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Ravensburg – Drei Stunden vor Beginn seines Konzerts in der Oberschwabenhalle hat der 65-jährige Wolfgang Niedecken am Dienstag seinen ersten Auftritt an diesem Tag. Der „bundesweite Widerstandspreis 2016“, verliehen vom Ravensburger Verein „Freunde der Räuberhöhle“, geht in diesem Jahr an den Kölner Musiker und Frontmann der Rockband „BAP“. Er wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet, da er immer konsequent gegen Rechtsradikalismus und Rassismus eingestanden ist. (Im Bild v.l.n.r. Wolfgang Niedecken, Sonja Hell, Markus Mayer)

 

Der Widerstandspreis wird vom Verein „Freunde der Räuberhöhle 2012“ mittlerweile zum dritten Mal verliehen und ist mit 500, -- EURO dotiert. Die bisherigen Gewinner des Widerstandpreises sind der Whistleblower Edward Snowden und die Initiative "Wunsiedel ist bunt - nicht braun", welche den Spendenmarsch "Rechts gegen Rechts" veranstaltet hat.

 

Der Verein "Freunde der Räuberhöhle 2012" setzt sich schon seit über vier Jahren dafür ein, dass die überregional bekannte Kultkneipe „Räuberhöhle“ in Ravensburg in der jetzigen Form erhalten bleibt. Diese ist bereits seit 2010 von einem Investor bzw. Besitzer massiv von der Schließung bedroht. Geht es nach deren willen, soll die Kneipe totsaniert werden. Mittlerweile zählt der Verein über 700 Mitglieder und gehört somit zu den zehn größten Vereinen in Ravensburg.

 

Verliehen wird der Preis an den sichtlich gut gelaunten Wolfgang Niedecken vom Vorsitzenden der „Freunde der Räuberhöhle“, Made Höld, seiner Vorstandskollegin und „Über-BAP-Fan“, Sonja Hell, und dem Künstler der den Preis geschaffen hat, Markus Mayer.

 

Niedecken hat eine jahrzehntelange Verbindung zur Räuberhöhle. Nach zahlreichen BAB-Gastspielen in Ravensburg war Niedecken und die Band, so wird stolz erzählt, in den Jahren 1983 / 84 und 1996 jeweils nach den Konzerten auf einen „Absacker“ in der Kultkneipe. An einem dieser Abende geschah dann das schier Unglaubliche, vom dem heute noch mit großer Ehrfurcht berichtet wird, ein Gast in der Räuberhöhle hat Wolfgang Niedecken die Geschichte einer jungen Frau erzählt und Niedecken wurde durch diese Geschichte zu dem Song „Lisa“ inspiriert, der dann 1986 auf dem Album „Ahl Männer, aalglatt“ erschienen ist.

 

Nach der Verleihung des Preises wird einem klar, dass Wolfgang Niedecken diesen Preis mehr als verdient hat. Seine Augen blitzen auf und seine Stimme wird durchdringend, als er von seinem jahrzehntelangen Engagement gegen Rechts, gegen Rassismus und für mehr Toleranz erzählt. Er ruft dazu auf, dass wir angesichts der aktuellen Veränderungen nicht resignieren dürfen, dass wir uns dagegenstellen müssen. Er sieht uns in einer „post-faktischen Zeit“, in der immer weniger Menschen von der Globalisierung profitieren.

 

In Bezug auf sein soziales Engagement kann man Wolfgang Niedecken durchaus in einem Atemzug mit internationalen Start wie Bono, Sting und Bob Geldof nennen. So ist es für ihn selbstverständlich, dass er das Preisgeld in Höhe von 500, -- EURO seiner eigenen Hilfsorganisation „Rebound“ spendet, die sich für ehemalig Kindersoldaten im Kongo einsetzt.

 

Weitere Infos zu Wolfgang Niedeckens Projekt „Rebound“ erhalten Sie hier.
https://www.worldvision.de/informieren/unsere-projekte-weltweit/rebound

 

Text und Bild von Oliver Hofmann

 

Viele weitere Fotos von der Preisverleihung unter dem nachfolgenden Link:

weitere bilder oliver hofmann 578

 

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