Leserbrief 300.jpgBad Wurzach (Leserbrief) -  Sehr geehrter Herr Bischof Fürst,

nachdem Sie auf meine schriftlichen Anfragen vom 3.2. und 23.2. nicht geantwortet haben, möchte ich mich nun in einem offenen Brief an Sie wenden: Die Kapelle Mariä Opferung in Osterhofen, die zwischen Bad Wurzach und Bad Waldsee steht und zur Seelsorgeeinheit Bad Waldsee gehört, ist seit einigen Monaten geschlossen. Es liegt ein Renovierungsstau vor und bisher war weder die Stadt Bad Waldsee noch die katholische Kirche bereit, hierfür Geld zur Verfügung zu stellen.

 

 



Da in Deutschland kontinuierlich Kirchen geschlossen und sogar abgerissen werden (https://katholisches.info/2018/08/22/kirchen-fallen-dem-abriss-zum-opfer/) mache ich mir Sorgen um diese negative Entwicklung für den katholischen Glauben in Deutschland und habe das in meinem Brief an Sie mehrfach zum Ausdruck gebracht. Unsere Kinder werden, wenn diese Tendenz so weitergeht, die Gegenwart Jesus und des christlichen Glaubens immer weniger wahrnehmen und leben können.

 

Die Kirche ist für mich Symbol unseres Glaubens - ein Ort, an dem Gott näher bei uns ist, und zudem eine Stätte des intensiven Gebetes und der Glaubensgemeinschaft. Jede geschlossene Kirche macht mich traurig, denn sie gibt mir das Gefühl, dass wir Gott aus unserem Leben ausschließen.

Insofern hat die zitierte Bibelstelle dieses Wochenende aus dem Lukasevangelium sehr gut gepasst. Jesus sagte zum Teufel: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein!"

Leider ging der Pfarrer dann nicht weiter auf diese spannende Auseinandersetzung mit dem Teufel, der uns verführen möchte, ein. Er hat stattdessen aus Ihrem Hirtenbrief vorgelesen, in dem Sie die Gläubigen auffordern sich stärker für die Flüchtlinge zu engagieren. Zudem äußern Sie sich politisch, in dem Sie eine stärkere Seenotrettung im Mittelmeer einfordern.

Nun frage ich mich, wo in Ihrem Hirtenbrief die Nöte Ihrer gläubigen Kirchensteuerzahler bleiben.

Sorgen Sie sich um die Familien, die Ihre Kinder im christlichen Glauben erziehen wollen? Sorgen Sie sich um die alte Dame, die nicht mehr in die Kirche gehen kann, da diese geschlossen wurde?

Ihre Diözese hat 39 Mio Euro für die Sanierung des bischöflichen Ordinariats und 35 Mio Euro für die Flüchtlingshilfe ausgegeben. Wäre da nicht auch das Geld da, um die Kirchen vor der Schließung zu retten?

Gerne engagiere ich mich in Osterhofen mit Ihrer Unterstützung damit wir gemeinsam dieses Ziel erreichen können.

Mit freundlichen Grüssen

Carmen Pöhl
Bad Wurzach

 

Ihr Leserbrief zu diesem Thema

 

 

 

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