13Bauernversammlung

Gaisbeuren- Wurden für ihren Einsatz im Projekt „Gläserne Landwirtschaft des Landratsamtes mit Urkunden ausgezeichnet. Landrat Kurt Widmaier ehrte bei der Jahreshauptversammlung des Bauernverbandes Allgäu-Oberschwaben im Dorfgemeinschaftshaus in Gaisbeuren v.l.n.r. Waltraud Allgäuer, Landwirt Zembrot und vom Milchwerk OMIRA Sarah Schwarzpaul. Der Landrat selbst erhielt zur Anerkennung seines Einsatzes für die regionale Landwirtschaft, von der Vorstandschaft des Bauernverbandes seinen eigenen kleinen Stall. Natürlich mit allem notwendigen Vieh bestückt.

 

Der Grund Widmaier wurde zwar auf einer Landwirtschaft groß, konnte aber selber nie einen Hof führen. Nun hat er zumindest ein Modell seines potenziellen eigenen Hofes.

Rund 160 Mitglieder des Bauernverbandes Allgäu-Oberschwaben trafen sich vergangenen Freitagabend im Dorfgemeinschaftshaus in Gaisbeuren. Kritik an Regierungsentscheidungen, fand auch unter den anwesenden Landwirten Zuspruch.

Nach Grußworten, Geschäftsberichten und drei Ehrungen, referierte Hansjörg Knoll von der ZG Raiffeisen eG über die aktuelle Entwicklung der Agrarmärkte. Im Anschluss versuchte Jürgen Geyer einen Einblick in die Entwicklung des Milchmarktes zu geben. Geyer appellierte an die Milchwerke sich von den Forderungen der Discounter im Milchpreis nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Beide Referenten veranschaulichten in Präsentationen, wie sehr die landwirtschaftlichen Unternehmen mit dem Weltmarkt verknüpft sind. Import und Exportverhalten der Handelspartner, sowie Regierungsentscheidung und Behördenauflagen beeinflussen maßgeblich das Einkommen der Erzeuger. Der Markt aber würde sich immer auf kurz überlang entsprechend einpendeln.

Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgte die Bauernkapelle Oberschwaben unter der Leitung von Eugen Maucher.

Zu Beginn lobte Waldemar Westermayer, Vorsitzender des Bauernverbandes, die Arbeit der Bauernverbände im Kreis. Dankend wendete sich der Politiker und Landwirt auch an Landrat Kurt Widmaier. Der Landrat habe immer ein offenes Ohr für die Belange der Landwirte, und würde stets lösungsorientiert agieren. Zum Thema Düngeverordnung, erklärte Waldemar Westermayer, dass er über jegliche Form von Anregung dankbar sei und sich die Landwirte jederzeit bei ihm melden könnten. Eine sinnvoll ausgearbeitete Düngeverordnung, die den Anforderungen entspräche wäre das erklärte Ziel. Der Grund dafür dass diese Hürde etwas schwerer zu nehmen ist, liegt laut Westermayer am Umweltministerium, dort sei der Agrarausschuss nicht so gut vertreten.

 

Zuteilung der Prämienrechte für die nächsten fünf Jahre
Im Anschluss informierte Dr. Xaver Kempter über das vergangene Geschäftsjahr des Bauernverbandes. Insgesamt 3152 Mitglieder hat der Verband aktuell. Aufgenommen wurden 22 Mitglieder. Den Verband verlassen haben 64. Der Vorstand der Geschäftsführung wurde vom Gremium der Ortsobmännerversammlung einstimmig entlastet.

Dank effektiver Haushaltsführung ist der Verbandsbeitrag bereits im fünften Jahr stabil und wird auch 2015 unverändert erhoben. „Ziel der Verbandsarbeit war 2014, den aktiven Landwirten einen möglichst großen Teil der bisherigen Stützungsmaßnahmen ohne überbordenden Bürokratismus zu sichern", referierte Kemper. Letztendlich sei, ein durchschnittlicher Betrieb im Landkreis Ravensburg besser gestellt, als in den letzten Förderperioden.

