Leserbrief 300.jpgBad Wurzach (Leserbrief) - Der Leserbrief von Erhard Hofrichter ist der konsequente Gegenentwurf zu meinem Leserbrief „Quo vadis“ in dieser Zeitung. Ich beziehe mich auch nicht auf den unter „Missbrauchsskandal“ laufenden Vernichtungsfeldzug, der sich besonders gegen die katholische Kirche richtet. Hier soll das durchaus verabscheuungswürdige Fehlverhalten Einzelner in Form einer Hype dazu dienen, eine 2000 Jahre alte Institution zu vernichten.

 

 

Mein Beitrag „Quo vadis“ war dagegen nicht kirchenfeindlich angelegt. Er entstand aus der wachsenden Sorge um die Zukunft der Christenheit, die durch nichts mehr als an die Hingabe an den Zeitgeist gefährdet ist.

 

Hier die entscheidende Textpassage aus dem Brief des Herrn Hofrichter, der genau den heutigen Zeitgeist widerspiegelt: „Auch glaube ich nicht, dass die Kirchen durch Rückbesinnung auf die Fundamente des Glaubens die Davongelaufenen hinterm Ofen hervorlocken. Nicht die unter 45jährigen noch die älteren.

Was die Menschen - ob jung oder alt - heute brauchen, sind praktische, humane Dinge wie Nächstenliebe, Verständnis, Unterstützung, Vertrauen, Verlässlichkeit, Motivation, Trost und Freude. um einen oft belastenden Alltag meistern und aushalten zu können.“

 

Diese „praktischen, humanen Dinge“ sind zwar Teile des mitmenschlichen Verhaltens, das man von jedem gläubigen Christen erwartet, sind jedoch keineswegs an den christlichen Glauben gebunden. Eine bekennende Atheistin sagte zu mir: „Ich kann auch ein guter Mensch sein, ohne an Gott zu glauben.“ Das entspricht der Humanitätsideologie der Freimaurer. Angenommener und gelebter christlicher Glauben beschränkt sich nicht auf praktisches „humanes“ Verhalten.

Ein Priester ist auch nicht hauptberuflicher Sozialarbeiter. Er ist an hervorgehobener Stelle Diener Gottes im Glauben und als Vermittler auch Diener am Menschen. Der wesentlichste Teil des gelebten Christentums ist die Spiritualität im Glauben in der Hinwendung zu Gott und das Bewusstsein, in seiner Gnade leben zu dürfen, von ihm angenommen zu sein nach Christi Wort (Joh. 14,6): „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

 

Hans-Joachim Schodlok
Bad Wurzach

 

Ihr Leserbrief zu diesem Thema

 

 

 

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