Bad Wurzach - Die Stadtverwaltung hatte die Bad Wurzacher Bürger eingeladen, aber nur etwa 90  Interessierte waren gekommen, um sich über die anstehenden großen Projekte, Neubau Hallenbad, Sanierung Schule Arnach, Entwicklungskonzept Unterschwarzach und die Gestaltung der Aussenanlagen von Maria Rosengarten zu informieren.

Ob das mangelnde Bürgerinteresse wohl an dem lag, was Bürgermeister Roland Bürkle bei seiner Begrüssung sagte: „Der Stadt geht es in diesem Jahr gut!“ Im Gegensatz zu anderen Kommunen sei die Einwohnerzahl konstant geblieben, sie schrumpfe dank eines Geburtenüberschusses nicht. Etwa 800-850 Wegzügen, vor allem von Jüngeren stehen ebensoviele Zuzüge, mehrheitlich junge Familien, gegenüber. Damit sei Bad Wurzach eine junge Stadt,  sogar 1,5 Jahre jünger als der Landesdurchnitt. Statistiker prognostizierten, daß Bad Wurzach bis 2030 weiter wachsen werde.

Die steigenden Einnahmen habe man genutzt, Rücklagen zu bilden und Schulden abzubauen. Die Liquidität sei so hoch, daß man für die begonnenen und neuen Maßnahmen bis zum Jahre 2018 ohne neue Kreditaufnahme auskomme.

Dank des niedrigen Zinsniveaus könne es jedoch sinnvoll sein, durch einen niedrig verzinstes Darlehen einen alten höherverzinsten Kredit abzulösen.

Die große Herausforderung sei nach wie vor der Kurbetrieb. Bürkle zeigte sich überzeugt: „Wir können  2016 die Ertragswende schaffen!“ Man habe dafür eine Unternehmensberatung ins Boot geholt, die, falls bis zum Ausscheiden von Kurgeschäftsführer Alfons Diem zum 30.06. diesen Jahres kein  Geschäftsführer gefunden werde, kommisarisch die Leitung des Kurbetriebes übernehmen werde.

Bürkle betonte, daß die Gründe für das Ausscheiden Diems nach Ablauf seines Vertrages privater Natur seien, etwa die große Überstundenbelastung für den zweifachen Familienvater. Daß Diem dennoch weiterhin hochmotiviert seine Aufgaben erfüllt, zeigte er bei seinem Vortrag über den Neubau des Hallenbades.

 

Nachdem das alte Hallenbad in seinem 43. Betriebsjahr steht, die letzte Sanierung liegt 20 Jahre zurück, sei die Frage aufgekommen Sanierung oder Neubau.  Nachdem der Gemeinderat sich für den Neubau und für den neues Hallenbad  und gegen ein Lehrschwimmbecken entschieden hatte, wurde ein mit Bäderbauten erfahrenes Architekturbüro mit der Planung beauftragt. Diem bezifferte in seiner Präsentation bei der Bürgerversammlung die Kosten für den Bau mit 5,1 Mio €, von denen die Stadt im besten Fall 3,6 Mio, im schlechtesten Fall 4,75 Mio schultern muss.

Die gestellten Fragen von Bürgern betrafen die Wassertiefe, die Verkehrs- und Parkmöglichkeiten rund ums Bad, sowie die Aussenhaut der Gebäude-Architektur und was mit dem alten Hallenbad geplant sei.

Die Wassertiefe werde auf jeden Fall tiefer sein, um damit Kurse wie Aquajogging vernünftig anbieten zu können, sagte Diem dazu. Bürkle sagte zur Stellplatz- und Verkehrsfrage, beim Gebäude seien Stellplätze geplant, der Parkplatz des Kurhauses liege in unmittelbarer Nähe und wenn es knapp würde, könnten problemlos zusätzliche gebaut werden, weil das Gelände um das Bad der Stadt gehöre. Zur Verkehrsproblematik sagte der Bürgermeister, daß der Verkehr von der B465 von Biberach her durch die Stadt fahre, weil bei der Glasfabrik an der Einmündung in die L314 ein Nadelöhr bestehe. Der dort geplante Kreisverkehr sei Sache des Bundes und schon mehrfach angemahnt worden. Zur Kritik an der geplanten Aussenhaut, das Gebäude wirke wie ein Fremdkörper und käme wie ein Wellnesstempel daher, sagte Bürkle, ihm persönlich gefalle das Gebäude, es sei es wert, attraktiv gestaltet zu werden. Es bilde einen Kontrapunkt am Ortseingang.

Über die Zukunft des alten Bades habe man noch nicht gesprochen, das Gelände am Riedrand werde renaturiert, das Gebäude vielleicht abgerissen. Jugendliche, zu diesem Thema befragt, hätten vorgeschlagen, das Gebäude als Jugendhaus zu nutzen oder eine Skaterhalle daraus zu machen.