„Das Jahr 2015 ist entscheidend für die Zuteilung von Prämienrechten bis Ende 2020, Beratung erteilt hierzu die Geschäftsführung, nach telefonischer Voranmeldung", erklärt Kempter weiter.

Kurz erläuterte der Referent noch einzelne Zielsetzungen bezüglich der landwirtschaftlichen Tätigkeiten, die so reglementiert werden müssten dass sowohl Landwirte wie auch Behörden damit einverstanden sein könnten. Hier brach Kempter eindeutig eine Lanze für die Lebensmittelerzeuger dieser Region. Dabei spielte Kempter auf die Ausgleichsflächenregelung, Düngeverordnung, regelmäßige Schulungen zu Pflanzenschutzmittel, Mindestlohn und Richtlinien bei Rodung an.

Einige der von "Oben" kommenden Reglementierungen und Vorgaben, sind mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden oder schlicht und ergreifend unsinnig.

Neu im Team begrüßte Kempter Rechtsanwalt Stefan Jäger, der den Platz von Herrn Eules übernimmt. Dieser war Mitte des Jahres 2014 auf eigenen Wunsch ausgeschieden.

 

Bauern sollen zu Vorwürfen Stellung nehmen
Kempter stärkte seinen Kollegen den Rücken, in dem er ihnen ins Gedächtnis rief welche große Bedeutung die Landwirtschaft für Deutschland habe. Nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht seien die Betriebe mit den Weltmärkten verknüpft, auch was Landschaftspflege, Tradition und Kultur betreffen würde, seien die Bauern ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft.

Damit prangerte Dr. Kempter Hetzkampanien gegen Landwirte in diversen Medien an. Übereilte Vorwürfe wegen Tierquälerei oder das willkürliche anprangern der Lebensmittelerzeuger dieses Landes, durch nichterlaubte Aufnahmen und deren Verbreitung verurteilte er aufs Schärfste.

Xaver Kemper appellierte an das Selbstbewusstsein der Landwirte, immer im Gedächtnis zu behalten, dass sie alle Tag täglich zum Wohl der Allgemeinheit beitrügen. Auch erklärte er, dass es wichtig sei eventuelle Missstände zu kontrollieren und dafür zu sorgen dass diese dann auch behoben beziehungsweise entsprechend sanktioniert würden. Ebenso seien Antibiotikaresistenzen, sicher nicht die Alleinschuld der Landwirte.

Um solchen ungerechtfertigten Angriffen entgegenwirken zu können, sollten die Landwirte den Mut dazu haben, ihre Höfe für Interessierte zu öffnen um mit möglichst hoher Transparenz den üblen Anschuldigungen entgegen zu wirken. Besonders empfehlenswert, auch für den Verbraucher, sei der Faktencheck des Bauernverbandes. Unter bv.de-faktencheck können sachliche Informationen heruntergeladen werden. Auch sollten die Landwirte unter dem Netzwerk „meine bauernfamilie.de" öffentlich Stellung zu den angeprangerten Themen beziehen.

 

Landfrauen sind sehr engagiert
Dass die Landfrauen des Kreisverbandes sehr aktiv waren berichtete Waltraud Allgäuer, in ihrem anschließenden Tätigkeitsbericht, den Zuhörern. „In den 21 Ortsvereinen haben wir über 8700 Teilnehmerinnen bei 342 Veranstaltungen mit unseren qualifizierten und ganzheitlichen Weiterbildungsangeboten erreicht", berichtet Allgäuer. Aktuell hat der Kreislandfrauenverband 1136 Mitglieder.

„In Zusammenarbeit mit dem Milchwerk OMIRA starteten wir zum fünften Mal mit Ravensburger Schulen unser Projekt „Bauernhofexkursion mit Grundschulkindern", erzählt die Vorsitzende stolz.

