11baugrundBad Wurzach - Für die Neujahrsfeier von Baugrund Süd im Kurhaus hat Chef Alois Jäger sich für seine rund 230 Mitarbeiter etwas besonderes einfallen lassen: Der Extrem- Bergsteiger Thomas Huber, die eine Hälfte der legendären „Huber Buam“ mit seinem Motivationsvortrag. Bild: Baugrund Süd Geschäftsführer Alois Jäger übergab Thomas Huber nach dessen Vortrag eine Spende für dessen Stiftung

 

Thomas Huber, die ältere Hälfte des Bergsteiger Duos, das einem breiten Publikum durch den Film „Am Limit“ über das Speedklettern und der danach in allen Kanälen laufenden Milchschnitte-Werbung bekannt wurde. An diesem Nachmittag erzählt der 1966 in einem Bergbauernhof in Palling im Chiemgau Geborene und Aufgewachsene den Baugrund Süd Mitarbeiter interessante Geschichten vom Gewinnen und Verlieren. Aber auch darüber, wie wichtig Niederlagen für die persönliche Entwicklung sind.


Der dreifache Familienvater, der wie sein jüngerer Bruder Alexander über seinen bergbegeisterten Vater zum Klettern kam, beschloss 1996 einfach : „Ich werde Profibergsteiger“ und schmiss sein Studium. Sein Erfolg gibt ihm recht, gemeinsam mit seinem Bruder spezialisierten sie sich auf Erstbegehungen, egal ob in den bayerischen, französischen oder Tiroler Alpen, sie wollen immer als erste neue Routen ausprobieren, weil sie das Unbekannte, Neue reizt.


Seit den 90er Jahren waren sie dabei oft auch im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien an der 1000m hoch aufragenden Granitwand von El Capitan, unterwegs. 2006, als der Film gedreht wurde, waren sie zu Trainingszwecken neunmal auf dem Berg. „Einmal haben wir österreichische Kletterer beim Einstieg in „The Nose“ getroffen und ein wenig geratscht.“ Am nächsten Tag, die Österreicher hatten inzwischen dreiviertel des Berges geschafft, traf man sich wieder. Zwar schafften es die Huber Buam während des Filmdrehs nicht, den damals gültigen Rekord zu knacken – ein Budget für einen zweiten Versuch – gab es nicht, aber der Film wurde dennoch zum Erfolg. Kommentar Huber: „Die Leute lieben anscheinend gescheiterte Helden.“ Im darauffolgenden Jahr aber schafften sie dann den Rekord: 2 Stunden, 45 Minuten und 45 Sekunden.


Huber erklärt: „In den Bergen gibt es keine Norm, Die Norm bin ich.“ Deswegen seien sie so gerne in den Bergen.


Nach diesem Erfolg wollten sie 2015 das Unmögliche schaffen: Den 7100m hohen Latok 1 in Pakistan auf einer bestimmten Route bezwingen. Nur durch unheimliches Glück überlebte er und seine Gruppe diese Expedition. Ihre Rückkehr in die „Zivilisation“ ließ Thomas Huber demütig werden. Mit einer Stiftung sgründung half er mit, die Kindersterblichkeit in den Bergdörfern – der mangelnden Hygiene geschuldet – fast gegen null zu drücken, allein durch den Bau von Wasserleitungen. Thomas Huber ist auch überzeugt, dass Bildung die beste Waffe gegen Terrorismus ist, daher unterstützt seine Stiftung auch den Bau von Schulen für Mädchen und Jungen.


Aber auch Huber blieb in seiner Karriere nicht von schweren Verletzungen verschont: 2016, einen Monat vor dem zweiten Versuch am Latok , stürzte er beim (zu) lässigen Klettern in den heimischen Bergen 16m tief ab, Ergebnis: Schädelfraktur, eine vierstündige Operation. Das Bild des Wunschberges motivierte ihn bei seiner Genesung, drei Wochen nach der OP war er mit seinem ältesten Sohn wieder beim Klettern, in die Expedition startete wie vorgesehen. Aber auch dieses unterfangen scheiterte, bei der Suche nach zwei amerikanischen Kollegen mussten sie erneut wegen Schlechtwetter abbrechen. Nach der Rückkehr sei ihm die Bedeutung des Todes klar geworden, er habe das Leben als Geschenk angenommen, Gebete halfen ihm die Alpträume zu vertreiben.


Seine Kinder seien Freigeister und sportlich: Der Älteste sei als Snowboarder auf dem Sprung ins National Team, der Zweite als Mountainbiker aktiv und die Tochter klettere ebenfalls, plaudert Huber an diesem Tag auch ein wenig über seine Familie. Philomena habe ihm vor dem Aufbruch zu einem ähnlichen, aber anscheinend leichter zu besteigenden Berg in Indien, einen Glücksstein, auf den sie das Wort Mut geschrieben hatte, mitgegeben.


Diesen Mut hätten sie auch gebraucht, denn wegen der brutalen Kälte hätten sie trotz besten Wetters bis zum dritten Tag nur 40 Meter am Tag geschafft. Kein Bergsteiger entscheide sich trotz bester Bedingungen zum Abstieg, aber sie hätten nur für sechs Tage Proviant dabei gehabt. Schweren Herzens entschied er sich für den Abstieg, nachdem er eine Nacht lang – auch im angesichts des Talismanes seiner Tochter darüber gegrübelt hatte. Ein ehernes Gesetz beim Klettern sei, eine einmal getroffene Entscheidung nicht mehr zu hinterfragen.


Alois Jäger überreichte dem perplexen Thomas Huber nach dem Vortrag eine Spende für seine Stiftung „mit der er einige Meter Wasserleitung in den Bergdörfern bauen kann“.


Dass der Vortrag sehr gut bei den Mitarbeitern ankam, zeigte der Andrang bei der anschließenden Autogrammstunde im Foyer, wo Huber sich auch freundlich für Selfies zur Verfügung stellte.

 

Text und Bilder von Uli Gresser
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