08roraBad Wurzach - Die überparteiliche Fraueninitiative, die über die Kreisgrenzen der Landkreise Bodensee und Ravensburg hinweg versucht, mit Infoveranstaltungen Frauen für eine Kandidatur bei den Ende Mai anstehenden Kommunalwahlen zu begeistern, wird am 23. Januar ab 19.00 Uhr auch in Bad Wurzach im Sitzungssaal von Maria Rosengarten eine solche Veranstaltung organisieren.



Mit dabei ist auch Gisela Brodd, Ortschafts- und Gemeinderätin in Bad Wurzach. Die langjährige Elternbeiratsvorsitzende hat den „Politikbetrieb“ in Bad Wurzach in den letzten vier Jahren kennengelernt. Sie sieht sich als Sprachrohr für die Sorgen der Leute und hofft über die Fraueninitiative Verstärkung im Gemeinderat zu bekommen, dem bisher als Gemeinderäte gerade einmal vier Gemeinderätinnen angehören.


Die Initiative wurde 2014 gegründet mit dem Ziel, dass irgendwann einmal ebensoviele Frauen wie Männer im Kreistag Ravensburg, dem derzeit gerade einmal 12,5 % Frauen angehören, sitzen werden. Um auf diesen Zustand aufmerksam zu machen und Frauen zu einer Kandidatur zu motivieren hat die Initiative in den letzten Monaten bereits 13 Veranstaltungen wie die in Bad Wurzach durchgeführt.


Selbstverständlich war es für die Initiative ein leichtes, auch die Bad Wurzacher Bürgermeisterin für ihre Ziele zu begeistern. Diese hebt die Möglichkeit zur Mitgestaltung hervor, die es vor allem in den Kommunalparlamenten gibt. „Es macht Sinn und bringt auch Spaß.“ „ Frauen haben auf viele Dinge eine andere Sicht wie Männer, “ sagt Gisela Brodd, die eine solche Initiative schon von Ochsenhausen kannte, als sie sich damals für den Gemeinderat bewarb.


Den drei Kreis- und Gemeinderätinnen Ingrid Staudacher (KT und GR Ravensburg), Christa Stierle (KT RV und GR Berg) sowie Hildegard Hertrampf (KT RV und GR Baienfurt) ist natürlich klar, dass Frauen Zeit brauchen um sich auf den Weg zu machen. Oft wählen Frauen Männer, weil diese bekannt seien. Ein weiteres Ziel dieser Veranstaltungen sei auch, dies zu ändern. Dabei habe sich durch die Initiative auch in den Köpfen der Menschen bereits etwas geändert. Selbst der Landrat zeige dabei Präsenz, ja selbst die Bürgermeister in einigen Städten im Landkreis seien – auch angesichts der Kandidatennot – von sich auf die Initiative zugekommen.


Bürgermeisterin Alexandra Scherer freut sich auf jeden Fall, dass die Initiative auch in Bad Wurzach eine Veranstaltung macht, und auch darüber dass sie überparteilich ist. Denn gerade in der Kommunalpolitik könne man am besten mitgestalten, ganz unabhängig von der Parteiencoleur.


„Wir haben viele Fachfrauen, dennoch überlassen wir viele Felder den Männern, “ sagt auch Martina Schmidt, die Leiterin der Kontaktstelle „Frau und Beruf“. Fachwissen sei um etwas zu entwickeln hilfreich, aber keineswegs Vorrausetzung für eine Kandidatur. Oft fehle einfach das Selbstvertrauen bei den Frauen, weil sie alles vielfach hinterfragten und alles perfekt machen möchten, während Männer „es einfach machen.“ Übrigens: Männer sind selbstverständlich bei der Veranstaltung ebenso willkommen.


Sie könnten als Multiplikator wirken, insbesondere auch wenn sie bei der Wahl sich dann für Frauen entscheiden würden. Wichtig sei auch, dass die beiden Gleichstellungsbeauftragten der Landkreise die Initiative unterstützten, denn ohne deren Infrastruktur wären die Veranstaltungen nicht zu stemmen gewesen.


Gisela Brodd wird am 23. Januar bei der Veranstaltung eine Frau vorstellen, die für den Kreistag kandidieren wird und Mutter von vier Kindern ist. „Wichtig ist auch, dass wir den Leuten erklären was da auf sie zukommt.“ Und auch darüber aufklären, dass es schon mit einem gewissen Aufwand verbunden sein wird, für den es aber auch – etwa beim Kreistag zusätzliche Unterstützung, etwa für die Kinderbetreuung – gebe. Auch müssten sich die Kandidatinnen darüber im klaren sein: „Dass man auf der Liste steht, heißt ja nicht automatisch dass man auch gewählt wird.“ Aber diese Unterstützung sei für die anderen Kandidatinnen und Kandidaten ja auch wichtig.


Für die Veranstaltung in Bad Wurzach können Gisela Brodd und die anderen Mitglieder der Initiative auch auf die Unterstützung von Sponsoren zählen: Die Volksbank-Allgäu Oberschwaben wird für die musikalische Umrahmung des Abends, die Bäckerei Steinhauser für das leibliche Wohl und die Gärtnerei Grad für den passenden Blumenschmuck sorgen.




Bericht und Bild Ulrich Gresser

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