Kurhotel 578Bad Wurzach - Zur Gemeinderatssitzung am Montag 11.02.2019 werden die Zahlen des am 14.01.2019 eingebrachten Haushaltsplanes für die Kurbetriebe in berichtigter Version dargelegt. War zum Neujahrsempfang noch verkündet worden, dass Baumaßnahmen vorgezogen würden, so liest sich das vier Wochen später ganz anders und strotzt vor Ungereimtheiten. Der Gemeinderat ist am Montag in besonderem Maße gefordert.

 

Baumaßnahmen tauchen nicht mehr auf

War zum Neujahrsempfang noch verkündet worden, dass Baumaßnahmen vorgezogen würden, so liest sich das vier Wochen später völlig anders. 2019 waren für Baumaßnahmen 1.685 Mill. Euro eingestellt (Instandhaltung 1.448 Mill. Euro, Investitionen 238.000 Euro). Mit dem Plan vom 11.02.2019 reduziert sich das auf 159.000 €uro für eine Gastronomieanrichte. Die Instandhaltung und Modernisierung der Zimmer tauchen im Investitionsplan auch in den Folgejahren nicht mehr auf.

 

Wachsweiche Formulierungen
„Höhere Komplexität als ursprünglich angenommen“, „längere Planungsphase notwendig“, sind Formulierungen, die nichts Gutes erahnen lassen. Wenn dann noch auf „Kostensicherheit“ hingewiesen wird, dann weiss jeder Leser, dass das mal geplante Geld bei weitem nicht ausreicht.

(„In der laufenden Planung wurde kurzfristig festgestellt, dass Themen wie Brandschutz, Badsanierung und Ertüchtigung der Elektronik aufwändiger als prognostiziert sind.“) Und zu guter Letzt wird argumentiert, dass sich bei späterer Umsetzung die Chancen erhöhen, das Ganze günstiger bekommen zu können.

 

Planungskosten fast so hoch wie Investitionskosten
Bei nun reduzierten Investitionskosten in 2019 (248 TEURO) und 2020 (367 TEURO) sind im Plan 2019 Planungskosten von 453 TEURO ausgewiesen. In dem Gesamtposten „Beratung Abschluss-/Prüfungskosten“ (827 TEURO, in 2018 203 TEURO) sind neben den Planungskosten und weiteren Positionen auch die Beratungskosten der Bazan GmbH enthalten.

 

Kein Arzt - kein Ertrag

Erträge aus ärztlichen Leistungen reduzieren sich von 733 TEURO auf 149 TEURO. Der Wegfall von fast 600.000 € Ertrag wird nicht weiter erläutert. 

 

Wenn mit 5.500 Euro Getränkeeinkauf 200.000 € Umsatz gemacht werden

Übernachtungen 2018: 47.700, geplant für 2019: 46.679
In 2018 werden mit 474 TEURO Wareneinsatz bei Speisen 521 TEURO Erträge erzielt.
In 2019 sind mit 425 TEURO Wareneinsatz bei Speisen 936 TEURO Erträge geplant.

In 2018 sind 5,5 TEURO für Wareneinsatz bei Getränken 200 TEURO Erträge erzielt worden.
In 2019 sind 94 TEURO Getränke/Leergut Wareneinsatz geplant, um damit 217 TEURO zu erzielen.

Mit nun fertiggestellter modernster Moorbadeabteilung Deutschlands ist der Bedarf an Badetorf fast identisch mit dem Bedarf während der Bauphase in 2018 (2018: 40.073 € - 2019: 40.809 €)

Die Reihe der fragwürdigen Positionen im Wirtschaftsplan der Kurbetriebe ist mit beigefügten PDF-Dokumenten nachvollziehbar. In der Sitzung des Gemeinderates am 11.02.2019 wird zum Wirtschaftsplan sicherlich die eine oder andere Erläuterung abgegeben werden.     

Wirtschaftsplan Kurbetriebe vom 14.01.2019

Wirtschaftsplan Kurbetriebe vom 11.02.2019

 

Bislang eingeholte Stellungnahmen der Ortschaftsräte auf Basis des Zahlenwerkes vom 14.01.2019 sind Makulatur.  Sich binnen einer Woche mit den Änderungen und Auswirkungen eines neuen und geänderten Wirtschaftsplanes der Kurbetriebe zu befassen und zu bewerten fordert den Gemeinderat in besonderem Maße, auch mit Blick auf die kommende Kommunalwahl und der Suche nach Ortschaftsrats- und Gemeinderatskandidaten.   

 

Bericht Wolfgang Weiß

 

 

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