tuerkisches kultur und bildungszentrumBad Wurzach - Vandalismus an türkischen Einrichtungen: Die türkische Fahne an der Moschee in der Waldburgstraße wurde abgerissen und entwendet, Plakate mit Segensprüchen wurden beschädigt.

 

 

 

„Es ist erschreckend und die Menschen haben Angst vor den aktuellen Entwicklungen“, sagt Fuat Karaismailoglu, Vorsitzender des Türkischen Kultur- und Bildungszentrums in Bad Wurzach.

 

Er steht vor dem Fahnenmast vor der Moschee in der Waldburgstraße und ist entsetzt, denn in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde gegen 3.30 Uhr die türkische Fahne abgerissen. Bisher wehte sie friedlich neben der deutschen Fahne im oberschwäbischen Wind. „Seit Jahrzehnten leben hier deutsche und türkische Bürger in Harmonie miteinander. Das ist das Schöne hier: jeder akzeptiert den anderen. Doch es ist auch beängstigend, wie der rechtsradikale Mob immer mehr an Bedeutung gewinnt“, gibt Karaismailoglu zu Bedenken und äußert ganz deutlich: „Jeglicher Angriff aufgrund von Religion, Herkunft oder Nationalität kann nicht akzeptiert werden. Wir haben das Vergehen zur Anzeige gebracht und wünschen uns, dass die Polizei den Täter fasst.“

 

Die Polizei war bereits vor Ort und hat das Delikt aufgenommen. Die Videoaufnahmen von der Überwachungskamera wurden gesichtet. Fuat Karaismailoglu hat den türkischen Generalkonsul in Stuttgart informiert. Dessen Attaché hat sich bereits ein Bild von der Straftat machen können. Das Generalkonsulat will das Delikt ebenfalls verfolgen. „Wenn man den Rechtsanstieg in der Politik allgemein sieht, möchte ich an die Bevölkerung appellieren, dass sie derartige Vergehen aufs Schärfste verurteilt und rechtslastige Äußerungen oder Einstellungen von aktuellen oder ehemaligen Kommunalpolitikern mit Herz und Verstand beurteilen“, fordert Karaismailoglu auf. Damit spielt er darauf an, dass auch Plakate mit einem türkischen Segenswunsch zu Ramadan beschädigt worden waren. Diese waren angeblich kritisiert worden, weil der Segenswunsch in Türkisch geschrieben war. „Und darunter steht er in Deutsch, denn der göttliche Segen gilt allen Menschen. Und natürlich besonders unseren Nachbarn und Freunden hier“, erklärt Karaismailoglu und erläutert weiter, dass sich deutsch-türkische Mitbürger genauso über Segenswünsche zu Weihnachten freuen. Denn diese kommen immer von Herzen und zeigen, dass man den anderen annimmt so wie er ist.

 

Noch immer ist den Menschen in Bad Wurzach der Brandanschlag auf diese Moschee im Juli 2012 im Gedächtnis. Unfassbar war vielen Menschen, dass jemand an einer Gebetsstätte einen solchen Frevel begehen kann. „Damals waren alle Bürger tief erschüttert. Unsere deutschen Freunde verglichen das mit einem Brandanschlag auf ihre schöne Kirche. Das wäre auch dramatisch gewesen“, berichtet der Vorsitzende des Türkischen Kultur- und Bildungszentrums und erzählt, dass er viel positives Feedback für das Segens-Plakat erhalten habe. „Gerade in den sozialen Medien haben wir viel Zuspruch erhalten. Besonders als aus der Kommunalpolitik negative Äußerungen kamen“, erklärt Fuat Karaismailoglu und sagt noch einmal deutlich, dass sowohl die Segens-Plakate als auch die beiden Fahnen vor der Moschee für Frieden, aber auch Meinungs- und Religionsfreiheit stehen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass Menschen verschiedener Herkunft in Frieden, Harmonie und Würde miteinander leben können.“

 

Bericht: Pressestelle des Türkischen Kultur- und Bildungszentrums e. V. Bad Wurzach

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