Auf dem Betrieb Zembrot in Goldenhub konnten die Kinder beim Kälber füttern hospitieren und lernten wie aus Milch Butter und feine Milchmixgetränke gemacht wurden. „Insgesamt haben ca.220 Kinder teilgenommen", berichtet Allgäuer weiter.

Ausführlich referierte die Rednerin ebenfalls über alle anderen Aktivitäten des vergangenen Geschäftsjahres.

 

Spenden, Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit
Erste Vorsitzende des LandFrauenkreisverbandes e. V. und des Bildungs-und Sozialwerk der Landfrauen e. V. Silvia Ulrich setzte die Zuhörerschaft über die Aktivitäten ihrer Organisation kurz und bündig ins Bild.
„Der Erlös vom Weihnachtsmarkt in Wolfegg spendeten wir, wie jedes Jahr, an verschiedene soziale Einrichtungen", berichtete Ulrich. Insgesamt 11.857 Teilnehmer nahmen an 691 Veranstaltungen teil.

Der Käsemarkt im Bauernhofmuseum in Wolfegg wurde genutzt um Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, genauso auch der Allgäu-Tag in Isny. „Bei unserem LandFrauentag mit Wahlen, verabschiedeten wir Sabine Merk. Gewählt wurden Silvia Ulrich als Vorsitzende, als Stellvertreterin Christa Fuchs aus Eglofs, Ulrike Haußmann aus Schwaderberg und Ramona Gründig aus Bad Wurzach", informierte Silvia Ulrich weiter.

 

„Holt die Jungen mehr ins Boot"
Christian Kornmayer, Vorsitzender des Landesvorstandes der Landjugend Württemberg- Hohenzollern berichtete kurz und knapp über die Belange der Landjugend.

Mit einigem Schneid forderte der dynamische Landwirtschaftsmeister, von seinen Kollegen ihren Nachwuchs mehr dazu auf zu fordern, sich im Bauernverband und der Landjugend mit ein zu bringen. Die Jugend sei die Zukunft der Landwirtschaft und müsste mehr dafür Begeistert und in die Pflicht genommen werden.

 

Grußworte der Politiker zollten den aktiven Bauern Respekt
Ob es nun Manne Lucha (MdL) oder Paul Locherer (MdL) war, beide Politiker dankten den Landwirten für ihre tägliche Arbeit und bekundeten dass sie den hohen Wert der Landwirtschaft auch bei anderen Politikern und Entscheidungsträgern weiterhin forcieren würden. Die Landwirte könnten sich ihrer politischen Unterstützung sicher sein. Auch Landrat Kurt Widmaier klopfte den Landwirten verbal auf den Rücken.

 

Drei Stunden Sitzung-keine Diskussionsrunde
Nach gut dreieinhalb Stunden Hauptversammlung bat Vorsitzender Waldemar Westermayer von einer Diskussionsrunde ab zu sehen. Obwohl wahrscheinlich in so mancher Hinsicht der ein oder andere anwesende Landwirt sicher gerne noch seine Meinung beziehungsweise Bedenken geäußert hätte, ging die Versammlung letztendlich in den gemütlichen Teil über.

 

Text und Bilder von Diana Schwarz
Beachten Sie bitte den unten angefügten Bilder-Bestellservice 

 

  • IMG_2630IMG_2630
  • IMG_2631IMG_2631
  • IMG_2632IMG_2632

  • IMG_2635IMG_2635
  • IMG_2636IMG_2636
  • IMG_2637IMG_2637

  • IMG_2638IMG_2638
  • IMG_2639IMG_2639
  • IMG_2640IMG_2640

  • IMG_2642IMG_2642
  • IMG_2643IMG_2643
  • IMG_2645IMG_2645

  • IMG_2648IMG_2648
  • IMG_2650IMG_2650
  • IMG_2652IMG_2652

  • IMG_2653IMG_2653
  • IMG_2659IMG_2659
  • IMG_2661IMG_2661

  • IMG_2662IMG_2662

 

 

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok