23serenadenkonzertBad Wurzach - Seit 33 Jahren gibt es das Serenadenkonzert, also exakt so lange wie Musikdirektor Hans Herle in Bad Wurzach als Musiklehrer und Jugendmusikschulleiter tätig war. Bild: Stolz präsentiert Hans Herle das Geschenk der Musikanten, das ihm von Wolfgang Grösser überreicht wurde, im Hintergrund Bürgermeisterin Scherer und Herle´s Nachfolgerin bei Serenadenkonzert und Jugendmusikschule, Petra Springer.

 

Wie immer eröffnete die Stadtkapelle unter der Leitung von Petra Springer vom Amtshaus kommend den Sternenmarsch zum Marienbrunnen, wo sie von Wolfgang Grösser und einem großen Publikum begrüßt wurde. Dabei spielte sie den Marsch Saint Triphon von Artur Ney. „Mit Spiel Voran“ von Ernst Uebel trat der Musikverein Dietmanns den Weg von der Stadtpfarrkirche zum Rathaus an, diesem folgte von der Herrenstraße kommend der Musikverein Eggmannsried, der den Marsch „Schönes Prag“ von Siegfried Rundel intonierte. Der Musikverein Arnach spielte beim Einmarsch unter ihrem neuen Dirigenten Julian Bucher „Unser Präsident“ von Emil Stanec, der Musikverein Hauerz spielte „Ohne Rast“ von Erwin Trojan. Klaus Wachter ließ die Kapelle aus Haidgau das Publikum mit „Saluto Lugano“ musikalisch grüßen, während der Musikverein Seibranz bei seinem Weg zum Stadtbrunnen den Ruez-Marsch von Erwin Trojan zu Gehör brachte. Den "Böhmischen Musikanten Gruß"entbot der Musikverein Harmonie Unterschwarzach, ehe die Musikkapelle Ziegelbach mit Sepp Thaler´s „Schloss Lauchtenburg“ den würdigen Abschluss des Einmarsches der Kapellen bildete.

 

Den Massenchor der rund 500 Musiker eröffnete ein bestens gelaunter Musikdirektor Hans Herle mit dem „Bozener Bergsteigermarsch“, dem es noch einmal viel Freude machte, mit „seinen Musikanten“ zu arbeiten. Denn die meisten der unter 45 jährigen Musikanten gingen durch „seine“ Jugendmusikschule, deren Leitung er mit dem Eintritt in den Ruhestand vor kurzem abgab und zu dessen Nachfolger vom Gemeinderat Petra Springer gewählt wurde. Die Musiker gaben ihr Bestes und sofort sprang der Funke an diesem Sonntagabend – der ursprüngliche Termin am Abend zuvor war wegen der schlechten Witterung abgesagt worden – auf das Publikum über.

 

Gleich bei ihrem ersten Serenadenkonzert fiel Bürgermeisterin Alexandra Scherer die Aufgabe zu, den langjährigen Leiter der Jugendmusikschule Bad Wurzach, langjährigen Dirigenten der Stadtkapelle Bad Wurzach und der Musikkapellen Hauerz und Unterschwarzach in diesem schönen Rahmen nach 33 Jahren „im Dienste der Stadt“ zu verabschieden. Bereits ein Jahr nachdem er in der Jugendmusikschule als Klarinettenlehrer angefangen hatte, wurde ihm 1987 die Leitung der Schule übertragen, gleichzeitig übernahm er die Stadtkapelle, die er unter seiner Leitung bis 2003 von einer Mittelstufen- zu einer Höchststufenkapelle entwickelte, was sie noch heute ist und damit eines der musikalischen Aushängeschilder der Stadt, sagte Scherer in ihrer Laudatio auf den (Un-)Ruheständler.

 

Über seine Dirigententätigkeit hinaus sei er immer für alle Musikkapellen der Stadt ein wichtiger Ansprechpartner gewesen und habe sich für sie eingesetzt. In diesem Zeitraum habe er auch so gut wie alle Konzerte besucht, allein das sei schon „ein beachtlicher Zeitaufwand“ gewesen, wie Scherer fand. Sie überreichte dem zukünftigen Studenten, denn Hans Herle sucht noch einmal die Herausforderung und wird in Freiburg Musikwissenschaften studieren, ein Geschenk im Namen der Stadt für seine geleisteten Dienste und wünschte ihm für den neuen Lebensabschnitt alles Gute und vor allem Gesundheit.

