Leserbrief 300.jpgBad Wurzach (Leserbrief) - Zu dem im –aktuellen- Leserbrief von Herrn Schodlok gemachten Feststellungen kann und mag ich einfach nicht schweigen. In gewohnt markanter Manier teilt er gegen all jene aus, die sich erlauben, die Institution Kirche aufgrund bekannter Vorfälle zu kritisieren.

 

 

Mein Ansatz ist ein durchaus irdischer und mich interessieren in diesem Zusammenhang auch keine historisch-dogmatischen Belehrungen. Es geht um jahrelange Vertuschung von Mißbrauch von Anvertrauten ausgerechnet in einer Institution, in der Nächstenliebe, Glaube und Wahrhaftigkeit an oberster Stelle stehen.

Nun zu den Details. Zunächst stellt Herr Schodlock fest, daß es sich dabei um „Fehlverhaltener Einzelner“ handelt. Wie bitte? Die Zahlen, die bisher bekannt sind, sprechen für mich eine andere Sprache. Man kann sich`s auch einfach machen und die Zahlen in Relation zu allen Bediensteten der katholischen Kirche setzen. Dann haben sie Recht, Herr Schodlok, so geht`s natürlich auch.

 

Nach Schodlock ist die Zukunft der Kirche durch“Hingabe“ an den Zeitgeist“ gefährdet , dazu angetan „eine 2000 Jahre alte Institution zu vernichten.“ Zum Thema Zeitgeist, der sich, wie der Name, schon sagt, naturgemäß verändert, möchte ich nur kurz folgendes anmerken: Zu der Zeit, als die „Erde noch eine Scheibe war“ hätte es eine solche Kritik niemals gegeben. Wir Ältere haben noch erlebt, daß Homosexuelle auf Grund ihrer Neigungen gerichtlich belangt wurden, ansonsten in ständiger Angst leben mussten. Es war auch der Zeitgeist, der diesen Paragraphen Gott sei Dank abgeschafft hat.

Vielleicht sollte Herr Schodlok sich im Interesse der Kirche mal Gedanken machen, wie diese ihre Glaubwürdigkeit wieder zurückgewinnen kann. Wenn er schon den Zeitgeist anführt sei vielleicht einmal daran erinnert, daß Demokratie, Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Gleichberechtigung von Mann und Frau primär nicht das Verdienst der Religionen sind. Die Äußerungen von Herrn Schodlock sind auch typisch für das, was außerhalb der Institution Kirche Mode geworden ist: Der Umgang mit all denen, die sich erlauben eine andere Meinung zu haben.

 

„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Worte Christi, und vielleicht sollte der eine oder andere
einmal auf diesem Hintergrund seine „eigene Unfehlbarkeit“ kritisch hinterfragen.

 

 

Otto Loser
Ziegelbach

 

Ihr Leserbrief zu diesem Thema

 

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