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Berlin/Landkreise Ravensburg/Biberach/Bodensee – „Wir haben viele Eindrücke mitgenommen.“ Ausgesprochen zufrieden sind 46 Bürger aus der Bundeshauptstadt Berlin zurückgekehrt, die sich ehrenamtlich in den Landkreisen Ravensburg, Biberach und Bodenseekreis in der Flüchtlingshilfe engagieren. Eingeladen zu dieser viertägigen politischen Informationsfahrt hatte Annette Groth von den Linken, Mitglied des Deutschen Bundestages. (Im Bild v.l.n.r. Annette Binder (Helferkreis Bad Wurzach) Martina Peter und Simone Wagner (beide Helferkreis Leutkirch)

 

„Jeder Abgeordnete des Bundestags hat bis zu dreimal im Jahr die Möglichkeit, so eine Fahrt anzubieten“, sagt Ulrich Bamann, Wahlkreismitarbeiter der Linken in Friedrichshafen . Der Unkostenbeitrag pro Teilnehmer dieses Mal: 10 Euro. Finanziert werden derartige Fahrten vom Bundespresseamt.

Das ausgesprochen anspruchsvolle und auch anstrengende Programm begann mit einem Gespräch bei Amnesty International im Presse-  und Besucherzentrum des Bundespresseamtes. Dabei ging es natürlich auch um die Tragödien, die sich in den vergangenen Tagen und Wochen auf dem Mittelmeer abgespielt haben. Tausende von Menschen sind auf der Flucht aus ihrer Heimat nach Europa im Mittelmeer ertrunken. AI fordert deshalb von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den anderen Regierungschefs in der Europäischen Union, die Seenotrettungsmaßnahmen im Mittelmeer durch die Beteiligung aller EU-Mitgliedsstaaten zu verstärken und mehr sichere und legale Zugangswege nach Europa zu schaffen, damit Flüchtlinge und Migranten nicht auf gefährliche Routen gezwungen werden. Weitere Forderungen von AI: Sicherzustellen, dass alle Schutzsuchenden an Europas Grenzen Zugang zu einem Asylverfahren erhalten, bei der Einwanderungskontrolle nicht mit Transitstaaten zu kooperieren, die Menschen bereits an der Ausreise nach Europa hindern und eine fragwürdige Menschenrechtsbilanz haben.

Sehr interessant für die Reisegruppe aus dem Süden Deutschlands war auch der Besuch des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Unter der Fülle der Informationen, die man dort erhielt, war auch diese: Mehr als eine Milliarde Menschen in der Welt leben in extremer Armut, die reichsten 85 Menschen verfügen über so viel wie die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung! Fast sprachlos machte auch der anschließende Besuch des Dokumentationszentrums Topographie des Terrors.

Etwas kurz ausgefallen ist die Diskussion mit MdB Annette Groth im Paul-Löbe-Haus. Aufgrund des vollen Terminkalenders der Abgeordneten bestand nicht viel Zeit, mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Sicherlich ein besonderes Erlebnis für die Reisegruppe war die Teilnahme  an einer Plenarsitzung im Deutschen Bundestag. Auch wenn nur ein Ausschuss tagte und es gerade um Fluglärm und nicht um die Flüchtlingspolitik ging: Spannend war es allemal, den Abgeordneten zuzuhören.

Ein Höhepunkt der Reise war sicherlich der Besuch der Kuppel des Reichstagsgebäudes. Der Blick über Berlin war wunderbar, nicht nur wegen der untergehenden Sonne. Dieses Erlebnis bleibt vielen Reiseteilnehmern sicherlich in bester Erinnerung. Nachhaltig, aber aus ganz anderem Grund: die Führung durch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Auch die anschließende Stadtrundfahrt mit einem Besuch der Gedenkstätte der Sozialisten war sehr informativ.

Am Ende dieser politischen Informationsfahrt waren sich alle einig: Diese Reise hat sich gelohnt. Angela Reuß aus Kißlegg: „Die Fahrt war toll. Es gab ganz viele Infos.“ Schade findet sie, dass der Termin beim Flüchtlingsrat kurzfristig abgesagt wurde. Mit dieser Meinung steht sie nicht allein da. Auch Anne Sörries, die ebenfalls ehrenamtlich Asylbewerber in Kißlegg betreut, sieht das so. Und Annette Binder (Bad Wurzach) und Simone Wagner sowie Martina Peter (beide aus Leutkirch) hätten sich ebenfalls gerne ein Gespräch mit dem Flüchtlingsrat gewünscht. Aber dieser ausgefallene Termin hat den Gesamteindruck nicht getrübt. „Schön finden wir auch, dass Kontakte zu anderen Gruppen, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren, entstanden sind“, sagen Peter, Binder, Wagner, Sörries und Reuß.

 

Text und Bilder: Jürgen Spöcker

 

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