06festbanketBad Wurzach - Musikvorstand Katharina Fugunt und Ralf Krug führten 25 Tage vor der Eröffnung charmant und witzig durch das Mammut-Programm, mit Interview-Blöcken mit prominenten Gästen aus der Lokalpolitik und Vereinen sowie sämtlichen Dirigenten, die dazu am Stammtisch im aufgebauten „Musikhaus“ Platz nehmen durften. Bild: Die Musiker der Jubelkapelle nahmen das einleitende „Rock mi heut Nacht“ bei ihrem Festbankett durchaus ernst



„Heute sind nur wichtige Leute da“ erklärte das Moderatoren Duo und begrüßte vom Bundestagsabgeordneten bis zum Nachbarn fast alle persönlich. Nicht fehlen durften die Vertreter der rund 100 Sponsoren, ohne die ein solches Fest für einen Verein nicht zu stemmen ist. Und natürlich durften die Vertreter der Musikkapellen nicht fehlen, die sich einen „Startplatz“ beim großen Festumzug am Sonntag ergattert hatten.


Natürlich gab es auch viel Musik: Bereits der Auftakt mit dem Flashmop „Rock Mi“ deutete daraufhin, dass dies ein besonderer Abend werden würde: es standen zunächst nur zwei Schlagzeuger auf der Bühne, während der Rest der Musikanten nach und nach auf und vor der Bühne Stellung bezogen. „A little Opening“ , „Silva Nigra“ und die „Böhmische Liebe“ spielte die Jubelkapelle selbst, „Imagasy“ und „How to train your dragon“ steuerte die Patenkapelle aus Ziegelbach bei, die nach dem Ende des Programmes für den musikalischen Ausklang sorgten.


Mit dem Interview der Hausherrin, der Haidgauer Ortsvorsteherin Ernestina Frick wurden die Fragestunden im Musikhaus eröffnet. Die gebürtige Eglofserin wird beim Festumzug Festführerin ihrer Heimatkapelle sein. Sie wünsche sich, dass es ein Fest für alle werde. „Alle im Dorf sollen irgendwie mit eingebunden sein.“ Etwa bei der Pflanzaktion, mit der das Dorfbild verschönert werden soll. „Wir haben mit dem Fest die Chance als Gemeinschaft zusammen zu wachsen.“


Den Leiter des Kulturdezernats beim Landratsamt Ravensburg, Joachim Simon, der Landrat Sievers vertrat, habe er noch nie auf einem Musikfest gesehen, begrüßte Ralf Krug den Gast. Zwischen dem 2,04m großen, aus dem Landkreis Biberach stammende Simon und dem nicht gerade mit Übergröße gesegneten Krug entspann sich danach eine witzige Konversation. Während Simon die hohe gesellschaftliche Leistung der Musikkapellen lobte, wollte Krug erfahren, wie viele Menschen (Gegenfrage: „Nacheinander?) ins Festzelt passen werden. Schätzen sollte Simon auch, wie viele Hektoliter Bier in den Tagen des Kreismusikfestes die Kehlen der Festbesucher passieren sollen (200). Oder wieviele Arbeitsdienste für das Fest erforderlich sind (1500).


Für Bürgermeister Roland Bürkle ist es bereits das fünfte Kreisverbandsmusikfest in 22 Jahren in das er als Bürgermeister involviert ist. In jungen Jahren sei er leidensfähiger gewesen, bei seinem ersten KMF sei er an jedem Abend dabei gewesen. Nicht dabei war Bürkle bei der Wallfahrt zur Sebastians-Kapelle, um für gutes Wetter beim Fest zu beten. „Das wollte ich den Haidgauern nicht zumuten.“ Beim Fest in Hauerz habe es nur geschüttet, als er damals dafür gebetet hatte...


In Ziegelbach war der damalige Bürgermeister Michel Raison der französischen Partnerstadt mit einer Hebebühne über dem Massenchor geschwebt, wovon er ihm noch Jahre später vorgeschwärmt habe. Der Motorradfahrer im Festzelt war ihm vom Seibranzer Musikfest in bleibender Erinnerung geblieben. „Bei Euch kann gar nichts schief gehen“ sagte das Stadtoberhaupt mit Blick auf das „Super-Marketing“.


Daniel Wassner war als Vertreter der Vereine in die illustre Runde eingeladen worden. Dem Zunftmeister der Chadaloh erklärte Ralf Krug den Unterschied zwischen einem Fasnetsumzug und dem Musikfestumzug: „Die Musiker sind disziplinierter.“ Als Gastgeschenk der Vereine hatte Wassner ein neues „Däfele“ mitgebracht, „mit extra kurzer Stang´, damit dr Ralf des au amol traga ka“.


Wie er dazu gekommen sei, Dirigent bei der Musikkapelle zu werden, fragte Kathi Fugunt Josef Häfele, der die Interviewrunde der Dirigenten, die in den vergangenen 50 Jahren in Haidgau den Taktstock schwangen, eröffnete. „Aus Kostengründen musste es einer aus der Kapelle sein, und weil Großvater und Vater auch schon Dirigenten waren.“ Nachdem bis 1975 keine Frau in der Kapelle mitspielte, liess Fugunt „den Allrounder vom alten Schlag“ wie er in der Bilderschau tituliert wurde, schätzen wie viele der 62 Musiker weiblich seien (30). Das Repertoire, das zu seiner Zeit gespielt wurde, bestand aus böhmischen Polkas und österreichischen Märschen.


