Bad Wurzach - Vom 3. bis 19. Mai findet zum dritten Mal das Allgäuer Literaturfestival statt. Erstmals beteiligt sich auch Bad Wurzach mit einer Autorenlesung daran. Im Rahmen des Festivals las der bekannte Krimi- und Drehbuchautor Andreas Föhr in der Stadtbücherei Passagen aus seinem aktuellen Krimi „Schwarzwasser“, dem siebten Fall von Polizeiobermeister Kreuthner und Kommissar Wallner.

 

Der in Kreuzthal geborene Andreas Föhr studierte nach dem Abitur in München Rechtswissenschaften, woran sich das Referendariat in München und in Nairobi anschloss. Bis 1992 arbeitete er als Rechtsanwalt für die Bayerische Landeszentrale für neue Medien.

Ab 1991 machte er sich als Drehbuchautor, unter anderem auch für die Fernsehserien „Die Rosenheim-Cops“, „Der Bulle von Tölz“ und dem „Tatort“ selbständig. Daneben schreibt er alpenländische Heimatkriminalromane aus dem Tegernseer Raum.

 

Im Jahr 2009 startete Andreas Föhr mit „Der Prinzessinnenmörder“, für den er mit dem renommierten Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet wurde, eine Kriminalromanreihe um Kommissar Clemens Wallner und Polizeiobermeister Leonhard Kreuthner. Die teilweise skurrilen Fälle werden von den Mitarbeitern der Kripo Miesbach vor der Kulisse des oberbayerischen Voralpenlands gelöst.

 

Bei der Lesung zum Spiegel-Bestseller „Schwarzwasser“ mit Autor Andreas Föhr bekommen es die beiden Ermittler Wallner und Kreuthner in ihrem siebten Fall mit einem Toten zu tun, der gar nicht gelebt hat. Als Kommissar Wallner die Nachricht erhält, man habe die Leiche eines alten Mannes gefunden, bleibt ihm beinahe das Herz stehen: Seit Stunden ist Großvater Manfred verschwunden. Am Tatort verhaften Kommissar Wallner und seine Leute eine verstörte, junge Frau. Alles spricht zunächst für sie als Täterin.

Andreas Föhr konzentriert sich in der Lesung im Kapitelsaal, nach dem in die Geschichte einführenden Epilog des Romanes, vor allem auf die Figur des Polizeiobermeisters Leonhardt Kreuthner, der wegen seines etwas laschen Umganges mit den Dienstvorschriften ein ums andere Mal in die Bredouille gerät und natürlich auch, weil er in jedem Fall die erste Leiche findet.

So auch bei „Schwarzwasser“: Um endlich die Chance auf ein Schäferstündchen mit seiner seit vielen Jahren Angebeteten nutzen zu können, „leiht“ er sich nach einem Faschingsball das Haus eines Bekannten. Und weil er derzeit keinen Führerschein hat, muss der Onkel des Kommissars ihm dabei als Chauffeur dienen.

Dumm nur, dass dem Verliebten weiterhin das Pech an den Hacken klebt und sie die Leiche des angeblich verreisten Hausbesitzer erschossen in dessen Bett auffinden. Und damit die Hoffnungen von Kreuthner auf eine Liaison wie Seifenblasen zerplatzen lassen.

 

Andreas Föhr liebt Dialekte, vielleicht eines seiner Erfolgsgeheimnisse und der Grund, warum ihm die Charakterzeichnungen in seinen Krimis so gut gelingen. Genüsslich breitet er zum Beispiel im breiten oberbayerischen Dialekt die Dialoge aus, wie Kreuthner seinen Führerschein von den Kollegen abgenommen bekommt.

Bei der sich an die Lesung anschließenden Fragerunde kamen beantwortete Föhr bereitwillig Fragen wie: Wann er schreibe und wie er zum Schreiben gekommen sei. Sein beste und kreativste Zeit habe er zwischen 16 und 20 Uhr. Als sich ihm die Chance bot, an Drehbüchern mitzuschreiben, habe er diese ergriffen und als das Schreiben immer mehr Zeit in Anspruch nahm, habe er seinen Job als Jurist bald darauf gekündigt.

Sein Ermittler-Duo Kreuthner und Wallner bekommt Konkurrenz: Ende des Monats erscheint der zweite Band aus der Reihe mit der Münchner Juristin Rachel Eisenberg, die künftig im jährlichen Wechsel mit dem Miesbacher Ermittler-Duo Fälle aufklären wird. Die Entwicklung einer solchen Figur war eigentlich fast logisch, hat der gelernte Jurist durch sein vormaliges Berufsleben tiefe Einblicke in die Welt der Gerichtssäle gewinnen können.

Die Organisatorin des Allgäuer Literaturfestivals, Dr. Sylvia Heudecker, freute sich mit dem Kapitelsaal von Maria Rosengarten einen ähnlich exquisiten Veranstaltungsraum wie im Kloster Irsee anbieten zu können. Das Festival in seiner dritten Auflage, das in jedem Jahr eine Vielzahl neuer Veranstaltungsorte hinzugewinnen konnte, hat nun auch Bad Wurzach erreicht. Christiane Linge, die Leiterin der Stadtbücherei, welche die Lesung mit Andreas Föhr gemeinsam mit ihrem Team und der Bad Wurzach Info organisiert hatte, konnte sich am Ende über einen vollbesetzten Saal freuen und dem Publikum versprechen, dass dieser Lesung weitere folgen werden.

 

 

Text und Bilder von Uli Gresser

 

  • bild2320bild2320
  • bild2322bild2322
  • bild2323bild2323

  • bild2325bild2325
  • bild2326bild2326
  • bild2328bild2328

  • bild2330bild2330
  • bild2333bild2333
  • bild2335bild2335

  • bild2338bild2338
  • bild2341bild2341
  • bild2342bild2342

  • bild2343bild2343
  • bild2344bild2344
  • bild2345bild2345

 

 
Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok