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Bad Wurzach - In Bad Wurzach hatte die Storchenbeauftragte Ute Reinhard in diesem Jahr wenig zu tun. Ein einziger Jungstorch war von demselben Storchenpaar, das vor Jahresfrist auf dem Nest auf der Grundschule gleich drei Jungstörche großgezogen hatte, so gut gehegt und gepflegt, dass es die schwierige Zeit im Mai überlebt hat. Bild: Erst im letzten Moment flüchtete der Altstorch, als sich die Drehleiter dem Nest näherte

 

 

Bei der Beringung am Mittwochabend – wie immer stellte die Feuerwehr Bad Wurzach ihre Drehleiter zur Verfügung – verlief alles friedlich: der Altstorch, der als „Babysitter“ sein Einzelkind bewachte, entschloss sich erst sehr spät, das Jungtier zu verlassen und beobachtete das Geschehen vom Kirchendach aus, während das andere Elternteil mit Sicherheitsabstand seine Runden um das Nest und die vermeintlichen Angreifer drehte. Beim Andocken ans Nest, wofür Maschinenführer Peter Hörmann die Drehleiter bis auf wenige Zentimeter „ausquetschen“ musste, stellte sich das Jungtier, das laut der Storchenbeauftragten nun sehr gute Überlebenschancen hat, wie üblich tot und verhielt sich ausgesprochen friedlich.

 

A3N38 wie er zukünftig heißen wird, an dieser Nummer am Bein wird er zukünftig weltweit zu erkennen sein, brachte mit 2,8 kg ein ordentliches Gewicht auf die Federwaage. Sein Gefieder war bis auf wenige Flaumfedern schon „wasserdicht“ .Nach der üblichen Schnabelreinigung konnte der Korb der Drehleiter nach gerade einmal 10 Minuten auch schon wieder in die Tiefe gleiten und der fürsorgliche Altstorch zu seinem Sprössling zurückkehren.

 

Natürlich war für Storchenbeauftragte Reinhardt, die nach eigener Aussage unter Höhenangst leidet, die sie bei ihren Kletteraktionen am Nest sehr gut im Griff hatte, das Sterben zahlreicher Jungstörche in vielen Nestern in Oberschwaben und vor allem in Isny ein Diskussionsthema, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Ihrer Meinung nach sind die Presseberichte übertrieben, die von einem Drama in den Storchennestern Oberschwabens berichteten. „Dass in Isny soviele Jungstörche dem nasskalten Mai zum Opfer fielen, hängt auch mit den klimatischen Bedingungen dort zusammen: Wenn es dort regnet, dann gleich wie aus Kübeln, die Adelegg ist ja nicht weit weg.“ Dass es nach dem „heißen Frühjahr 2018“ Einbußen geben musste, ist für sie logisch.

Wenn rund ein Viertel der Jungpopulation es nicht schaffe, sei das völlig normal. Sie widerlegte die Mär vom „Drama“ mit ganz einfachen Bespielen: In Leutkirch haben zum Beispiel drei Jungstörche überlebt. Ebenso wie die zwei Jungen in Haisterkirch. Das Problem lag eher darin, dass es vor allem die früher Geborenen betraf, die dann einfach Pech hatten. Davon waren zum Beispiel die Jungtiere in Bechtingers und auch die auf dem Strommasten in Dietmanns, das von einem Paar in diesem Frühjahr in Eigenregie gebaut worden war, betroffen. Denn von den später geborenen haben fast alle überlebt.

 

Der Storchenbeauftragten war auch bereits bei der Annäherung an das Nest sofort aufgefallen, dass das Nest ziemlich an Höhe zugenommen hat, was sich natürlich auch auf das Gewicht auswirkt. Sie empfiehlt nach der „Abreise“ der Storchenfamilie im Herbst das Nest wieder „kleiner“ zu machen, zumal es eine gewisse – hierzulande atypische – Neigung Richtung Westen aufweist.

 

 

Text und Bilder von Uli Gresser

 

 

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