+++Präsentation Neubau Hallenbad+++

Wie es mit dem Reitturnier, das der Reitverein bisher am Grünen Hügel durchgeführt hatte, weitergehe, fragte eine Besucherin. Bürkle antwortete ihr, dies durchzuführen sei zwar weiter hinten auf dem Gelände weiterhin möglich, der Reitverein bevorzuge aber eine Lösung in der Nähe der Reithalle. Diem beantwortete die Frage nach den Besucherzahlen: Man rechne mit 40.000 Besuchern im Jahr, von denen ca 30.000 Eintritt bezahlten. Und dies sei ein moderater Ansatz.

 

Stadtbaumeister Matthäus Rude stellte die Planungen zur Sanierung und Zusammenlegung der Schule mit dem Kindergarten in Arnach vor. Und weil es keine einzige Wortmeldung zu dem 4,2 Mio Projekt, von denen die Stadt 2,2 Mio mit Eigenmitteln bestreiten muss, meinte Bürgemeister Bürkle scherzhaft: „Hat Sie Herr Rude erschlagen? Herr Rude Sie müssen ab jetzt alle Vorträge übernehmen!“

+++Präsentation Umbau Schule Arnach+++

Bürgermeister Bürkle präsentierte das Entwicklungskonzept für Unterschwarzach.

Nach der Auflösung der Hauptschule Unterschwarzach war die Frage, wie man die leerstehenden Räume nützen sollte.  So entstand die Idee, das Rathaus und Vereinsräume in diesem einen Gebäude unterzubringen. In der Folge musste für das historische Rathaus und die Ortsmitte  unter Beteiligung der Unterschwarzacher Bevölkerung ein Entwicklungskonzept  ausgearbeitet werden, für dessen Umsetzung die Gemeinde nun 7 Jahre Zeit hat. Dank des Förderprogrammes Entwicklung Ländlicher Raum (ELR) wird diese Konzept bei der Vergabe von Fördermitteln bevorzugt behandelt.

+++Präsentation ELR Unterschwarzach+++

Eine besorgte Frage aus der Bürgerschaft befasste sich damit, ob mit dem ELR ein Baulandentwicklungsstop einherginge. Eine anderer Bürger bedauerte, daß die kleineren Ortschaften wie Knetzen- oder Menhardsweiler nicht mit einbezogen wurden.

Bürkle konnte die Bedenken bezüglich eines Baulandentwicklungsstopps zerstreuen: Dies sei keine Bedingung gewesen. Sehr wohl aber, die Bürgerbeteiligung, von deren Umfang sich sowohl der Bürgermeister als auch das Plaungsbüro begeistert zeigten. Desweiteren müssen  die einzelnen Schritte  dokumentiert werden. Die geplanten Veränderungen beträfen erstmal nur den Innenbereich der Ortschaft. Sollte sich daran  in der nächsten Zeit etwas ändern, versprach er  mit der Landesregierung zu sprechen, etwa zur Aktivierung von Wohnraum in den Weilern.

Das vierte Thema der Bürgerversammlung, die Renaturierung der Wurzacher Ach, Umgestaltung des Klosterplatzes und die Aussenanlagen von Maria Rosengarten litt unter der sehr schlechten Bildqualität der gezeigten Bilder und Pläne.

Bürgermeister Bürkle erklärte in der Präsentation, die einzelnen Bauabschnitte und  Teile. Der Klosterplatz werde komplett (bis auf 2 Behindertenparkplätze) verkehrsbefreit, sodaß bei mehrtägigen Festen die Buden und Marktstände problemlos stehen bleiben könnten. Hinter dem Gebäude Maria Rosengarten werden 30 Parkplätze (davon  Behindertengerechte) entstehen.

+++Präsentation Maria Rosengarten+++

 

Fragen betrafen den Gedenkstein des Partnerschaftsvereines auf dem Klosterplatz, Sitzmöblierungen,  Pflasterqualität und das einmal angedachte Lichtkonzept für die Aussenanlagen und Klosterplatz.

Das Ensemble der Gedenktafeln und der Gedenkstein des Partnerschaftsvereines sollen beim Achsteg am Kurhaus eine neue Heimat finden, da der neue Klosterplatz Raum für ein Festzelt bieten soll. Eine Musterstelle des vorgesehenen gesägten Natursteinplaster soll demnächst beim Willkommensplatz der Wandertrilogie verlegt werden. Die Qualität des Plasters sei wichtig, um Rollstuhl und Rollatorgerecht zu sein.Das Beleuchtungskonzept für St. Verena und Maria Rosengarten, das der Lichtplaner vorgestellt habe, sei sehr überzeugend gewesen, sodaß Bürkle von ihm gleich auch noch ein Angebot für den Schlossbereich erstellen ließ. Bürkle würde beim Klosterplatz neben mobilen Möblierungen gerne auf die vorhandenen Sitzmöblierungen zurückgreifen, weil „auch eine neue Möblierung Geld kostet“.

„Wo kann man die Pläne denn einsehen“ lautete eine weitere Frage aus dem Auditorium. Diese werden laut Bürkle auf der Homepage der Stadt veröffentlicht und in gedruckter Form im Amtshaus präsentiert werden.

Text und Bilder: Ullrich Gresser

 

 

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