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Bad Wurzach - Es war ein Sommerabend wie gemalt für das Open-Air Kino auf dem Klosterplatz. Genau den richtigen Film hatten sich die Bad Wurzach Info und Michael Eberhardinger, der mit seinem mobilen Kino Oberschwaben auch immer die alle zwei Wochen in der Waldburg-Zeilschen Rehaklinik laufenden Filme besorgt, dafür ausgesucht. „Bohemian Rhapsody“ ist die bisher finanziell erfolgreichste Filmbiografie aller Zeiten, rund 600 Besucher bekamen das mehrfach Oskar preisgekrönte Werk „umsonst und draußen“ zu sehen und vor allem: zu hören!

 

Der musikbegeisterte Design-Student Farrokh Bulsara, von allen Freddie genannt, trifft im Jahr 1970 auf die Musiker Brian May, Roger Taylor und John Deacon, die auf der Suche nach einem neuen Sänger für ihre Band Smile sind. Das Publikum ist begeistert von Bulsaras Gesang, seinem extravaganten Auftritt und seinem mutigen Kleidungsstil. Mary Austin, Fan der ersten Stunde, beginnt eine Beziehung mit Bulsara, der sich jetzt Mercury nennt. Aus den vier Musikern wird Queen, und aus Farrokh wird Freddie Mercury, eine Legende. Gemeinsam schreiben sie einen Hit nach dem anderen, wie etwa die titelgebende „Bohemian Rhapsody“ mit der die Band ihre ersten großen Erfolge feiert. Der charismatische, geniale und mitreißende Sänger, im Film von Rami Malek so perfekt und oskarverdächtig dargestellt, dass man erst im Abspann mit Bildern des echten Freddie Mercury realisiert, dass in den vergangenen zwei Stunden ein Schauspieler zugange war, starb 1991 mit 45 Jahren an den Folgen seiner Aids-Erkrankung, 6 Jahre nach dem Live-Aid-Konzert im Londoner Wembley Stadion, das Queen und Mercury endgültig in den Olymp der Rockmusiker aufsteigen ließ und mit dem der Film endet.

 

Natürlich liegt es in der Natur der Sache, dass das Publikum an diesem Abend in der Mehrheit der Generation 50plus angehörte, aber das bei beinahe jedem Sportevent eingespielte „We are the champions“ kennen selbst die 10-12 jährigen Kids. Dass der Film aus dramaturgischen Gründen in manchen Szenen frei mit den Fakten umging (Mercury erhielt z.B. seine Aids-Diagnose erste lange nach dem Live-Aid Konzert, Queen hatte sich nie getrennt und einige Mitglieder verfolgten einvernehmlich selbst eigene Soloprojekte), spielte an diesem Abend keine Rolle. Dass dieser Film so erfolgreich wurde und auch anrührte, liegt zum einen an den hervorragenden Schauspielern (wie Lucy Boynton als Mary Austin oder Gwilym Lee als Brain May) zum anderen aber natürlich auch an der genialen Musik des Quartetts, die generationenübergreifend in den letzten 30 Jahren immer wieder ein Revival erlebte, man denke da nur an das Musical „We will rock you“ .

 

Manche Zuschauerin und mancher Zuschauer an diesem Abend – mit der Musik von Queen aufgewachsen– kann sich noch gut an das weltweit von einem Milliarden-Publikum gesehene Konzert erinnern und stellte das musikalische Genie und den Livemusiker Mercury in eine Reihe mit vielen, zum Teil sehr jung verstorbenen Musikstars. „Was hätte der musikalisch noch alles leisten können?“ Oder: „Man bekommt auf seinen künstlerischen Antrieb und sein Werk eine ganz neue Perspektive.“ „Ich kann jetzt auf der Heimfahrt keine (andere) Musik hören, so sehr hat mich der Film berührt, “ sagte eine Immenriederin, die sich ganz kurzfristig zusammen mit ihrer Freundin auf den Weg gemacht und – als hätte sie ihr Freddy von oben reserviert – auch noch zwei perfekte Plätze mit gutem Blick auf die haushohe Leinwand, bekommen hatte.

 

 

Bericht und Bilder: Ulrich Gresser

 

 

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