KruschSeibranz - Der vierzehnjährige Leon Krusch will einmal so schnell sein wie der 8-malige Langbahnweltmeister Gerd Riss aus Seibranz und dessen Söhne. Jetzt zog er eine kleine Bilanz über seine erste Saison beim Speedway-Nachwuchs.

 

Die Begeisterung für den schnellen Sport hat Leon Krusch, der derzeit die neunte Klasse der Realschule Bad Wurzach besucht, von seinem Vater Martin Krusch, geerbt. Dieser hatte einstmals für den so erfolgreichen vielfachen Weltmeister auf der Langbahn geschraubt. Kein Wunder also, dass der Filius schon früh mit dem Sport auf zwei Rädern Berührung kam.

Erste Motorsport-Erfahrungen sammelte Leon beim Stoppelcross des heimischen MSC Bad Wurzach. Bis zu jenem Speedwayrennen vor zwei Jahren in Haunstetten bei Augsburg, wo sein Vorbild Erik Riss und sein Bruder Mark am Start waren, die jetzt beide als Vollprofis in England ihre Brötchen verdienen. Damals hatte es in seinem Kopf „Klick“ gemacht. „Das will ich auch machen!“ drängte er seinen Vater, den Inhaber von Holzbau Krusch. Dieser hatte noch gute Beziehungen zur Speedway und Langbahnszene und konnte von Frank Huber aus Bad Waldsee einige ältere Maschinen erwerben und für den Sohn entsprechend umrüsten, so dass dieser alsbald zum ersten Training auf der Speedwaybahn in Lonigo bei Venedig ausrücken konnte.

 

„Das war schon eine Umstellung, weil beim Motocross vor der Kurve Gas weg genommen wird, während beim Speedway mit Vollgas in die Kurve gedriftet wird, “ erzählt der Schüler, der nach seinem Realschulabschluss Zimmermann wie sein Vater werden will. So richtig abgeflogen sei er noch nie, seit er dabei ist, sagt Leon Krusch „Aber beim ersten Mal in Lonigo habe ich gleich mal Bekanntschaft mit der Streckenbegrenzung gemacht.“

Speedway ist schon ein harter Sport: Die Maschinen haben keine Bremsen, vor den Kurven wird nur kurz gelupft. „Die Profis driften mit Vollgas durch die Kurven.“

 

In der Juniorenklasse C der 14 -18 Jährigen starten die Jungs mit Methanol betriebenen, hochgezüchteten 250ccm-Einzylinder-Maschinen, da kann schon mal ein Motor hochgehen. Die 500ccm-Motoren in der großen Klasse seien da robuster. Seine Motoren werden von Marcel Gerhard aus der Schweiz gebaut und gewartet, der ebenfalls mehrmals Weltmeister war.

Nach seiner Debütsaison im vergangenen Jahr, wo er für den MSV Herxheim und den AC Landshut 5-6 Rennen bestritt, galt es in diesem Jahr seine Leistungen zu stabilisieren. Das tat er: Beim vor kurzem auf der Bahn in Herxheim ausgetragenen ADAC Bundesendlauf belegte er einen beachtlichen 7. Platz, punktgleich (!) mit dem Junioren-Weltmeister 2018, Ben Ernst, der Fünfter wurde.

 

Wie schon seine Vorbilder aus der Familie Riss wird Leon Krusch im nächsten Jahr wieder für Herxheim an den Start gehen, für den AC Landshut wird er wieder den Bayern-Cup bestreiten. Herxheim liegt in der Pfalz, aber so sagt Martin Krusch: „Die machen einfach unheimlich viel im Nachwuchsbereich. Da kann Leon sehr viel lernen.“ Wie(beinahe) jeder Motorsportler in Deutschland haben auch die Krusch´s das gleiche Problem: So eine Saison kostet natürlich viel Geld und deswegen suchen sie natürlich auch Sponsoren, um den Geldbeutel von Vater Martin ein wenig zu entlasten...

 

Bericht Uli Gresser
Bilder Uli Gresser, Uwe Ebler, Thomas Sommer

 

 

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