17Indien 578Bad Wurzach - Derzeit besucht eine Delegation mit indischen Gästen im Rahmen eines GIPP-Austauschprogrammes (German-Indian-Partnership-Programme e.V.) das Salvatorkolleg Bad Wurzach und Oberschwaben.

 

Seit 2011 pflegen drei salvatorianische Schulen in Deutschland enge Kontakte zu den Ordensschulen in Assam. Der aus diesem Kontakt hervorgegangene gemeinnützige Verein GIPP e.V. (German Indian Partnership Programme) setzte sich bei seiner Gründung 2013 zum Ziel, bedürftige indische Kinder finanziell zu unterstützen. Über Stipendien ermöglicht der Verein derzeit 50 Kindern den Besuch einer der Partnerschulen. Darüberhinaus finanziert GIPP auch objektbezogene Hilfen, die in dieser entlegenen Gegend dringend benötigt werden, wie zum Beispiel einen Generator für die Blindenschule. Aus diesem Engagement heraus hat sich ein intensiver interkultureller Austausch ergeben, der inzwischen auch jährliche gegenseitige Besuche und einen Schüleraustausch umfasst.
Derzeit besteht diese Partnerschaft aus der Katholischen Schule Salvator in Berlin, dem Salvatorkolleg in Bad Wurzach und dem Hermann-Josef-Kolleg in Steinfeld sowie der Gemeinde St. Franziskus auf deutscher Seite und der Christ Jyoti School in Nagaon, der Blindenschule in Guwahati, der Divine Saviour School sowie der Gemeinde St. Peter and Paul in Laitkynsew.

 

Der Vorsitzende des Vereines, Andreas Heise, begleitet die Delegation, die auf ihrem 11tägigem Besuch nach den Schulen in Berlin derzeit das Schulleben im Salvatorkolleg Bad Wurzach kennenlernt. An der Spitze der Delegation stehen die drei Patres und Schulleiter der salvatorianischen Schulen in Nagaon und Laitkynsew, Pater Chinnaiah Bellamkonda (SDS), Pater James Tapa (SDS) und Pater Ambros Domian (SDS) sowie die Venerini-Schwestern Shiny (Shimmy Thomas) und Jompsy (Ancy Josy van der Kunnel), die an der Blindenschule in Guwahati großartige Arbeit leisten indem sie den Menschen, die ansonsten von der indischen Gesellschaft ausgeschlossen sind, eine Schulbildung und ein menschenwürdiges Leben mit Zukunftsperspektive ermöglichen, wie Andreas Heise bei der kurzen Vorstellung der Schulen berichtete.

Die zwei Schülerinnen Alangkrita Bora und Arhiana Kasyap und zwei Schüler Dixit Nayan Hazarika und Ryan Kahyap werden von zwei Lehrern Firdous und Devasis Murmu und einer Lehrerin Margareth Kujur von der Christ Jyoti School betreut.

Der stellvertretende Schulleiter des Salvatorkollegs, Klaus Amann, erklärte im Rahmen des Pressegesprächs, dass aufgrund der globalen Ausrichtung die indischen Schulen sehr gut zum Salvatorkolleg passen. Dabei verfolgten die Salvatorianer durch die persönliche Vernetzung der Schulen im Vergleich zur Indien Kinderhilfe einen anderen Ansatz.

 

Egal ob Schüler oder Lehrer, auf die Frage welche Eigenschaften ihnen in Deutschland besonders auffielen, antworteten beide: Die Disziplin in Schule und Verkehr, die Pünktlichkeit und die Art und Weise, wie Stadt und Schule organisiert werden. Die Art und Weise, wie in den Familien und in der Schule Kinder zur Selbstständigkeit erzogen werden, ist den Gästen aufgefallen: In Indien sei es undenkbar, dass Kinder alleine Fahrrad fahren oder sich der Gefahr aussetzten, beim Klettern auf einen Baum ab zu stürzen. Die Lehrer berichteten, dass sichauch die Unterrichtmethodik , Stichwort „Frontalunterricht“ gänzlich von der in Deutschland unterscheiden.

Pater Chinnaiah Bellamkonda stellte auch fest, dass es in Deutschland eine Sprache und eine Kultur gebe, in Indien dagegen vier große Religionen und sieben Sprachen. Die Venerini-Schwestern waren überwältigt von der Gastfreundschaft, Disziplin und Pünktlichkeit der Deutschen. Wie auch die Schüler beeindruckte sie der Umgang mit der Natur bei uns. Einer der Lehrer sagte, er hoffe, „dass wir in Indien auch einmal so weit kommen.“ Auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau – so ist es in Indien undenkbar, dass der Mann kocht – und der freundliche Umgang, den Mann und Frau bei uns pflegen, fiel den Gästen auf. Die SchülerInnen wiederum bewunderten den Umgang mit Müll, etwa die Vermeidung und ordnungsgemäße Entsorgung desselben:„ Wir schaffen das nicht.“

Beim Thema Religiosität und Spiritualität sehen sich die indischen Gäste im Vorteil: „Viele Deutsche kommen auf der Suche nach Spiritualität nach Indien.“

Pater Chinnaiah sprach dazu das passende Wort: „Wir können spirituell nur gemeinsam wachsen. Alle Religionen sind unter dem Dach Gottes vereint.“

 

Bericht und Bild Uli Gresser

 

 

 

 

 

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