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Bad Wurzach - Seit zwanzig Jahren mischen die „Freunde des Ungeziefers" als alternative Narrenzunft die Fasnet in Bad Wurzach und Umgebung auf. Mit einem großen Jubiläumsprogramm feierten sie beim diesjährigen Sportler- bzw. Ungezieferball im Kursaal dieses Jubiläum, inmitten von duften Bienen, flotten Käfern, aber auch Spinnen, Zombies und gefürchteten Kammerjägern und Ghostbustern. Bild: Patrick Lindner im Oval-Office des BM - und die N-S-A hört mit.

 

Gemeinsam mit der Lumpenkapelle marschierten die verschiedenen Ungeziefer-Häser der letzten zwanzig Jahre in den närrisch dekorierten und ausverkauften Kursaal ein. Mit einem dreifachen „Mächtig – Prächtig!" dem diesjährigen Narrenruf der A-Zunft, begrüßten die beiden „Oberziefer" des Abends, Reinhard „Hardy" Vincon und Florian „Flo" Tobisch das Publikum. „Wer genau zellt hot, hot gmerkt, dass der Mehlwurm fehlt. Der isch wohl mit em Schumi irgendwie stifta ganga", zeigte Hardy Vincon gleich bei seiner Begrüßung richtig kabarettistischen Biss.

Apropos Biss: Auch „Oberstinkkäfer" Roland (Bürkle) genoss gemeinsam mit seiner „Landratam-Stuhlnagerin" Stephanie das klasse Programm des Jubiliumsballes, gemeinsam mit „seinem kriechenden Gefolge aus em Stadtrot". Atolz zeigten sich die beiden Moderatoren, dass die „echte" Wurzacher da war: Dia honds wia Moikäfer, alle sieba Johr tauchet se en Massa auf ond heit hond se sogar fiar eis auf da Nachtumzug in Ochsahausa verzichtet.

Nach dem Auftritt der Gardemädchen der LJG TSG Unterschwarzach, die die Bühne natürlich nicht ohne Zugabe verlassen durften, nahm Prachtkäfer und Bühnentechniker Markus „Vinne" in seiner Büttenrede das Wurzacher Geschäftsleben und insbesondere den HGV auf ´s närrische Korn. Er blickte bei seiner Tour durch die Wurzacher Geschäftswelt, etwa in der „Fastfoodstroaß" auch hinter die Kulissen des HGV „Was Christel it woiss, woiss dann der Heinze und sein HGV".

Mit einer perfekten Choreographie sorgten die Dienstagsturner der TSG mit ihrem „Schwarzlichttanz", rasant wie die schnellwechselnden Neon-Leuchtreklamen in der Großstadt, für ein riesiges Ausrufezeichen. Da war natürlich die Zugabe erfreuliche Pflicht.

Folgerichtig kamen beim nächsten Programmpunkt die „Klatscher" von DLRG, Ski- und Tennisclub zum Einsatz. Die extra engagierte Truppe sorgte mit ihrer ohne Worte auskommenden Pantomime für tolle Stimmung, diese steigerten sie noch mit dem anschließenden Flashmob.

Sorgen machen mussten sich die beiden Kopfläuse Claudia Forderer und Anja Vincon, die N-issen S-ehen A-lles, die im Oval-Office des Bürgermeisters (Thomas „Otto" Grandl) das Stadtgeschehen beobachteten, nur ob des schütteren Haupthaares Desselben. Ansonsten war für genügend Unterhaltung gesorgt: Herrlich anzuschauen und -hören war, wie sich die neuen Gemeinderatsaspiranten beim Schultes vorstellten und wie der ihre Bewerbungsunterlagen im Reisswolf enden ließ. Dazu als „Special-Guest" Patrick Lindner der sich auf der Suche nach dem Bürgerbüro zwecks Einbürgerung immer wieder vom Stadtoberhaupt in die falsche Richtung geschickt wird und auf des Sängers Frage „Wieviele Leute arbeiten im Rathaus?" „Knapp die Hälfte!" zur antwort bekam. Und immer einen Tick zu spät kam Metzger Wegmann als „running Gag" der auf der Suche nach dem kochenden Schlagersänger cool Oval-Office anklopfte.

Eine neue Disziplin für die olympischen Sommerspiele aus der Taufe hoben Hubi -Heraus-Forderer (Hubert Forderer), Kurt K.O.bisch (Florian Tobisch), genannt das Gürteltier und Hubiener Schwarz (Hubert Schwarz). Die drei schufen die neue Disziplin des Dreier-Boxkampfes, deren Aufnahme in den Kreis der fünf Ringe aber sicher am Veto russischen Präsidenten Putin scheitern dürfte...

Ein Kontrastprogramm besonderer Güte zeigten Anja Vincon und Margit Waibel bei ihrem Flirt-Check. Schon bei der Ansage kam auf die Frage nach dem letzten Flirt der Zwischenruf aus dem Publikum „Des isch scho lang her!" Herrlich anzuschauen war, wie aus dem verhuschten „Heimchen am Herd" Waibel, der gerade ihr Mann wegen einem „dürren Klappergestell" abhanden gekommen ist, beim Rollentausch ein sich schlechtbenehmender Macho wurde. Da staunte selbst die nicht eben auf den Mund gefallene Hippiefrau Vincon gewaltig.

Den krönenden Abschluss des Jubiläumsprogrammes setzte wieder traditionsgemäß die Ungeziefer-Männergarde, die was Perfektion in den Schrittfolgen anging, sich hinter ihren weiblichen Pendants nicht zu verstecken brauchten.

Nach dem großen Finale „Bis zum näckschde Johr an gleicher Stelle. Haltet eure Fühler steif!" und einem dreifachen „Mächtig- Prächtig!" übernahm die Tanzband „Cocktail" das musikalisch, närrische Zepter und auch der Kammerjäger Roland soll mit seiner als Spinnenfrau gewandete Stefanie noch lange auf der Tanzfläche gesichtet worden sein.

Bericht und Bilder von Uli Gresser

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