Leserbrief 300.jpg Bad Wurzach (Leserbrief) - Die Neutralitätspflicht des Lehrers als Schutz vor weltanschaulicher Indoktrination

Jeder Lehrer an öffentlichen Schulen muss einen Eid mit den Worten „Ich schwöre, das Grundgesetz und alle in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Gesetze zu wahren und meine Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen(, so wahr mir Gott helfe)“ ablegen.

 

 

Dieser Eid und die auf der Verfassung gründenden Schulgesetze verpflichten den Lehrer im Unterricht zu parteipolitischer Neutralität! Wer dagegen verstößt, handelt den Schulgesetzen zuwider und verstößt damit unbewusst oder bewusst gegen diesen verpflichtenden Eid! Sinn dieser Regelung ist die Vermeidung einer politischen Indoktrination von Schülern, die ihren Lehrern auf diesem Gebiet relativ hilflos ausgeliefert sind. Gerade die Erfahrungen der NS-Zeit, während der häufig eine massive weltanschauliche Gleichschaltung der Schüler angestrebt wurde, haben zu diesen Regelungen geführt.

Das schließt nicht aus, zu Sachfragen auch abweichende Meinungen, die von den gängigen Ansichten breiter Kreise oder auch von der offiziellen Regierungsmeinung abweichen, begründet zu vertreten.

 

 

Die Grundeinstellung des Herrn Hofrichter zur Neutralitätspflicht, nach der er seinen Unterricht und seine Erziehungsarbeit gestaltet hat, liest sich in seiner Erwiderung auf den Leserbrief des Herrn Müller wie folgt:

„Schulische Förderung der Meinungsbildung, wie Sie es so treffend formulieren, heißt für mich als Lehrer nicht nur, unterschiedliche Positionen zu Wort kommen zu lassen, sondern auch Stellung zu beziehen und Meinungen und Parteien wie die AFD, die aus der schlimmen Deutschen Vergangenheit nicht gelernt zu haben scheinen, zu bewerten und in die Ecke zu stellen in welche sie meines Erachtens gehören. “ „…… Als Lehrer i.R. sowie auch zur Dienstzeit traue ich mich dies auch weiterhin ganz offen!“

 

Wie sich Herr Hofrichter in seiner Freizeit zu politischen Vorgängen oder zu Parteien äußert, ist seine Privatangelegenheit. Wie er allerdings sein selbst beschriebenes Verhalten während seiner Dienstzeit mit der ihm gesetzlich auferlegten Neutralitätspflicht, die einzuhalten er sich mit seinem Diensteid verpflichtet hat, vereinbaren kann, erscheint erklärungsbedürftig.

Hans-Joachim Schodlok
Bad Wurzach

 

 

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