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Seibranz - Dies zeigte sich bereits beim Neujahrskonzert in der Turn- und Festhalle Seibranz. Nicht weniger als dreimal mussten die Musiker für das begeisterte Publikum in die Verlängerung gehen. Bild: Dirigent Erwin Minsch bedankt sich bei seinen Musikern für das gelungene Konzert

 

 

In das Konzert startete Dirigent Erwin Minsch und seine 55 Musiker mit „La Storia“ von Jacob de Haan. Im Normalfall wird Filmmusik zu einem bestimmten Film geschrieben. Dass es anders herum auch geht, beweist Jacob de Haan mit seiner Komposition "La Storia". Ohne eine bestimmte Geschichte zum Ausdruck bringen zu wollen, schuf der Komponist eine spannungsvolle Musik. Das Werk soll kreative Musiker und Zuhörer ansprechen. Ohne Beeinflussung etwa durch den Kommentar des Komponisten darf jeder seine eigene Geschichte zu der Musik denken. Mit ihm nahmen Erwin Minsch und seine Musiker die Gäste in der vollbesetzten Seibranzer Halle auf eine musikalische Reise um den ganzen Globus.

 

Startpunkt der musikalischen Reise war Italien. Nicht fehlen durfte bei den bekanntesten Melodien aus der berühmten Verdi-Oper „Nabucco“ natürlich der Gefangenenchor, im Arrangement von Franco Cesarini wurde dieser solistisch interpretiert von Klarinette und Trompete.

 

Der bayrische Schwabe Kurt Gäble hat das Konzertwerk „Euregio“ als Auftragskomposition für das 1. Euregio-Musikfestifal im 1999 komponiert. Eine moderne Tonsprache und ein nach vorne treibender Grundrhythmus steht für das visionäre Ziel eines vielseitig kulturellen und doch einheitlichen Europas. Bei diesem 1. Euregio Musikfestival 1999 vereinten sich erstmals Musiker aus den drei Grenzregionen Allgäu (Baern), Außerfern (Tirol) und Kleinwalsertal/ Bregenzerwald (Voralrberg) zum Euregio-Blasorchester (EBO), das die Fantasie "Euregio" von Kurz Gäble bei einem Gala-Konzert uraufgeführt hat.

 

Beim „Czardas“ – eine Komposition über eine traditionelle ungarische Tanzform und wohl eine der bekanntesten Komposition des italienischen Komponisten Vittorio Monti, konnte sich Melanie Gregg mit ihrer Klarinette als Solistin auszeichnen. Dank ihres mitreissenden Spiels mussten die Musiker gleich noch eine spontane Zugabe anhängen.

 

Mit „Dramatic Tales“ von Markus Götz beschloss die Musikkapelle Seibranz ihren ersten Konzertteil. Das Stück war eine Auftragskomposition zum 750jährigen Gemeindejubiläum 2018 für die Trachtenkapelle Todtmoos. Der Komponist ließ sich dabei von der dramatischen Entstehungsgeschichte des Wallfahrtsortes im Schwarzwald inspirieren.

 

 

Der gebürtige Seibranzer Erwin Minsch war viele Jahrzehnte Posaunist an der Staatsoper in Hannover. Fast genau solange war sein Vater in Seibranz Dirigent gewesen, bei dem viele der älteren Seibranzer Musiker ihre musikalische Ausbildung absolviert hatten. Nach seiner Rückkehr in die Heimat hat der Ruheständler Erwin Minsch nach dem Männerchor nun auch die Musikkapelle Seibranz als musikalischer Leiter übernommen. Nach nur wenigen gemeinsamen Monaten trug dieses Neujahrskonzert bereits seine deutliche Handschrift, natürlich nicht zuletzt wegen den „76 Trombones“ (Posaunen), dem spektakulären Posaunenstück aus dem Broadwaymusical The Music Man, mit dem die Musiker aus der Pause zurückkamen. „Also mit 76 Posaune kennet mir mit unsere 55 Musikante id mithalte. Aber mir honds gschafft, dass alle die jemols Posauna gpsielt hond, ihre Instrument aus em Schrank hollet und se extra für des Stück auspacket,“ erzählte Franziska Hierlemann, die bei dem Jahreskonzert gleich zwei Premieren feierte: Die bisherigen Fahnenbegleitung spielte am Flügelhorn ihr erstes Jahreskonzert und setzte als Ansagerin mit viel Witz und wie auch bereits ihre Vorgängerin Margit Waibel auf „guad Schwäbisch“ auch sprachliche Glanzpunkte.

 

Nach den bekannten Melodien aus dem Singspiel von Ralph Benatzky „Im Weissen Rössl“ begeisterte der jüngste Schlagzeuger der Musikkapelle, der 14jährige Elia Angele mit dem Xylophon-Solo „Marche Turque“, dem Türkischen Marsch aus der Feder keines Geringeren als Wolfgang Amadeus Mozart, das Publikum. Natürlich war auch hier wieder eine Spontanzugabe fällig.

 

Amüsant waren da auch die – nicht ganz ernst gemeinten – Gedanken, die Ansagerin Franziska Hierlemann vor diesem bejubelten Stück ihren Mitspielern in den Kopf setzte: z.b. „Dirigent: Hergott jetzt hockt do in der erschda Roihe so a hübsche Frau ond i seh se id. Posaunisten: Hoi was isch jetzt au nomal Piano? Tubist: Ha, I spiel ´s gleiche Inschrument wia dr liabe Gott, weil ´s hoist jo in der Biebl: „Vater unser, der Tubist im Himmel...“

 

58 Jahre war Clemens Reich aktiver Musikant – die meiste Zeit davon bei der Seibranzer Kapelle – gewesen, bis er im vergangen Sommer schweren Herzens aufgehört hatte. Mit Präsenten dankte ihm die Vorstandschaft für sein langjähriges Wirken vor und hinter den Kulissen, aber auch dafür dass seine Familie ein fester Bestandteil der Musikkapelle ist.

 

Mit den besten Titelmelodien aus fast 60 Jahren „James Bond 007“ Filmen z.B. aus Goldfinger oder Octupussy, für Blasmusik arrangiert von Johan de Meji, wollten die Seibranzer Musiker das Konzert eigentlich beenden. Doch das restlos begeisterte Publikum verlangte nach mehr. Und bekam den Deutschmeister Regimentsmarsch von August Jurek und die Polka „Traum einer Marketenderin“ von Franz Meierhofer.

 

Doch damit war dieses sensationelle erste Neujahrskonzert unter Erwin Minsch zwar musikalisch zu Ende. Aber es warteten noch 85 Preise der traditionellen Tombola, deren Gewinner von Elisabeth Reich und ihren Glücksfeen noch aus der prallgefüllten Lostrommel gezogen wurden.

 

 

Text und Bilder von Uli Gresser

 

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