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Bad Wurzach - Der baden-württembergische Minister für Soziales und Integration, Manfred Lucha ließ es sich nicht nehmen, in Bad Wurzach dabei zu sein, als Jutta Pagel-Steidl, die Vorsitzende des Landesverbandes für Körper- und Mehrfachbehinderte die erste „Toilette für alle“ im Landkreis Ravensburg eröffnete. Bild: Jutta Pagel-Steidl, Corinna Mader und Manfred Lucha testeten den Lift und die Pflegeliege in der Toilette für alle.

 

 

Was ist eine Toilette für alle? Diese ursprünglich aus England stammende Einrichtung – dort gibt es rund 1000 davon und für sie ist dort als „Changing Places“ sogar Pflicht – ist viel größer und umfasst eine weit über übliche Behinderten WC´s hinausgehende Ausstattung. Dazu zählt etwa eine höhenverstellbare Pflegeliege, ein Lift um den Benutzer sicher vom Rollstuhl z.B. zum Windelwechsel auf die Liege zu transportieren, sowie ein luftdicht verschließbarer Windeleimer.

 

Klaus Schütt, stellvertretender Bürgermeister übernahm seitens der Stadt die Begrüßung der Gäste. Unter ihnen war auch Corinna Mader, von der EUTB-Stelle Weingarten (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) und Vorstandsmitglied der Hilfe für Körper- und Mehrfachbehinderte Weingarten, die als Betroffene nach der kleinen Präsentation gerne von ihren Erfahrungen mit dieser neuen Einrichtung berichtete. Schütt betonte die Einzigartigkeit dieser Einrichtung im Landkreis, welche die Lebensqualität für Menschen mit komplexen Behinderungen sehr steigere.

 

Den Ravensburger Manfred Lucha fuchste es in seinem Grußwort natürlich, dass die erste „Toilette für alle“ des Landkreises nun in Bad Wurzach eröffnet wurde – er  hätte sie gerne in der Kreisstadt gesehen. Aber in Bad Wurzach gefalle ihm besonders, wie der Dreiklang Ökologie, Gesellschaft und Soziales miteinander vereinbart sei. Dies sei nun ein tolles Zeichen für den Landkreis,  der über die Kirchen schon eine lange soziale Tradition habe.

 

Jutta Pagel-Steidl  erläuterte den Anwesenden, darunter  Stefanie Lacher von der Hospizgruppe Bad Wurzach und Hedwig Forderer vom VdK Bad Wurzach, die Wichtigkeit dieser Toilette für alle.  Damit könnten so menschenunwürdige Situationen wie Windelwechsel auf Parkplätzen oder der Rückbank von Autos vermieden werden. „Was nützt der beste finanzielle Zuschuss (die Maßnahme in Bad Wurzach wurde vom Land mit 90% bezuschusst), wenn es dann vor Ort keinen gibt, der sich darum kümmert.“ Die jetzt in Bad Wurzach eröffnete ist die 53. in Baden Württemberg, worauf sie zu recht stolz sei. „Das hat uns niemand zugetraut als wir 2015 damit angefangen haben.“ Nach einem zähen Beginn sei die Geschichte jetzt richtig ins Rollen gekommen, Bad Wurzach sei bereits die dritte, die sie in dieser Woche eröffnen durfte. 

Gemeinsam mit dem Sozialminister und mit Corinna Mader als „Modell“ präsentierte sie im Anschluss vor Ort den Lift und die Pflegeliege, die von jedermann bedient werden könnten. Corinna Mader bestätigte, dass der Transfer von ihrem Rollstuhl auf die Liege sehr bequem abgelaufen sei.

Klaus Schütt versprach, sich dafür einzusetzen, die „Toilette für alle“ mit in Werbemaßnahmen z.B. für Veranstaltungen wie das Stadtfest aufzunehmen.

 

 

Bericht und Bilder. Ulrich Gresser

 

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