rosengarten 578Bad Wurzach - Stefan Jäckel, der Fachbereichsleiter Personal bei der Stadtverwaltung Bad Wurzach fasste im Rahmen des Verwaltungs- und Sozialausschuss die wichtigsten Ergebnisse jährlich erscheinenden Personalberichtes der Stadt Bad Wurzach zusammen. Er und Bürgermeister Roland Bürkle sieht das Personalmanagement dabei auf einem guten Weg.

 

Jäckel ging zunächst auf statistischen Eckdaten seines Resorts ein: Zum Stichtag 01.01.2018 beschäftigte die Stadtverwaltung 274 MitarbeiterInnen (Frauenanteil 72,3%), das Durchschnittsalter betrug 45,3 Jahre. Die gesetzlich vorgeschriebene Schwerbehindertenquote von 5 % wurde erreicht und der Anteil der Beamten beträgt 4,38%. Das Team des Personalmanagements betreut inkl. der Eigenbetriebe 460 Beschäftigte.

Der geplante Kostenrahmen von 7,7 Mio. € wurde ziemlich exakt eingehalten, das EDV Budget belief sich auf 450.000 €, die Systemadministratoren betreuen Arbeitsplatzsysteme, Serverräume und Anwendungen an 17 verschiedenen Orten. Für das Jahr 2017 bestand zu 97% Zugriffsmöglichkeit auf die EDV.

 

Der Durchschnitt an Fehltagen durch Krankheit liegt bei der Stadtverwaltung bei 5,5 Tagen pro Jahr und damit weit unter dem Wert, den z.B. die Technikerkrankenkasse (15,2 Tage) oder der DAK-Gesundheitsreport (12,9 Tage) ausweist. Der aus der flexiblen Arbeitszeit resultierende Stundenguthabenberg konnte um knapp 13% reduziert werden. Auch die Zahl der Überstunden konnte von 897 auf 683 reduziert werden.

Die Personalfluktuation lag bei 23 Personen, am höchsten in der Verwaltung (9) und im Bereich Bauhof / Reinigung (8). Es gab auf Ausschreibungen 217 Bewerbungen (73 männlich, 144 weiblich), 74 Vorstellungsgespräche wurden geführt. Bei einer gemeinsamen Jubilarfeier konnten 17 MitarbeiterInnen für Dienstzeiten zwischen 10 und 40 Jahren geehrt werden.

Das Personalbudget soll 2018 auf rund 8,57 Mio. € steigen. Mit einkalkuliert ist dabei ein Tariferhöhung um 4% und Personaleinstellungen (ein Bauingenieur Fachrichtung Tiefbau, ein IT-System- und Netzwerkadministrator, ein Sachbearbeiter Liegenschaften, ein Hausmeister Maria Rosengarten/Kurhaus, sowie die Kosten der Integration des Tourismusbetriebes.

2017 wurden 5 Beförderungen bzw. Höhergruppierungen vorgenommen, 4 vorzeitige Stufensteigerungen auf Grund dauerhaft guter Leistungen wurden genehmigt. Für 2018 sind zwei Beförderungen vorgesehen, die Beträge sind im Haushaltsplan ausgewiesen.

Stefan Jäckel sieht das Personalmanagement als Wertschöpfungsfaktor für die Stadt, die Personalarbeit gleichzeitig aber auch im Wandel: Stichwort demographische Herausforderung, Verkürzung von Wissenszyklen und auch durch die zunehmende Technologisierung.

 

 

Berthold Kibler freute sich über die positiven Zahlen und führt die geringe Anzahl von Krankheitstagen auf die Reduzierung der Überstunden und des Arbeitsstundenkontos zurück. Er sagte aber auch: „Die Herausforderungen werden nicht geringer, viele neue Aufgaben kommen auf uns zu.“

Franz-Josef Maier fragte beim Wert der EDV-Ausfallzeiten nach. Demnach konnte im vergangenen Jahr nur zu 3% nicht auf die EDV zugegriffen werden, „ein guter Wert“ wie Bürgermeister Bürkle findet. „Aber dafür tun wir auch etwas.in diesem oder dem nächsten Jahr wird die EDV-Verkabelung im Rathaus erneuert, um damit auf dem Stand der Technik zu sein.“

Zu den Problemen mit dem Fachpersonal im Bäderbetrieb fragten Maier und Hansjörg Schick nach, ob man sein Fachpersonal nicht selbst ausbilden oder dahingehend fördern könne, den Meister zu machen.

Bürkle sagte dazu: „Wir haben diesbezüglich schon länger eine Stelle ausgeschrieben, gerne auch für einen Meister, um selbst ausbilden zu können. Wir haben aber noch keine einzige Bewerbung bekommen, obwohl es für eine ganzjährige Stelle wäre. Denn im Grunde sucht jeder, der ein Bad betreibt. Es ist der totale Irrsinn, der sich da abspielt.“ Man habe derzeit drei gute Fachangestellte, mit denen man durchkommen werde. „Die suchen ja (im eigenen Interesse) selbst mit.“ Außerdem habe man ja Gottseidank viele motivierte Ehrenamtliche.

Schick fragte provokant, ob nun zukünftig ein Männerbeauftragter nötig sei. Ein kleiner ironischer Seitenhieb, weil ja immer mehr Frauen in der Verwaltung tätig seien. Bürkle merkte dazu an, dass Beschäftigungsverbote in der Regel im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft von Mitarbeiterinnen ausgesprochen werden. Frauen würden hier gleichbezahlt wie Männer. Die Stadt sei als Arbeitgeber bei Teilzeitbeschäftigten sehr familienfreundlich.

Armin Willburger regte an, den Workflow bei Zeiterfassung und Urlaubsanträgen zu digitalisieren. Er fragte auch an, dass die geplante Erneuerung des Aufgabengliederungsplans eventuell noch zurückgestellt werden sollte, bis der oder die Nachfolger/in von Herrn Bürkle im Amt ist, da diese/r möglicherweise die Organisation des Hauses auch nochmals ändern werde.

Hermann Gütler fragte an, wie die Stadt zukünftig Personal gewinnen wolle, da sich das Durchschnittsalter mit 45 Jahren schon auf der älteren Seite bewege und sich viele in den nächsten Jahren in den Ruhestand verabschiedeten.

Bürkle sagte dazu, man versuche jedem Auszubildenden eine Stelle anzubieten und sei damit in den letzten Jahren sehr erfolgreich gewesen. „Aber dann kann es passieren, dass er die gehobene Laufbahn einschlägt und dann weg ist.“

Durch die Digitalisierung könnten viele Abläufe optimiert werden, wodurch wiederum Zeitkapazitäten für andere Aufgaben frei würden. Und schließlich denke man über Outsourcing nach. Er machte dies am Beispiel des Bauhofes fest, für den demnächst ein Bereitschaftsmodell vorgelegt werde., weil man soviel Fachkompetenz für immer mehr und spezialisiertere Aufgaben nicht vorhalten könne.

Mit dem Hinweis auf die Bürgerreise im Juli zum Partnerschafts-Jubiläum nach Luxeuil-les-Bains schloss er die öffentliche Sitzung.

Vortrag von Stefan Jäckel

 

Bericht Uli Gresser

 

 

 

 

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