Karl Kurray, sein Nachfolger, der die Kapelle von 1983-97 leitete, sieht als ausschlaggebenden Faktor für die enormen Fortschritte der Blasmusik die hervorragende Ausbildung an den Jugendmusikschulen. An das Musikfest 1993 hat der Schreinermeister „Alles was im Musikhaus aus Holz ist, ist vom Kurray“ beste Erinnerungen: „Die Leute haben damals alle zusammengehalten.“
Alexander Demmler, der die Kapelle bis 2004 leitete, war der „Showman“, machte bereits beim Vorstellungsgespräch klar, dass er andere Musik machen werde, „it so wia überall“. Es sei schwierig gewesen, alle Musiker davon zu überzeugen.


Er gründete eine Showgruppe und erinnert sich noch gut an einen Auftritt im Festzelt, als vor ihnen eine große Kapelle mit 70 Leuten auftrat, seine 35 Musiker damals „die Hosen voll hatten“ und sie dann dennoch das Festzelt gerockt haben. Mit Michaela Glöckler, heute Willburger, übernahm erstmals eine Frau in Haidgau den Taktstock, per Zufall, weil die Kapelle in Mettenberg sich bei der Dirigentensuche „mit einer Frau überfordert gefühlt“ hatte. In den acht Jahren spielte die Kapelle bei den Wertungsspielen viermal Konzertant und viermal bei den Marschmusikwertungen mit. „Die Marschmusikproben waren echt anstrengend“ erinnert sich Ralf Krug noch lebhaft an diese Zeit.


Einmal hätten sie in einem Jahr sogar bei beiden Wettbewerben mitgemacht. Mit einer „Wahnsinnsenergie“ habe Willburger die Jugendausbildung vorangetrieben, viele der Jungmusiker säßen heute auf der Bühne, erklären Ralf Krug und Michaela Willburger unisono die Fortschritte, die Haidgau aus der Mittelstufe in die Oberstufe geführt hat. Klaus Wachter, der „Mann mit dem Plan“ und aktueller Dirigent der Musikkapelle Haidgau, hat diese konsequente Jugendausbildung fortgeführt. Bereits seine Vorbereitung auf sein erstes Wertungsspiel mit der Haidgau Kapelle beim Musikfest in Ellwangen sei sehr harmonisch und ohne viel Stress verlaufen. Er wolle Neues ausprobieren, sagte Wachter und kündete wieder ein Sommerabendkonzert an, bei dem viel Unterhaltungsmusik gespielt werden solle.


Auf die Frage, warum er bei der kurzen Halbwertszeit vieler Dirigenten denn noch da sei, begründete er mit der hohen Leidensfähigkeit und: „Nach vier fünf Jahren weiß man erst richtig, was man alles miteinander machen kann. “Mit „Imagasy“ eröffnete die Patenkapelle aus Ziegelbach ihren musikalischen Part nach der Stärkung der Gäste am Buffet.


Freddy Holzmüller, Vorstand der Patenkapelle aus dem „nur einen Steinwurf entfernten“ Ziegelbach, erklärte warum diese nicht 2020 zum 100jährigen das Musikfest ausrichten wolle, zumal für die nächsten beiden Jahren sich noch kein Ausrichter gefunden hat: „Wir sind alle noch ein wenig lädiert von unserem 2010er Fest.“ Als Gastgeschenk hatte er einen originellen Grill in Dampflokomotiven form mitgebracht, den beide Kapellen zusammen einweihen wollen, wie die Vorstände einander versicherten.


Mit Rudi Hämmerle, dem Kreisverbandsvorsitzenden des Landkreis Ravensburg betrat der letzte Redner zum Interview die Musikhaus-Bühne. Er bewunderte, die immer höherwertigere Literatur, die bei den Wertungsspielen aufgeführt werde. Besonders in Erinnerung geblieben war dem gelernten Instrumentenbauer die neue Dimension des Massenchores in Ziegelbach. Besonderes Lob bekam der Musikverein Haidgau für sein professionelles Marketing, mit dem für das Kreismusikfest geworben wird.


Doch der oberste Blasmusikvertreter des Landkreises war nicht nur zum Vergnügen nach Haidgau gekommen: Insgesamt 1208 Ehrungen, die 12 in Haidgau eingerechnet habe er in den vergangenen acht Jahren durchgeführt und dabei Musiker für 12860 Jahre aktive Musikantentätigkeit geehrt. Vor den Ehrungen für aktives Musizieren zeichnet Hämmerle noch die Organisatoren Katharina Fugunt, Steffen Zachmann und Tobias Münsch des Haidgauer Kreismusikfestes mit dem Goldenen Ehrenzeichen für besondere Verdienste aus.


Für 10 Jahre aktive Tätigkeit wurden mit der Ehrennadel in Bronze des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg ausgezeichnet:

Rebecca Karkos, Julia Wolf und Johannes Wirth.

Für 20 Jahre aktive Tätigkeit wurden mit der Ehrennadel in Silber ausgezeichnet:
Tobias Münsch, Christoph Münsch, Sabrina Schraag, Steffen Zachmannun Katharina Fugunt.

Für 40 Jahre aktive Tätigkeit erhielten die Ehrennadel in Gold mit Diamant und Ehrenbrief: Ralf Krug, Edmund Föhr, Christof Wirth.

Für 50 Jahre aktive Tätigkeit erhielt die Ehrennadel in Gold mit Diamant und Ehrenbrief: Paul Frick

 

 

 

Text und Bilder von Uli Gresser
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