Sonnenschirme05

Bad Wurzach (Kolumne) - Frei nach dem Motto „Der Berg kreißte und gebar eine Maus“ ist der Beschlussvorschlag zur Beschattung des Klosterplatzes 5 (fünf) Sonnenschirme anzuschaffen, vom Gemeinderat verschoben worden. Das Gremium hat sich nun zu einer Testphase entschlossen. Das Klima wartet nicht, die Geier noch weniger.

 

 

Die Gestaltung des Klosterplatzes bringt nicht die erste Überraschung und nicht das erste Versäumnis an den Tag. Mit der Feststellung, dass dieser Platz eigentlich bewirtschaftet gehört, wurden im Gemeinderat solch skurile Vorschläge diskutiert, bei denen Aldo sein Eis über die Achbrücke und das Café Hager seinen Kaffee über die Straße jonglieren sollte.

 

Der Ruf nach einer Beschattung des Klosterplatzes wurde kurz nach der Verabschiedungsveranstaltung von Bürgermeister a.D. Roland Bürkle laut. Die Sonne strahlte mit größter Freude auf die Köpfe der vielen dankbaren Bürger. Die Dankbarkeit wurde trotz oder gerade wegen tropischer Temperaturen und gnadenlosem Sonnenschein unterstützt und auch gemildert von, na was wohl, Freibier! Zur Versachlichung und Information. Solch ein kommunales Klosterplatzfest blüht uns frühestens wieder in 7 Jahren, eventuell in 15 Jahren.

 

Der Gemeinderat ersuchte dann für seine ausgeschöpfte Kreativität um Unterstützung aus der Wählerschaft. Die Bürger wurden im Frühjahr aufgefordert, Vorschläge zur Möblierung und Beschattung des Klosterplatzes zu unterbreiten.

 

Aus den teils göttlichen Eingebungen wurde von der Verwaltung dem Gemeinderat dann folgender Vorschlag unterbreitet: Anschaffung von fünf Sonnenschirmen, Preis 12.500 €, womit die Hälfte des vorgesehen Budgets von 25.000 € ausgeschöpft ist. Mit der gleichzeitigen Verlustplanung von 3,5 Mill. € für die Kurbetriebe sind die 25.000 € für die Klosterplatzbeschattung ein bemerkenswerter Kraftakt.

 

 

Nochmals göttlich, Gott sei Dank, haben Teile des Rates einen Test vorgeschlagen. Mit dem Aufstellen von zwei vorhandenen Sonnenschirmen auf dem Klosterplatz soll die Praktikabilität getestet werden. Entscheidende Frage, wieviele Leute passen unter einen Schirm. Für den Test ist dann einmal mehr die Bevölkerung gefordert. Bei weiteren fünf Sonnenschirmen ist allerdings der Schritt zur Einstellung eines Vollzeit-Schirmaufspanners nicht mehr weit. Der Klimawandel fordert nicht nur Opfer, er schafft auch die eine oder andere Stelle. Man muss nur lang genug warten können, sagte der eine Geier zum anderen.

 

Zum Artikel Anschaffung von fünf Sonnenschirmen

Wolfgang Weiß
derWURZACHEr

Karikatur Roland Mayer

 

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