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Bad Wurzach - Nachdem das erste Ortsschild „Staatlich anerkanntes Moorheilbad Bad Wurzach“ bei der Hallenbadbaustelle von Bauhofmitarbeitern installiert worden war, betonte Fritz Link, der Präsident des Heilbäderverbandes Baden-Württemberg, der extra dafür angereist war, im Kurhaus vor Gemeinderäten und Ortsvorstehern die Wichtigkeit dieser Initiative seines Verbandes.

 

Seit dem 1. Februar dürfen bisher 38 höher prädikatisierte Heilbäder in Baden-Württemberg sich mit dem Titel „Staatlich anerkannt“ auf den Ortsschildern schmücken.

Ziemlich genau vor zwei Jahren habe sein Verband diese Initiative angeschoben, berichtet Fritz Link der illustren Runde aus Bürgermeisterin Scherer, Verwaltungsdezernent Högerle, BWI Leiterin Johanne Gaipl, Ortsvorstehern und Gemeinderäten. Dass dies nun pünktlich zum 50. Geburtstag des Verbandes möglich wurde, erfreut den Präsidenten natürlich besonders. Dieser staunte nicht schlecht, als ihm Bürgermeisterin Alexandra Scherer eröffnete, dass Bad Wurzach, das sich als einziges Moorheilbad in Baden-Württemberg mit diesem Titel schmücken darf, in diesem Jahr sogar sein 70jähriges Jubiläum feiern wird.

 

Fritz Link berichtete darüber, wie viele bürokratische Hürden und wie viele Gespräche im Landtag dafür erforderlich waren. Zunächst mussten mit einem Gutachten die Fraktionen des Landtages von der Wichtigkeit der Initiative überzeugt werden, die bisher sehr restriktive Handhabung der Ortsschildregelung zu lockern. Bisher durften nur Universitätsstädte und die Landeshauptstadt den Titel auf dem Ortsschild tragen, das ja Teil der Straßenverkehrsordnung ist. Es sei ein einmaliges und anspruchsvolles Verfahren mit regelmäßiger Überprüfung das hierfür entwickelt wurde. Der Titel sei ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das auch entsprechend kommuniziert werden müsse.

 

Nachdem auch das Ministerkabinett grünes Licht signalisiert habe, war der Weg frei für die Umsetzung. Am 10. Januar wurde dann von Innenminister Thomas Strobl in Stuttgart das Prädikat an Frank Högerle von der Stadtverwaltung Bad Wurzach überreicht. „Baden-Württemberg ist Bäderland.“ Denn das Land habe die höchste Anzahl an höherprädikatisierten Heilbädern, erläuterte Fritz Link, der derzeit dafür im ganzen Land unterwegs ist (von Bad Wurzach führte ihn sein Weg an diesem Tag noch nach Bad Rappenau).

 

Nirgendwo treffe der Dreiklang „Natur, Erholung, Gesundheit“ besser zu als in Bad Wurzach, ergänzte Bürgermeisterin Scherer. Mit der Modernisierung des Kurbetriebes werde Bad Wurzach zukunftsfähig aufgestellt sein. „Wir wollen die Strategie Leben und den Gesundheitsbetrieb mehr ins Bewusstsein rücken.“ Die Ortsschilder seien nämlich nicht nur für das Außenmarketing wichtig, sondern auch als Information für die Bürger, also das Innenmarketing. Wichtig sei auch dass die Orte sich mit der Prädikatisierung identifizieren. Bei 71 % der Auswahl des (Kur-)Ortes sei das Heilmittel entscheidend. „Heilbäder sind ein wichtiges Standbein des Tourismus. Sie machen rund 3,5 Mrd. Euro Bruttojahresumsatz. Und hat mit 80.000 nicht exportierbaren Arbeitsplätzen mehr Beschäftigte als die Autoindustrie.“

 

Für Bad Wurzach sieht Bürgermeisterin Scherer mit der Prädikatisierung eine Bestätigung der von der Modernisierung in den letzten Jahren geprägte Strategie der Stadt. „Der Kurbetrieb ist aus der Stadt nicht weg zudenken.“ Sie überreichte dem Heilbäderverbandspräsidenten zum Abschied eine Bad Wurzachtasche mit dem neuen Logo. Er bezeichnete dieses als sehr gelungen und zutreffend, ehe er sich auf den Weg in den Norden Baden-Württembergs machte.

 

 

Bericht und Bild: Ulrich Gresser

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