Bank2Bad Wurzach - Was ist Crowdfunding? Um das Prinzip dieser neuen Spendenvergabeform vorzu stellen hatte die Genossenschaftsbank, die im 2016 150 Jahre alt wird, Vertreter von Vereinen und gemeinnützigen Institutionen ins Kurhaus in Bad Wurzach eingeladen. Bild: Vorstandsmitglied Stefan Scheffold hofft auf viele gelungene Projekte, die mit CrowdFunding gefördert werden.

 

„Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele gemeinsam“ getreu diesem Motto des Gründers der Genossenschaften, Friedrich Wilhelm Raiffeisen überlegte sich die Vorstandschaft der Bank, wie man im Rahmen der Gewinnsparspendenverteilung den Vereinen und Institutionen eine Plattform bieten kann, deren Projekte einer größerene Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Viele schaffen mehr“ wurde geboren. Gemeinsam mit den Marketing Spezialistinnen Daniela Heiss, Michaela Hengeler und Sieglinde Buck standen die Vorstandsmitglieder Stefan Scheffold und Georg Kibele an diesem Abend den rund 50 gekommenen Vereinsvertretern Rede und Antwort.

„Viele schaffen mehr“, funktioniert so: Der Verein oder die Institution versucht mit einer begeisternden Projektbeschreibung möglichst viele Fans zu gewinnen. Die Bank unterstützt die jeweils erste Spende eines Unterstützers ab 5 Euro dann mit zusätzlichen 10 Euro. Zum Start der Plattform stehen dafür 50.000€ zur Verfügung.Das Prinzip des Crowdfunding ist beinahe so alt wie die Raffeisengenossenschaften: 1885 wurde der Sockel der Freiheitsstatue in New York von 120.000 Menschen in 6 Monaten finanziert.

Anhand eines kurzen Filmes zur Einführung erklärte Vorstandsmitglied Stefan Scheffold das Prinzip des Crowdfunding, nach dem im Jubiläumsjahr, die Spenden aus dem Gewinnspartopf vergeben werden. Teilnahmevorraussetzung seitens des Vereines: Ihre Gemeinnützigkeit muss vom Finanzamt besscheinigt sein, der Verein bzw die Institution muss bei der Leutkircher Bank ein Konto haben und im Geschäftsgebiet ansässig sein.

Daniela Heiss, erklärte die Vorteile für Vereine /Institutionen und deren Unterstützer bei dieser Vergabeform der Spenden. Die Plattform, auf der die Gruppierungen ihre Projekte, die zwischen 500 und 30.000 € kosten dürfen, mit eigenen Bildern, Videos und Texten vorstellen können, ist kostenlos und damit ohne Risiko. Durch die Aktivierung von Vereinsmitgliedern, Familien und Freunden wird der Zusammenhalt und das Wir-Gefühl gestärkt, darüberhinaus kann eine grße Zielgruppe angesprochen werden. Bereits zu Beginn, in der Fan- Generierungsphase erhalten die Projektverantwortlichen eine Rückmeldung ob das Projekt überhaupt Sinn macht. Nach den Erfahrungen, die andere Banken mit Crowdfunding gemacht haben, wird durch diese Art der Spendenvergabe oft mehr Geld gesammelt als eigentlich für das Projekt benötigt wird.

Sollte ein Projekt nicht erfolgreich sein, bekommen die Unterstützer ihr Geld wieder ausbezahlt, der Verein darf aber das CoFunding der Bank behalten. Die Unterstützer beteiligen sich aktiv am Projekt und erhalten als Gegenleistung ein „Ideelles Dankeschön“ , etwa die Einladung zu einem Helferfest oder eine Spendenquittung. Die Projekte der Vereine können vom neuen Tornetz des Fussballvereines über Musikinstrumente für eine Musikapelle bis zu Fahrzeugen für die Feuerwehr oder auch eine neue Bestuhlung für eine Kirche sein.

Michaela Hengeler stellte den technischen Ablauf eines Projektes vor. Der Verein legt ein Projekt fest, stellt es bei der Bank vor und nach deren OK mit Videos, Bildern und Texten auf die Plattform. Dort sammelt das Projekt innerhalb der ersten zwei Wochen, je nach Höhe der angepeilten Spendensumme gestaffelt eine gewisse Anzahl von Fans, um in die Finanzierungsphase aufgenommen zu werden. Wenn diese Hürde genommen ist, hat der Verein bzw die Institution 10 Wochen Zeit, durch Rühren der eigenen Werbetrommel, Mund zu Mund Propaganda, aber auch mit der Unterstützung der Bank die gewünschte Summe auf seinem Konto anzusammeln.

Michela Hengeler stellte auch einige derzeit bereits laufende Projekte vor: So erhält u.a. die Musikapelle Dietmanns ein Bühnenbild für ihr tradionelles Frühjahrsfest und der neue Spielplatz beim Vereinsheim der TSG -LJG Unterschwarzach in Eggmannsried wird auf diesem Weg teilfinanziert.

Nach einigen Tipps für die Präsentation auf der Plattform – einen realistischen Betrag zu wählen, Abchecken ob ausreichendes Interesse vorhanden ist, Emotionen erzeugen, etwa mit dem Drehen eines Videos und jede Gelegenheit zu nutzen für das Projekt zu werben – ging es in die Fragerunde. Eine mögliche Vorfinanzierung ist ausgeschlossen, das Sponsoring Engagement der Bank für Veranstaltungen sind durch Crowdfunding nicht betroffen. Das Projekt muss innerhalb des Geschäftsbereichs der Bank realisiert werden, die Unterstützer jedoch dürfen aus der ganzen Welt kommen.

In seinem Schlusswort sagte Vorstandsmitglied Stefan Scheffold, getreu dem Geiste Friedrich Wilhelm Raiffeisens: „Es gibt keinen Grund, es nicht zu tun!“ Er knüpfte daran seine Hoffnung, daß dadurch nicht immer diesselben Ehrenamtlichen im Verein die Schaffer seien.

Beim gemütlichen Teil im Anschluss an die Vorstellung wurden dann bereits viele Ideen gewälzt und vielleicht bleibt ja das „Viele schaffen mehr“ Projekt im Rahmen des Gewinnsparens bei der Leutkircher Bank nicht auf deren Jubiläumsjahr beschränkt.

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Die im Bereich Marketing der Bank für „Viele schaffen mehr“ Zuständigenen von l.n.r. Sieglinde Buck, Michaela Hengeler und Daniela Heiss stellten sich den Fragen der Vereinsvertreter.

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