gr2019

Bad Wurzach - Dem Vorschlag der Verwaltung, den Wochenmarkt auf den Klosterplatz zu verlegen, ist die große Mehrzeit des Gemeinderates nicht gefolgt. Bis auf vier Ja-Stimmen und einer Enthaltung stimmten 16 Gemeinderäte dagegen. Allen weiteren Abstimmungen zu einer neuen Marktsatzung und zur Erhebung bzw. Erhöhung von Marktgebühren wurde zugestimmt.

 

 

In einem sehr fundierten Vortrag legte die Leiterin des Amtes für Ordnung und Soziales die Beweggründe der angedachten Verlegung des Wochenmarktes auf den Klosterplatz vor. Angefangen Gestattungen und Anweisungen, von der Nutzung privaten Grundes, über wöchentliche Absperrungen durch den Bauhof bis zur Anbringung von Strom beim Standort Breite, würde vieles von diesen Leistungen auf dem Klosterplatz wegfallen. Umliegende Parkplätze sind, mit wenigen Ausnahmen, alles Privatparkplätze von Geschäften wie Edeka und Rewe, die genau genommen nicht für den Marktbesuch zur Verfügung stehen. Für sieben zusätzliche Anfragen von Marktbeschickern steht in der Breite kein Platz mehr zur Verfügung.

 

Die Marktbeschicker hatten sich im Vorfeld mit einem Brief gegen die Verlegung an die Verwaltung gewendet. Dieser Brief wurde zur Entscheidungsfindung von Bürgermeisterin Alexandra Scherer auch den Gemeinderäten zur Kenntnis weitergeleitet. Die Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereines Christiane Vincon-Westermayer sprach sich ebenfalls gegen eine Verlegung aus.

 

„Den Klosterplatz mit Leben zu füllen ist Zielsetzung mit der Verlegung des Wochenmarktes!“, so Bürgermeisterin Scherer. Die Belebung des Kurhauses, die Nähe öffentlicher Parkplätze und der kurze Weg zum Hallenbad sind aus Sicht der Verwaltung mit dem Wochenmarkt auf dem Klosterplatz eine weitblickende Stadtentwicklung.

 

 

Eine Vielzahl der Gemeinderäte sprach sich direkt und sehr konkret gegen die Verlegung des Wochenmarktes aus. GR Karl-Heinz Buschle schlägt alternativ für samstags einen Bauernmarkt auf dem Klosterplatz vor. „Es gibt keinen Anlass, das zu ändern!“ so GR Franz-Josef Maier. GR Hermann Müller jun.: „Ohne Not kann ich der Verlegung nicht zustimmen!“ GR Sibylle Allgaier: „Die Zufriedenheit der Kunden und der Marktbeschicker sprechen für die Breite.“ GR Monika Ritscher: „Bei einer Verlegung fehlt dann das Leben in der Breite!“ GR Ewald Bodenmüller: „Wenn die Marktbeschicker und Kunden nicht wollen, kann ich nicht zustimmen!“ Auch GR Norbert Fesseler sprach sich gegen eine Verlegung aus: „Ich bin von vielen Bürgern angesprochen worden, dass der Wochenmarkt in der Breite bleiben solle.“

 

GR Wolfgang Jäger machte auf den erhöhten Schnee-Räumungsaufwand im Winter aufmerksam. GR Michael Rauneker erkundigte sich nach den sieben anfragenden Marktbeschickern. Die bisherigen Branchen würden nicht tangiert, so Elke Osterkamp. Anfragen mit Ölen, veganem Brot, indischen Spezialitäten, Kaffee-Spezialitäten, italienischer Feinkost und auch einem Fischstand können in der Breite nicht untergebracht werden. GR Bernhard Schad wollte in Erfahrung bringen, wieviel von den sieben anfragenden Marktbeschickern auf dem Klosterplatz zusagen würden, und wieviele von den bestehenden Marktbeschickern absagen würden, was Elke Osterkamp allerdings nicht konkret beurteilen und vorhersagen konnte.

 

„Die Wurzacher tun sich schwer mit Veränderungen. Wir können mit der Verlegung des Wochenmarktes den Klosterplatz und den östlichen Teil der Innenstadt beleben,“ so GR Klaus Schütt. Seiner Argumentation schloss sich GR Gisela Brodd an, die mit Erfahrungen aus umliegenden Städten einem Bauernmarkt am Samstag aber keine Chance gibt.

 

 

Nach Abstimmung gegen die Verlegung stellte GR Karl Heinz Busche als Auftrag an die Verwaltung, zusammen mit dem Naturschutzzentrum einen Bauernmarkt am Samstag auf dem Klosterplatz zu erörtern.

 

Mit 16 Nein-Stimmen, vier Ja-Stimmen und einer Enthaltung wurde der Antrag abgelehnt. Alle anderen Beschlüsse zu Gebühren und einer neuen Marktsatzung wurde mehrheitlich zugestimmt.

 

Ortsvorsteher Kurt Miller hatte besonders gut aufgepasst und darauf aufmerksam gemacht, dass die in die neue Marktsatzung eingearbeitete Verlegung auf den Klosterplatz textlich wieder richtiggestellt werden muss.

 

Sitzungsvorlagen zur Gemeinderatssitzung am 18.11.2019

 

Bericht und Bild Wolfgang Weiß

 

 

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