machen. Tochter Svenja wird später einmal den elterlichen Betrieb übernehmen, denn auch sie hat bereits den Uhrmachermeistertitel in der Tasche.

Foto und Bericht: Ulrich Gresser

 

 

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.