28hillusBad Wurzach - Mit ihrem Programm „S‘ Ländle nauf! S’Ländle na!“ präsentierten Hillu Stoll & Franz Auber als „Hillus Herzdropfa“ im Kursaal, „Geschichten über Land und Leute auf der schwäbischen Alb!“ Da blieb kein Auge trocken, als sie mit unglaublichem Charme, ihrer erfrischenden Direktheit und einer feinen Dosis Bauernschläue ihre Älblerischen Mitbewohner skizzierten. Bild: Hillu alias Lena Schuadone äfft das Minenspiel des konzentrierten Beamten auf der Zulassungsstelle nach

 

Zum „Aufwärmen“ gab`s den Sketch mit den Lumpen, die einmal besondere Kleidungsstücke, waren und jetzt – weil Hillu und Partner ja sparsame Schwaben sind – nun als Putzlumpen noch prima ihren Zweck erfüllen. Sie: „Aus Stringtangas ka ma prima „Aufhenker“ machen.“ Er: „Bei deiner Konfektionsgröß´ gibt des sicher 15 Stück aus oim...“ Bei einem fast neuen CDU-Lappen rätselten sie: „Wia soll ma die Lumpa bloß aufhenka?“


Franz Auber bekam als Leiter des Justinger Recyclinghofes Besuch von Frau Berle (Hillu Stoll) , die mit den übrig gebliebenen Teilen ihres verstorbenen Ehemannes (Perücke, Gebiss und Bemsel – vom Weihwasserkessel auf dem Grab natürlich) dem Recyclinghofmeister ein ums andere Mal zu Schweißausbrüchen verhalf.


Immer für klasse Sprüche gut ist dabei Hillu: So rät sie ihrem Partner so nebenbei: „Viagra kleinklopfa und Schnupfa, weil sich im Alter dr Sex jo im Kopf abspielt.“ Oder als er sie fragt: „Was dätsch wenn i mir beim Aidäpfelhola firs Mittagessa Kellertrepp`nafalla ond mirs Gnick brecha dät?“ „Nudla kocha!“


Weil immer einer der beiden Protagonisten auf der Bühne steht, sind die Übergänge zwischen den einzelnen Sktechen fließend. Kaum ist Karl als bei den Älplern sehr beliebter „Heckensch...“ von Hillu als bärbeißige Hausfrau aus dem Haus gescheucht worden, taucht sie als Alma Immergrün (in entsprechendem Outfit) bei Karl als treusorgende Ehefrau des Stuttgarter, Reutlinger oder Esslinger (kurzform: Heckenscheisser) in der Küche auf. Sie suche ihren Gatten, der sei auf der Suche nach der Silberdistel, der Königin der Alb. Trockener Kommentar von Karl: „Jo dia hot er jetzt scho g´funda.“ In Gestalt seiner Frau, die – ihm wohlbekannt – Haare auf den Zähnen hatte. Weil diese ihren ungebetenen Gast zum „Schnetzagalgela“ wohl an einen Ast gehenkt und „Schnella“ gelassen habe, „wird ihr Gatte wohl vor Ihnen zu Hause sein.“


Das Erfolgsgeheimnis von Hillu´s Herzdropfa – der Kursaal war ausverkauft – liegt an ihrer bis fast zur Schmerzgrenze getriebenen „Kunst des Aneinandervorbeiredens“. Quasi Loriot und Eyelyn Hamann auf schwäbisch, auf die Spitze getrieben bei ihren Dialogen zwischen Älplern und den Unterländern.


Allein schon die Aufmachung von Karl als schrille joggende Freundin von Hillu war das Eintrittsgeld wert. Diese hatte der guten Hillu als Anreiz für sportliche Großtaten eine Personenwaage zum Geburtstag geschenkt. Dummerweise zeigte diese aber nicht nur die abgenommenen Pfunde an, sondern natürlich auch das Gegenteil. Weil Hillu als einzigen Sport nur „Ritter Sport“ kennt, war sie über dieses Geschenk natürlich „not amused“. „Auf den Liegadetektor stell I mi nemma Druff!“


Ganz pragmatisch geht Hillu mit dem „Fehlkauf“ ihres Sportdresses um: „Oimal in dr Woch kommt´s in d´Waschmaschi, noch hot´s au sei Bewegung.“ Beim Sketch vom Spleisa-Schorsch, dem Dialog zwischen Meister (Franz) und Lehrling (Hillu) kam so manches Geheimnis ans Licht, z.B.: „Dr Schorsch hot Holz im Kopf, des schaffet immer.“ Oder dass der Lehrling ohne Führerschein unterwegs ist: „Mei Praifer war an reahta Griffelspitzer bei dr Priafung. I bin wie a Raket´ nauf auf d´Autobah ond hon glei no dr erscht Goisterfahrer überholt. “ Wenn man krank sei, solle man doch keine Fahrprüfung abnehmen, meinte der Lehrling angesichts der Leichenblässe des Prüfers...


Mit dem legendären „Bulldogg-Amelda“ Sketch , bei dem Hillu die Beamten mit Schnaken verglich, „Kaum kommt a bizzle Licht in d´ Amtsstuba, sind se alle weg,“ wollten Hillu´s Herzdropfa nach ihrem zweistündigen Programm eigentlich von der Bühne abtreten. Doch heizte ihre Parodie auf schwäbische Amtsstuben, in der „Lena Schuadone“ kurzerhand den Schreibtisch eines „Amtsträgers“ im Landratsamt okkupierte, die Stimmung im Saal erst recht an.


Das Argument „Wir Beamten sind hier die Träger des Staates“ konterte Lena mit „Jo dräger goht´s it“, doch damit forderte sie den „Beamten“ Franz Auber erst richtig heraus. Im Verlauf von dessen Wutanfall konnte Hillu gleich noch beweisen, dass sie durchaus sportlich-akrobatische Fähigkeiten besitzt. Erst nach einer Zugabe war dann wirklich Schluss mit Hillus Herzdropfa. Aber natürlich nicht ohne auf ihren nächsten Auftritt im Kursaal hinzuweisen, der in ziemlich genau einem Jahr ihre Fans verzücken wird.




Bericht und Bilder Ulrich Gresser



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