Bergpredikt

Bad Wurzach - Nachdem schon das Pontifikalamt des Heiligblutfestes 2019 vom schlechten Wetter beeinträchtigt war, musste am Nachmittag die auf dem ebenfalls auf dem Gottesberg geplante Bergpredigt wegen des schlechten Wetters zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder in die Pfarrkirche St. Verena verlegt werden. Bild: Dekan Ekkehard Schmid spendete nach der Predigt mit der Heiligblutreliquie den Segen

 

 

„Aber“ , sagte der Superior Pater Konrad Werder angesichts der vollbesetzten Kirche in seiner Begrüßung, „die kirchliche Verständigung klappt auf jeden Fall.“ Denn er freute sich, darüber, dass so viele Wallfahrer in die Stadtpfarrkirche gekommen seien.

 

Denn von einer Wallfahrt handelte auch die Lesung aus dem Lukas-Evangelium, die Diakon Berndt Rosenthal verlas. Die heilige Familie machte eine mehrtägige Familienwallfahrt von Nazareth nach Jerusalem, als Jesus gerade einmal 12 Jahre alt war. Dabei verschwand Jesus plötzlich und erst Tage später fanden Maria und Josef ihr Kind wieder– im Tempel unter den Schriftgelehrten.

 

Dekan Ekkehard Schmid nahm auf die Geschichte aus dem Lukasevangelium Bezug, als er die Eingangsfrage stellte: „Was nehmen wir von der Wallfahrt mit?“ , in dem Maria und Josef nach ihrer Wallfahrt nach Jerusalem Jesus suchen und erst nach Tagen im Tempel finden. „Wo zwei oder mehr in seinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Der Evangelist beginne seine Erzählung mit dem Ende der Wallfahrt, so wie es in der Bibel oft um Randerscheinungen gehe, sagte Ekkehard Schmid. Damit verdeutliche er, dass „Gott kein Feiertagsgott ist,“ sondern er sei zu uns herabgestiegen, mitten hinein in die Lebenswirklichkeit. Trotzdem bleibe Gott „oft auch der Fremde, ja der Dunkle“, der Menschen Schmerzen und Lasten auferlegt. Dabei gehe es nicht darum, den Schmerz zu heroisieren, sondern an ihm zu wachsen und zu reifen. Das gelte in gleichem Maße auch für die Kirche.

 

Maria und Josef waren dabei nicht zum ersten mal bei dieser Wallfahrt, sie hätten also gut einschätzen können, ob sie das Kind mit nehmen konnten. Es sei für bereits Tradition gewesen, so wie es hierzulande Tradition sei, dass in Weingarten Opas mit ihren Enkeln oder in Bad Wurzach mit ihren Enkelinnen dabei seien.

Jesus verursacht seiner Familie Leiden um daran zu wachsen, so wie er nach Tod und Auferstehung gewachsen sei.

Als die Heilige Familie Jesus im Tempel als Wunderkind unter all den Gelehrten wiederfand, empfanden sie weder Stolz noch Erleichterung, sie litt. „Wusstet Ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters bin?“ erklärte er ihnen.

 

Nach der Predigt von Dekan Schmid betete Superior Pater Konrad gemeinsam mit der Gemeinde Auszüge aus der Litanei des kostbaren Blutes, ehe der Dekan mit der Reliquie den Segen spendete.

 

Pater Konrad wünschte in seinem Schlusswort, alle Wallfahrer sollten „an diesem trotz allem wunderschönen Tag“ neue Freude am Glauben und neue Kraft gefunden haben. Und er dankte den Schlossbläsern, die den Gottesdienst musikalisch mitgestaltet hatten.

 

Text und Bilder von Uli Gresser

 

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