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Bad Wurzach - „Nächtliche Umtriebe im Wurzacher Schloss“ lautete der Titel der rundum gelungenen Veranstaltung im Rahmen der in diesem Jahr zum dritten Mal veranstalteten oberschwäbischen Barockwoche, bei der die rund 50 Gäste sehr viel über die Geschichte des Hauses und Lebensart und Kultur der Barockzeit erfuhren. Die beiden Musiker Maria Ferré Perez (links) und Johannes Frisch musizierten vor der Kulisse der Besucher im beleuchteten Treppenhaus

 

 

Liebevoll dekoriert präsentierte sich der Eingangsbereich des Treppenhauses, wo die Mitarbeiterinnen der Bad Wurzach Info, die diesen Abend kreiert und organisiert hatten, den Teilnehmern sogleich einen Willkommenstrunk reichten.

 

Margit Rock, die stellvertretende Leiterin der BWI, freute sich dass wieder so viele Gäste und Einheimische der Einladung zu diesem ganz besonderen Abend gefolgt waren. Grund zu Freude bot auch Johannes Frisch, der gemeinsam mit seiner Partnerin Maria Ferré Perez mit Barockgeige und Theorbe die Gäste an diesem Abend mit Musik aus der Barockzeit z.B. die Sonata Seconda 'La Cesta', Op.3 von Antonio Pandolfi Mealli unterhielten.

 

Kaum waren die letzten Töne des ersten Stückes verklungen, trat der Kastellan des Hauses in Gestalt des Stadtführers Peter Koerver laut polternd auf den Plan. In diesem Jahr hatte er sich Verstärkung fes allwissenden „Schlossbesens“ in Person von Iris Bräuer mitgebracht.

 

 

In zeitgenössischer Kleidung hieß der Hausverwalter die Besucher willkommen und lud sie „da die Herrschaften gerade außer Haus sind“ zu einer Führung durch den Neubau des Treppenhaus – denn man sah sich in das Jahr 1732 versetzt – mit ihm näher zu erkunden. Und so erfuhren die Teilnehmer dieser Exkursion einiges über die wechselvolle Geschichte des Schlosses selbst, aber auch über die Vermögens- und Familienverhältnisse des Erbauers Graf Ernst Jakob Truchsess von Waldburg-Zeil-Wurzach und seiner Gattin Maria Anna Ludovica Gräfin zu Wolfegg, die im übrigen das nötige Kleingeld für den Schlossneubau in die Ehe mitgebracht hatte. Und weil das Thema der diesjährigen Barockwoche „Barock Schaudern“ lautet, durften natürlich die entsprechenden, das Treppenhaus erfüllenden Geräusche nicht fehlen, die eigentlich eines ganz natürlichen Ursprungs waren, aber aufgrund der besonderen Akustik des Treppenhauses richtig gruselig bei den Gästen ankam . Dichtung oder Wahrheit, aufgrund dieser Geräusche soll die Gräfin dann später aus dem Schloss geflohen sein, erzählte der Kastellan den gebannt lauschenden Zuhörern.

 

 

Dass die Damen im Barock trotz ihren langen Kleider die Stufen bis unter den dem Herkules gewidmeten griechischen Götterhimmel hinaufgeschritten seien, nahm der Hausverwalter zum Anlass den Gästen beim Erklimmen der zum Teil sehr steilen Treppen Sicherheitshinweise mit auf den Weg „immer auf der breiten Seite gehen“ zu geben. Führer Koerver ging auf das großartige Deckengemälde des Treppenhauses ein und die perfekte handwerklich-künstlerische Leistung. Auf die besondere Definition des Begriffes Barock im Treppenhaus des Schlosses verwies er ebenfalls: „Anstelle von Marmor gab es Holz“ sagte er, mit Blick auf die Kulissenarchitekturtechnik mit aufgemalten Fenstern. „Aber man wollte halt dazugehören.“ Dass den Grafen nach Fertigstellung des Treppenhauses Schulden in der unermesslichen Höhe von 32.000 Gulden drückten, vergaß der Kastellan ebenfalls nicht zu erwähnen.

 

Text und Bilder von Uli Gresser

 

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