 

Organisationsleiter Wolfgang Grösser bedankte sich ebenfalls bei Hans Herle mit sehr persönlichen Worten. Schon die Generalprobe für dieses Serenadenkonzert sei Herle sehr wichtig gewesen: So seien an diesem Abend nicht nur die Musikstücke geprobt worden, sondern die Kameradschaft unter den 10 Kapellen gepflegt worden. Das gute Verhältnis der Kapellen untereinander sei sein besonderer Verdienst.
„Hans Herle hat immer gesagt, er lasse keine Kapelle im Stich. Das das keine leeren Worte waren, können wir von der Stadtkapelle bestätigen. Als wir ohne Dirigent dastanden, hat er – ohne zu zögern – ja gesagt.“ Oder als der damalige Dirigent der Trachtenkapelle Hauerz am Konzerttag schwer erkrankt war, habe sich Hans Herle sofort bereit erklärt, das Konzert am Abend zu dirigieren.

 

Grösser bedankte sich bei dem scheidenden Musikdirektor mit einer Bildcollage, vergaß aber nicht sich bei Herles Ehefrau Klara zu bedanken, die ihrem Mann stets den Rücken freigehalten hatte. Dieser erinnerte in Seiner dankesrede an sein Einstellungsgespräch, das im Amtshaus stattgefunden hatte. Auf seine spätere Frage an Bürgermeister Morczinietz, warum dort und in nicht in der JMS, hatte ihm dieser geantwortet: „Die Baracke wollten ich ihnen nicht antun.“ Er ging auch auf die wichtigsten Menschen seiner Tätigkeit in Bad Wurzach ein. Josef Burkhardt, der damalige Vorstand der Stadtkapelle, der ihn stets unterstützt habe und auch immer genau gewusst hatte, was zu tun war. Die beiden Bürgermeister Helmuth Morczinietz und Roland Bürkle hätten ihn ebenfalls mit ihren Gemeinderäten immer unterstützt. Wolfgang Grösser, den er seit er bei ihm Schüler gewesen sei kenne, sei für ihn immer ein zuverlässiger Ansprechpartner gewesen. Und natürlich seiner Frau Klara, die ihn immer unterstützt habe. „Uns gab es immer im Doppelpack.“

 

Seiner hochqualifizierten Nachfolgerin Petra Springer übergebe er eine Jugendmusikschule mit 14 Lehrern. Er wünschte ihr bei ihren Entscheidungen eine Glückliche Hand und die Unterstützung von Bürgermeisterin und Gemeinderat, ehe er ihr ganz offiziell den Taktstock für die Leitung des Serenadenkonzertes übergab.

 

Mit der Polka „Eine Nacht in Böhmen“ , einer Eigenkomposition des Eggmannsrieder Dirigenten Bernd Butscher, setzte Petra Springer das Konzert des Gesamtchores fort, der eine weitere Polka, die „Böhmische Liebe“ von Mathias Rauch, die innerhalb kürzester Zeit zu eine der beliebtesten Polkas wurde, folgte.

 

Plötzlich stand Peter Schad, „der“ einheimische Blasmusikkomponist und Schöpfer der „Kuschelpolka“ neben Wolfgang Grösser, forderte das Mikrophon und sang – mitten auf der Straße stehend – ganz spontan seine Polka mit.

 

Mit dem „Marsch der Medici“ von Johan Wichers bog dieses denkwürdige Serenadenkonzert auf die Zielgerade ein. Aber kein Serenadenkonzert kann ohne „die“ Zugabe schlechthin enden: Der Marsch „Alte Kameraden“ von Hans Theke, dessen Vorgesetzter ein vernichtendes Urteil über die Komposition gefällt hatte, gehört zum Serenadenkonzert einfach dazu, wie der Radetzky-Marsch zum Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

 

Dann war Schluss und leider konnte das Gehörte und Gesehene nicht bei einem kühlen Bier und einer „Roten“ vertieft werden, weil der für die Bewirtung zuständige Dart-Verein wegen der Verschiebung des Konzertes auf Sonntagabend nicht da sein konnte.

 

 

Bericht und Bilder: Ulrich Gresser

 

 

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